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© Hannes Eichinger / fotolia.com
Meist sind Rhinoviren die Ursache einer Erkältung bei Babys.
 
Kinder- und Jugendheilkunde 24. Jänner 2013

Erkältete Babys

Rhinoviren vor allem im Winter gefährlich.

Überwiegend im Dezember und Jänner führen Rhinoviren zu schweren Erkältungen bei Babys. Im Frühjahr und Herbst ist das Infektionsrisiko zwar höher, der Krankheitsverlauf aber milder.

Gegen Erkältungen ist bekanntlich kaum ein Kraut gewachsen, was schlicht auch daran liegt, dass die Zahl der unterschiedlichen Virenstämme, die sich in den oberen Atemwegen wohlfühlen und für Husten, Schnupfen und Heiserkeit sorgen, in die Hunderte geht. An eine spezifische Therapie ist daher kaum zu denken. US-Pädiater um Dr. Wai-Ming Lee von der Universität in Madison haben sich nun die Mühe gemacht, knapp 1.500 Nasalproben aus einer Kohorte von über 200 Säuglingen auf einzelne Stämme von humanen Rhinoviren (HRV) zu testen (Lee WM et al. Am J Respir Crit Care Med 2012: 186(9):886–891). HR-Viren lösen bekanntlich jede zweite Erkältung aus. Die Pädiater wollten damit herausfinden, ob von den etwa 160 bekannten HRV-Serotypen einige bei schweren Infekten dominieren – dann würde es sich lohnen, zumindest gegen solche Virentypen spezifische Therapien zu entwickeln – oder ob es andere Faktoren gibt, die schwere Infekte begünstigen.

Für die Studie wurden die Kinder im ersten Lebensjahr regelmäßig untersucht, dabei entnahmen die Ärzte Nasalschleim. Zusätzlich sollten die Eltern die Kinder ins Studienzentrum bringen, sobald eine Atemwegsinfektion auftrat. Etwa die Hälfte der Proben stammte daher von klinisch unauffälligen Kindern, die übrigen von erkälteten. Die Schwere der Erkrankung erfassten die Eltern anhand eines Fragebogens.

Rhinoviren bei drei von vier Infizierten

In knapp 700 der Proben (48%) konnten die Forscher HRV nachweisen. Die Rhinoviren fanden sich damit bei drei von vier Babys mit Virusnachweis. Insgesamt spürten die Pädiater 93 verschiedene Serotypen auf. 46 Serotypen zählten zu HRV-A, 9 zu HRV-B und 35 zu den C-Stämmen. 339 moderat bis schwere sowie 196 leichte Infektionen mit HRV-Beteiligung wurden registriert. Hochgerechnet ergab sich, dass sich jedes Baby im Schnitt zwölfmal im Jahr mit HRV infizierte. Schwere Infekte wurden jeweils achtmal häufiger durch HRV-A und HRV-C als durch HRV-B ausgelöst. Zwar traten die Rhinovireninfekte vor allem im Herbst und Frühjahr auf, im Dezember und Januar war die Wahrscheinlichkeit, dass die Infektion schwerwiegend verlief, jedoch fünf- bis zehnmal höher als in anderen Monaten.

Nur selten Infekte mit HRV-B

Bei der Entwicklung von Therapiestrategien sollte man sich vor allem auf HRV-A und -B konzentrieren, fordern die Studienautoren, da diese Stämme nicht nur am häufigsten eine Infektion auslösen, sondern auch über die höchste Virulenz verfügen.

In einem Kommentar zur Studie wird darauf hingewiesen, dass andere Untersuchungen zwar ebenfalls deutlich seltener HRV-B-Infekte bei Kindern nachweisen konnten als solche mit HRV-A und -C, allerdings verliefen die Infekte mit B-Viren oft ähnlich schwer wie mit anderen Stämmen.

springermedizin.de , Ärzte Woche 4/2013

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