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Kinder- und Jugendheilkunde 26. November 2013

Wenn Kinder Fremdkörper aspirieren

Bei Erdnüssen droht der größte Ärger.

Wenn ein Kind einen öligen Gegenstand wie etwa eine Erdnuss aspiriert hat, sollte auch nach dessen Entfernung besonders auf die Atmung des Patienten geachtet werden.

Wie schnell sich die Atemwege eines Kindes nach endoskopischer Entfernung eines aspirierten Fremdkörpers erholen und wie häufig pulmonale Komplikationen entstehen, ist offenbar nicht so sehr davon abhängig, wann der Gegenstand entfernt wird, sondern vielmehr von der Art des Aspirats.

Besonders langwierige Behandlungen waren einer japanischen Untersuchung zufolge bei öligen Fremdkörpern wie Erdnüssen und tierischem Material erforderlich. Demnach droht hier ein erhöhtes pulmonales Risiko (Hiroshi Hidaka et al; International Journal of Pediatric Otorhinolaryngology 2013; 77: 1677-1682).

Stück Brathuhn im Hauptbronchus eines Mädchens

Ausgangspunkt für die retrospektive Analyse war ein 9 mm großes Stück Brathuhn, das bei einem 21 Monate alten Mädchen den falschen Weg in den linken Hauptbronchus genommen hatte. Noch am gleichen Tag wurde der Fremdkörper in mehreren Etappen entfernt.

Infolge dieser Prozeduren ergab sich ein Kehlkopfödem. Trotz Antibiotika und Dexamethason entwickelte sich eine Atelektase, die bis zum achten postoperativen Tag anhielt. Zudem komplizierte eine Pneumonie den Zustand des Mädchens, das erst nach 30 Tagen aus der Klinik entlassen werden konnte.

Überrascht von diesem schweren Verlauf werteten die Chirurgen daraufhin alle Fälle von 77 japanischen Kindern aus, die wegen einer Fremdkörperaspiration am Tohoku University Hospital in den vorausgehenden 14 Jahren behandelt worden waren.

Bei allen Patienten, bis auf einen, war das Aspirat endoskopisch unter Vollnarkose mit der Zange entfernt worden. Bei keinem der Kinder hatten sich lebensgefährliche Komplikationen entwickelt.

Am häufigsten aspiriert: Erdnüsse und Gemüseteilchen

Analysiert wurden die Daten von insgesamt 49 Jungen und 28 Mädchen im Alter von acht Monaten bis zehn Jahre. Die meisten der behandelten Kinder waren zwischen ein und zwei Jahre alt. Die am häufigsten aspirierten Dinge waren Erdnüsse (64 Prozent), gefolgt von anderen Nahrungsbestandteilen (21 Prozent fast immer Gemüse).

In zwei Fällen handelte es sich um tierisches Material. Bei 12 Prozent der Kinder waren Gegenstände wie Teile eines Stifts, Spielzeugteile oder Zahnmaterial in die Luftwege geraten. 74 Prozent der Fremdkörper wurden innerhalb der ersten drei Tage nach Aspiration entfernt.

Die Verweildauer in der Klinik reichte von zwei bis 32 Tagen. Mehr als die Hälfte der kleinen Patienten wurde innerhalb von maximal fünf Tagen entlassen. Längere stationäre Aufenthalte kamen häufiger nach Aspiration von Erdnüssen oder tierischem Material vor.

Alter, Geschlecht oder die Dauer zwischen Aspiration und Bronchoskopie spielten keine Rolle für die Länge des Klinikaufenthalts. In der Regressionsanalyse zeigten sich vielmehr allein bei der Art des aspirierten Gegenstandes signifikante Unterschiede bezüglich der Verweildauer in der Klinik.

Das Öl könnte in der Mukosa Entzündungen auslösen

Im Vergleich mit Patienten, die anorganisches Material aspiriert hatten, befanden sich nach der Entfernung von Erdnüssen oder tierischem Material aus den Luftwegen fast sechsmal mehr Kinder mindestens fünf Tage oder länger in stationärer Behandlung (geschlechts- und altersadaptierte Odds Ratio, OR 5,8). War anderes pflanzliches Material in die Bronchien geraten, lag die OR bei 1,32.

Möglicherweise irritiert das Öl, das die Erdnuss umgibt, die Bronchialmukosa und löst in der Umgebung massive Entzündungsreaktionen sowie weitere Komplikationen aus, die sich auch nach Entfernen des Fremdkörpers nur langsam zurückbilden, so die Erklärung der Autoren.

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