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Kinder- und Jugendheilkunde 5. November 2012

Diagnostisches Vorgehen bei Kindern mit leichtem Schädelhirntrauma

Grundlagen

Das diagnostische Vorgehen bei Kindern mit leichtem Schädeltrauma (MTBI) variiert erheblich. Ziel dieser Untersuchung war es, aktuelle Daten zum diagnostischen Vorgehen bei Kindern mit MTBI in Deutschland zu erheben.

Methodik

Wir versandten einen elektronischen Fragebogen an 72 repräsentative Kinderkliniken in Deutschland.

Ergebnisse

Die Rücklaufquote betrug 45/72 (62,5 %). Alle teilnehmenden Kliniken hatten die Möglichkeit, eine EEG-Untersuchung (100 %), 98 % eine cerebrale Ultraschalluntersuchung, 94 % eine cMRT-Untersuchung und 87 % eine cCT durchzuführen. Vierzig Prozent der Kliniken benutzen die Glasgow Coma Skala (GCS), die klinisch-neurologische Symptomatik, die Schwere des Traumas und äußerlich erkennbare Verletzungen zur initialen Einschätzung des SHT. Der wichtigste singuläre Grund zur stationären Aufnahme/Überwachung war der initiale neurologische Status (44%). Routinemäßige Röntgenuntersuchungen wurden nur sehr selten durchgeführt (2,2 %); cMRT-Untersuchungen in 6,7 % und eine cCT in 13,3 %; rund ein Drittel der Krankenhäuser verwendeten die Ultrasonografie. Die Durchführung einer routinemäßigen EEG-Untersuchung wurde in 22,2 % der Kliniken durchgeführt. Achtzig Prozent der Kliniken beobachteten die Kinder für einen Zeitraum von 24 bis 48 h; insbesondere Säuglinge (Alter < 6 Monate) wurden häufiger mindestens 48 h stationär beobachtet.

Schlussfolgerungen

Unsere Untersuchung liefert aktuelle Daten zum diagnostischen Vorgehen bei Kindern mit MTBI. Kinder mit MTBI werden meist stationär klinisch überwacht, häufig ohne weitere, z. T., sehr aufwändige diagnostische, bildgebende Verfahren zu verwenden. Der Einsatz der Elektrophysiologie (EEG) beim MTBI im Kindesalter ist relativ selten und dient meist der Detektion von epilepsietypischen Potenzialen.

Isabel Oster, Ghiath M. Shamdeen, Karin Ziegler, Regina Eymann, Prof. Ludwig Gortner, PD Sascha Meyer, Wiener Medizinische Wochenschrift 17/18/2012

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