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© Gina Sanders / fotolia.com
 
Kinder- und Jugendheilkunde 7. Oktober 2013

Schutz von Anfang an

Verhütungsvielfalt und Gesundheitskompetenz spielerisch entdecken.

Die Österreichische Gesellschaft für Familienplanung stellt ein spezielles Mobile Game vor, das die Gesundheitskompetenz von Jugendlichen in Sachen sexuelle Gesundheit und Familienplanung fördern soll.

Jedes Jahr entbinden in Österreich zahlreiche Teenager. 2012 wurden 295 Mädchen zwischen 13 und 17 Jahren Mütter, viele von ihnen ungeplant. Aus biologischer Perspektive sollten Teenager-Schwangerschaften eigentlich unkompliziert sein, tatsächlich stellen sie aber ein Risiko dar. „Betroffene Mädchen verdrängen eine etwaige Schwangerschaft, bieten Ärzten Symptome mit einer Hidden Agenda, sodass ihre Schwangerschaft spät entdeckt wird, was mit medizinischen und psychosozialen Gefährdungen verbunden ist. Eine entsprechende medizinische Begleitung von Anfang an sowie der Aufbau eines psychosozialen Netzwerks sind damit erschwert. Dies wären aber gerade bei schwangeren Teenagern von höchster Wichtigkeit“, erklärt Prof. DDr. in Barbara Maier, Präsidentin der ÖGF und Primaria der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe am Hanusch-Krankenhaus der WGKK.

Sexualerziehung wichtiger denn je

Diese Problematik zeigt die Wichtigkeit der Sexualerziehung bei Jugendlichen auf. Junge Menschen, denen man Zugang zu Information und Beratung ermöglicht, verhüten besser und gewissenhafter. „Oftmals befinden sich Jugendliche in einem Dilemma: Mit dem Thema Sexualität werden sie häufig konfrontiert, aber genaue und relevante Informationen über Kontrazeption bekommen sie nicht“, betont Dr. Claudia Linemayr-Wagner, Gynäkologin und Past-Präsidentin der ÖGF. Bundesministerin Heinisch-Hosek betont: „Es geht darum, Jugendlichen zu vermitteln: Du bist für dich und deine Gesundheit verantwortlich – schütz‘ dich von Anfang an!“

Moderne Kontrazeptionsberatung

Nur mit sicherer Kontrazeption können ungewollte Schwangerschaften und Schwangerschaftsabbrüche verhindert werden. Die ÖGF setzt an der Schnittstelle von Sexualberatung und methodenspezifischer Kontrazeptionsberatung an und möchte jungen Menschen neue moderne Verhütungsmethoden näherbringen. „Junge Mädchen und Burschen werden immer früher mit dem Thema Sexualität konfrontiert, nicht zuletzt durch das Internet. Diese frühe Auseinandersetzung bedeutet allerdings nicht, dass die Jugendlichen umfassend über selbstbestimmte Sexualität und Verhütungsmethoden informiert sind“, betont Heinisch-Hosek.

Gespräch entscheidend bei Wahl des Verhütungsmittels

Ziel der ÖGF ist es, Jugendlichen, aber auch Erwachsenen mit umfassender Information dabei zu helfen, die für sie am besten geeignete Verhütungsmethode zu finden. Wichtig für die richtige Wahl des Verhütungsmittels ist aber auch das Arzt-Patienten-Gespräch. „Je informativer dieses ausfällt, desto leichter fällt es den Frauen oder Paaren, für sich die richtige Wahl zu treffen. Außerdem führt die strukturierte Beratung bei Frauen zu einer verbesserten Einnahmekontinuität“, betont Prof. Dr. Christian Egarter, Leiter der Klinischen Abteilung für Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, Universitätsklinik für Frauenheilkunde, Wien. Heinisch-Hosek ergänzt: „Besonders wichtig ist zu vermitteln, dass Verhütung keine reine „Frauensache“ ist, das sollte schon beim ersten Mal klar sein.“

Neues Mobile Game

Auf der Website www.verhuetung.at finden sich Wissenswertes sowie die Vor- und Nachteile moderner Verhütungsmittel. Über die Website können auch Info-Materialien bestellt werde. Diese Broschüre ist in deutscher, türkischer und serbo-kroatischer Sprache erhältlich.

Um Jugendliche möglichst zielgruppenspezifisch anzusprechen, wurde kürzlich auch ein Mobile Game kreiert. Dieses bringt auf spielerische Weise Jugendlichen die zahlreichen Verhütungsmittel und deren Funktionsweise sowie den Aufbau und die Funktion der weiblichen Geschlechtsorgane näher. Das Mobile Game kann als kostenlose App auf Smartphones geladen werden.

Download Mobile Game unter:

https://play.google.com/store/apps/details?id=com.ovos.spermex&hl=de oder https://itunes.apple.com/at/app/spermex/id681172873?mt=8

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