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Kinder- und Jugendheilkunde 12. August 2013

Schmerzender Kinderkopf

Häufig, aber auch häufig unterschätzt und nicht ernst genommen.

Klagt ein Kind über Kopfschmerzen, wird es von den Eltern häufig nicht ernst genommen. Dabei zählt Kopfweh mittlerweile zu den häufigsten Kinderkrankheiten, berichtet die Deutsche Stiftung Kindergesundheit.

Bereits im Vorschulalter leidet jedes fünfte Kind zumindest hin und wieder unter Kopfschmerzen, am Ende der Grundschulzeit haben mehr als die Hälfte aller Kinder Erfahrungen damit, Mädchen häufiger als Knaben. Wichtige Auslöser sind einer Umfrage zufolge Hektik, Zeitdruck, Überforderung in der Schule, Familienstreit und zu langes Sitzen vor dem PC oder Fernsehgerät.

Aber auch mit Fieber einhergehende Krankheiten sind oft von Kopfschmerzen begleitet, genauso wie Kieferhöhlen-, Ohren-, Hals-, Mandel- und Hirnhautentzündung(en). Weitere organische Ursachen können Kreislaufstörungen oder eine Gehirnerschütterung sein. Daneben können zu viel Sonne oder Sehfehler, zum Beispiel latentes Schielen, Kopfschmerzen auslösen.

Anzeichen und Therapieoptionen

Häufige Anzeichen für Kopfschmerzen bei Babys sind Reizbarkeit, Unruhe und Überempfindlichkeit gegen Berührungen. Etwas größere Kinder drücken die Hände an den Kopf oder vor die Augen, runzeln auffällig die Augenbrauen oder zerzausen sich immer wieder die Haare. Einigermaßen verlässliche Angaben machen Kinder etwa vom fünften Lebensjahr an, so die Stiftung Kindergesundheit.

Kinder, die unter Kopfschmerzen leiden, sollten sich mehr im Freien bewegen, regelmäßig Sport treiben sowie viel Wasser trinken, auf geregelte Mahlzeiten und ausreichenden Schlaf achten, raten die Experten. Die Einhaltung fester Zeiten des Schlafengehens und des Aufwachens sowie der nachmittägliche Verzicht auf Coffein (Cola, Energydrinks,) haben sich in Studien als gute Hilfen gegen Kopfweh erwiesen. Entspannungsmethoden wie die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, autogenes Training oder Biofeedback-Verfahren helfen ebenfalls.

Zur medikamentösen Behandlung kommen Ibuprofen oder Paracetamol in Frage, Acetylsalicylsäure erst ab zwölf Jahren. Leiden ältere Kinder ab sechs Jahren unter leichten Kopfschmerzen vom Spannungstyp, lindert Pfefferminzöl, aufgetragen auf Stirn und Schläfen, die Beschwerden.

Quelle: Stiftung Kindergesundheit

springer-gup, Apotheker Plus 6/2013

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