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Sport ist dank Schmerz befreiender Therapien auch für Kinder mit Rheuma kein Tabu mehr.
 
Kinder- und Jugendheilkunde 11. September 2013

Rheuma-Kinder brauchen auch Mittel ohne direkte Zulassung

Anlässlich des 41. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) weisen Experten auf die Problematik der Off-label-Therapie für behandelnde Ärzte hin.

Kindern mit Rheuma kann heute viel besser geholfen werden als noch vor zehn Jahren, sie können den jungen Patienten unnötige Schmerzen ersparen und Organzerstörung verhindern. Aber der Einsatz der neuen Medikamente ist für Ärzte nicht unproblematisch.

 

Viele Kinder mit Rheuma benötigen nach Ansicht von Experten dringend Medikamente, die für ihre spezielle Erkrankung gar nicht zugelassen sind. Dieser sogenannte Off-label-Gebrauch sei aber oft sehr schwierig umzusetzen, denn die Krankenkassen könnten von den Ärzten dann eine Rückzahlung einfordern, betonten Experten im Vorfeld des 41. Rheuma-Kongresses. Etwa die Hälfte der Rheuma-Mittel sei für Kinder nicht zugelassen, schätzt Hanns-Jochen Lorenz von der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie.

"Besonders eklatant ist die Situation von Kindern und Jugendlichen mit rheumatischen Augenerkrankungen", sagte der Professor. Den Kindern drohe die Erblindung, aber es sei für sie kein einziges immunsuppressives Medikament zugelassen. Kassen sollten den Off-Label-Einsatz deshalb großzügiger handhaben. Derzeit werde beispielsweise ein zugelassenes, teures Antikörper-Medikament verschrieben. "Aber seine Wirkung schwächt sich ab, wenn es nicht mit einem Off-Label-Medikament kombiniert wird."

Sport für Kinder mit JIA

Als Erfolg der modernen, vom Schmerz befreienden Therapien bewerten die Experten, dass Sport für Kinder mit Rheuma kein Tabu mehr sein muss. Etwa 20 000 Kinder in Deutschland leiden an Juveniler Idiopathischer Arthritis (JIA). "Um bleibende Gelenkschäden zu verhindern, haben Ärzte ihnen früher meist davon abgeraten, sich sportlich zu betätigen", sagte Kongresspräsident Jürgen Grulich-Henn. Neuen Daten zufolge könne Sport die Krankheitsaktivität jedoch sogar reduzieren - und auch die Lebensqualität der Kinder werde besser.

Info: 41. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie, 18. bis 21. September 2013, Mannheim.

www.dgrh-kongress

apa.at/PA DGRh, springermedizin.at

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