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Abb. 1: Diskussion zum Thema OSAS
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Abb. 2: Plenarsaal

 

„Schlaf und Syndrome“

Das internationale Treffen von Kinderschlafexperten fand 2012 erstmals in Graz statt.



Bei strahlend schönem Frühlingswetter fand von 16.-18.3.2012 eine gemeinsame Frühjahrstagung der AG Schlafmedizin und Schlafforschung der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ) und der AG Pädiatrie der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) zum Thema „Schlaf und Syndrome“ statt. Dieses Internationale Treffen von Kinderschlafexperten wurde, nach einer Pause von neun Jahren, zum ersten Mal überhaupt in Graz abgehalten.

Traditionellerweise startete die Tagung mit den getrennten Treffen der beiden Arbeitsgruppen am Freitag, genau am internationalen Weltschlaftag. Während die deutsche Arbeitsgruppe neue multizentrische Studien plante, beschäftigten sich die österreichischen Kollegen in ihrer AG-Sitzung mit der schlafmedizinischen Versorgung von Kindern in Österreich, die sich in den letzten Jahren, zumindest in Westösterreich verschlechtert hat, da es dort zu einer Reduzierung von pädiatrischen Schlaflaboren gekommen ist.

Bei frühlingshaften Temperaturen wurde der Tag nach einer Stadtführung durch die Innenhöfe der historischen Altstadt bei einem gemeinsamen Abendessen beschlossen.

Am Samstag spiegelte das Thema der Tagung, „Schlaf und Syndrome“, die Breite des Spezialgebietes „Pädiatrische Schlafmedizin“ wider. Die Prophylaxe des Plötzlichen Säuglingstodes hat in Graz lange Tradition, es verwundert daher nicht, das Vergleiche von SIDS-Präventionsprogrammen sowie neueste Forschungsergebnisse auf diesem Gebiet den Inhalt der ersten wissenschaftlichen Sitzung bildeten. Das Obstruktive Schlafapnoesyndrom bildete den Abschluss des Vormittages. Dabei wurde neben der Präsentation des österreichischen Konsensus zu „Schnarchen und OSAS“ großer Wert auf Interdisziplinarität gelegt, es wurde auch OSAS aus Sicht des HNO-Facharztes besprochen. Mit Schlaf und Dysmorphie-Syndromen wurde der interdisziplinäre Charakter der Tagung fortgeführt, indem es Übersichtsvorträge von namhaften Vertretern aus Neuropädiatrie, pädiatrische Pulmonologie und Kieferchirurgie zu diskutieren gab. In einer Podiumsdiskussion zum Thema Ausbildung in pädiatrischer Schlafmedizin wurde die Wichtigkeit einer strukturierten Ausbildung auch in einem kleinen Spezialgebiet hervorgehoben. Den Abschluss des Tages bildete ein schlafmedizinisches Quiz, das die Teilnehmer gleichermaßen gefordert wie unterhalten hat, bevor der Tag bei einem Abendessen hoch über den Dächern der Stadt ausgeklungen ist.

Der Sonntag war, auch schon traditionell, der Ausbildung gewidmet. Es wurden Workshops zum Thema „Polysomnografie anlegen und auswerten“ sowie „Schlafstadienanalyse“ von zahlreichen Teilnehmern besucht.

Die gemeinsame Frühjahrstagung von österreichischen und deutschen Kinderschlafmedizinern bot ein breites wissenschaftliches Programm in gemütlicher, freundschaftlicher Atmosphäre. Die Verbindung der beiden Arbeitsgruppen wurde gefestigt und neue Kooperationen geplant. Einigkeit bestand darin, dass die nächste gemeinsame Tagung nicht erst wieder in neun Jahren stattfinden sollte. Der eine oder andere Visionär hat gar schon eine Ausweitung der Kooperation auf ein weiteres Nachbarland ins Auge gefasst …

OA Dr. Werner Sauseng, Graz

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