zur Navigation zum Inhalt
 
Kinder- und Jugendheilkunde 16. Dezember 2012

Interdisziplinäre Fachtagung Stillen

Der VSLÖ veranstaltet am 23. Mai 2013 in Innsbruck eine Fachtagung, die auch für Kinderärzte interessant sein wird.

Über unsere Landesgrenzen hinaus bekannt ist bereits die jährlich stattfindende hochkarätige Fachtagung des VSLÖ in Innsbruck. Jedes Jahr kommen 180 bis 200 Teilnehmer aus Österreich, der Schweiz, Deutschland und Südtirol, um bei dieser Fachtagung neueste Forschungsergebnisse, aktuelle Informationen über die Praxis des Stillens und Motivation für die tägliche Arbeit für Mütter und Kinder zu erhalten.

Diesmal sind die Themen besonders auch für Kinderärzte interessant: Als Einstimmung auf das Thema Stillen wird Frau Dr. Gabriele Kussmann, die bereits letztes Jahr ihre Zuhörer mit einem Vortrag über Bonding nach Sectio begeistert hat, die neuesten Forschungsergebnisse zu Epigenetik und Stillen präsentieren.

Gene sind lebenslang in Bewegung und beeinflussbar, eine besondere Anfälligkeit besteht während der Schwangerschaft, nach der Geburt und in den ersten Jahren danach, sowie in der Pubertät. Gesunde Ernährung, Stillen und Bindungserfahrungen sind dementsprechend prägend.

Ein weiteres Thema wird das Zungenbändchen sein. Frau Univ. Prof. Dr. Daniela Karall wird über den richtigen Umgang mit einem zu kurzen Zungenbändchen referieren. Es ist zwar kein medizinisches Problem, wenn das Zungenbändchen bei einem Baby zu kurz ist. Allerdings kann dies bewirken, dass die Mutter das Kind nicht stillen kann, weil das Kind die Mamille und die Brust nicht durch eine richtige Zungenbewegung entleeren kann. Wunde Mamillen, die trotz korrekter Pflege nicht heilen und häufig auch zu geringe Milchproduktion sind die Folge. Später kann ein zu kurzes Zungenbändchen auch Einfluss auf das Sprechen und auf die Zahnstellung haben.

Ein interessantes Thema ist auch die Hypoglykämie. Obwohl die AWMF-Leitlinie „Betreuung von Neugeborenen diabetischer Mütter" schon seit Mai 2010 aktualisiert veröffentlicht worden ist, existieren auch in den Österreichischen Kliniken ganz individuelle, von den Leitlinien abweichende Handlungsempfehlungen. Diese aktuelle AWMF-Leitlinie wurde von den folgenden Fachgesellschaften gemeinsam erarbeitet: Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) sowie der Gesellschaft für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin e.V. (GNPI) Der Vortrag von Gudrun von der Ohe, Ärztin aus Hamburg wird Klarheit schaffen und Möglichkeit zur Diskussion geben.

Wie viel Stillen braucht ein Arzt? Diese Frage wird Dr. Michael Rhode aus Bregenz versuchen zu beantworten. Da im Medizinstudium das Stillen nur gestreift wird, die Mütter aber glauben, dass der Arzt auch für das Stillen die Ansprechperson ist, entstehen für beide Seiten manchmal unbefriedigende Situationen.

Frau Gabriele Nindl spricht über die Entwicklung vom Säugling zum Kleinkind und das Stillverhalten in den verschiedenen Entwicklungsstufen. Wie viel Wissen brauchen wir für die Beratung? Die WHO, die AAP, die Europäische Union und andere Gremien empfehlen eine Stillzeit von zwei Jahren und darüber hinaus bzw. so lange es von Mutter und Kind gewünscht ist. In einer so langen Stillzeit durchläuft das Baby viele Entwicklungsschritte, die eine Herausforderung in der Beratung für alle darstellen, die Mütter und Babys begleiten.

Interdisziplinäre Fachtagung Stillen

Programm und weitere Informationen
Ab Anfang 2013 wird das genaue Programm und alle Informationen zur Fachtagung auf der Homepage des VSLÖ www.stillen.at zu finden sein.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben