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© R K by Paul Georg Meister / pixelio.de
Abb. 1: Der Druck auf Journalisten ist groß, vor allem wenn es um die Jagd nach Exklusivität geht und wenn es darum geht, die emotionalste Story zu haben, über die ganz Österreich spricht.
 

Vom Verbrechens- zum Medienopfer

Vom (oft un)sensiblen Umgang mit Kinderschicksalen in den Medien

Nur Emotion schafft Bindung, schafft Aufmerksamkeit, schafft Merkfähigkeit: Plakative Bilder wie jene von Luca, einem 17 Monate alten Buben, der schwer misshandelt wurde, Bilder der Komani-Zwillinge, die zunächst brutal abgeschoben wurden oder eines autistischen Buben, dessen Familie vor der Delogierung stand, weil er für die Nachbarn zu unheimlich und zu laut war. Medien nehmen sich Bilder von Kindern, um damit Themen zu transportieren und sie gehen nicht immer sensibel mit den Kinderschicksalen um.

Der Konkurrenzkampf zwischen den Medien ist hart, der Druck auf Journalisten groß, vor allem wenn es um die Jagd nach Exklusivität geht und wenn es darum geht, die emotionalste Story zu haben, über die ganz Österreich spricht. Emotionalität ist der Faktor, der sich am besten verkauft. Mit Kinderschicksalen erreicht man Anschlussfähigkeit, man kann sich mit dem Gezeigten identifizieren, jeder war mal selbst Kind, viele haben Kinder oder Enkelkinder. Medien kennen diese Gesetzmäßigkeiten und verwenden daher Kinderschicksale, um Themen zu transportieren.

Der ORF steht zwar auch unter Konkurrenzdruck, allerdings geht es insbesondere in der aktuellen Berichterstattung um Qualität und um journalistische Sorgfalt, was den ORF als öffentlich-rechtlicher Rundfunk von den privaten Mitbewerbern unterscheidet.

Im journalistischen Alltag wird allzu oft darauf vergessen, dass Kinder besonders geschützt werden müssen und dass deren Schicksale noch genauer geprüft werden müssen, bevor sie in die Öffentlichkeit gebracht werden.

Im Folgenden soll versucht werden, drei Fragestellungen zu beantworten.

  1. Was dürfen Medien?
  2. Wo sind die Grenzen?
  3. Können Kinderschicksale ein Um- denken in der Gesellschaft bewirken?

Zunächst sollen die rechtlichen Grund- lagen skizziert werden, die für Journalisten zumindest die Rahmenbedingungen abstecken, um damit die Frage zu beantworten, was dürfen Medien?

1. Richtlinien und Prinzipien für die Berichterstattung über Kinder der Internationalen Journalistenföderation 1

Darin heißt es unter anderem:

Alle Journalisten haben die Pflicht, die höchsten ethischen und professionellen Standards aufrecht zu erhalten. Sie haben auch die Aufgabe über die Kinderrechte sowie deren Auswirkungen auf die Ausübung eines unabhängigen Journalismus so breit wie möglich zu informieren ... Im Besonderen sollen sie sich um exzellente Standards in Bezug auf Genauigkeit und Sensibilität bemühen, wenn über Kinder betreffende Angelegenheiten berichtet wird.

2. Mediengesetz2

Eine ähnliche Schutzbestimmung findet sich im Mediengesetz. Dieses regelt im §7a den Schutz vor Bekanntgabe der Identität in besonderen Fällen. In Absatz 2 heißt es:

Schutzwürdige Interessen des Betroffenen werden jedenfalls verletzt, wenn die Veröffentlichung geeignet ist, einen Eingriff in den höchstpersönlichen Lebensbereich oder eine Bloßstellung des Opfers herbeizuführen.

Eine geplante Verschärfung des Mediengesetzes, wie es 2009 geplant war, ist bekanntlich nicht zustande gekommen. Darin hätte insbesondere der Opferschutz verbessert werden sollen.

3. Programmrichtlinien3

Etwas genauer sind die Programmrichtlinien des ORF Darin heißt es in den Gestaltungsgrundsätzen für die Information in Punkt 1.5.12:

Je höher der Nachrichtenwert, desto detaillierter kann die Darstellung sein. Darstellungen, die per se keinen Nachrichtenwert haben und nur der Befriedigung der Neugierde, Sensationslust oder sozial schädlichen Neigungen dienen oder Wiederholungseffekte auslösen können, haben zu unterbleiben. Das gilt besonders für Opfer von Unterdrückung, Gewalt, Unfällen etc., bei denen auf den Schutz des höchstpersönlichen Lebensbereichs zu achten ist. ...

 

Allein mit der Darstellung der rechtlichen Grundlage der Arbeit von Journalisten weise ich schon den Weg, wie schwierig oft die Abwägung in der täglichen Arbeit ist. Um die journalistische Arbeit anschaulicher darzustellen, sollten drei Beispiele aus der Praxis beleuchtet werden. Es handelt sich dabei um sehr unterschiedliche Fälle im Umgang und auch in den Ergebnissen. Es soll auch beleuchtet werden, was sich durch die Berichterstattung geändert hat, und da gibt es große Unterschiede.

Gleichzeitig soll aber auch gezeigt werden, wie schwierig es ist, allgemeine Richtlinien zu erarbeiten. Kinderschicksale sind Einzelschicksale und als solche müssen sie auch von Journalisten gesehen werden. Es muss von Fall zu Fall entschieden werden, wie man entsprechend sorgfältig mit Kindern in den Medien umgeht.

 

Im Folgenden soll anhand von drei Beispielen die besondere Schwierigkeit im Umgang mit Kinderschicksalen in der täglichen, aktuellen Berichterstattung gezeigt werden.

1. Fall Luca – der 17 Monate alte Bub wurde Opfer familiärer Gewalt

Der 17 Monate alte Luca war am 3. November 2007 in einem Wiener Spital gestorben, in dem er zwei Tage zuvor bewusstlos und mit schweren Verletzungen – laut Gutachten Folgen eines durch Analverkehr hervorgerufenen Schütteltraumas – eingeliefert worden war. Beschuldigt wurde der Lebensgefährte der Kindesmutter, der im September 2008 wegen schweren sexuellen Missbrauchs mit Todesfolge zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.

Im Zuge der Berichterstattung wurden der „Zeit im Bild“-Redaktion Fotos zugespielt, wonach der Bub schon vorher in spitalsärztlicher Behandlung war. Lange Diskussionen folgten, ob solche Fotos gezeigt werden dürfen. Wie drastisch Fernsehbilder sein dürfen? Wozu - was bringt es sie zu zeigen? Viele meinten, die Fotos müssten gezeigt werden, um die Verantwortung der behandelnden Ärzte zu thematisieren.4 Und das war dann auch der ausschlaggebende Grund, warum sich die Redaktion für die Ausstrahlung dieser Bilder entschieden hat. (Anmerkung: Der Autor war zu dieser Zeit Sendungsverantwortlicher für die „Zeit im Bild“)

Die Fälle von Gewalt gegen Kinder oder der Missbrauch von Kindern sind wohl die sensibelsten, die in Redaktionen entschieden werden müssen. Für den ORF kann ich versichern, dass solche Fälle ganz besonders sorgfältig behandelt werden. Der Fall Luca hat in jedem Fall für mehr Bewusstsein für das Thema Gewalt und Missbrauch in der Familie gesorgt.

Die Jugendämter registrieren seit Luca einen starken Anstieg bei den Meldungen.5

Außerdem wurde intensiv über eine Änderung des Jugendschutzgesetzes diskutiert. Angedacht war eine Verschärfung der Anzeigepflicht, die allerdings von vielen Experten in Frage gestellt wurde. Die Polizei könne den Missbrauchsopfern nicht helfen – das müssten die Jugendwohlfahrts-einrichtungen tun. Deshalb sei man mit der Meldepflicht besser dran. Da Missbrauch zu 85 Prozent im Familien- und Bekanntenkreis stattfinde, sei die Anzeige bei der Polizei nicht der beste Weg. Kinder bräuchten eine Vertrauensbasis, um sich Hilfe zu holen.

Die Novelle zum Jugendschutzgesetz kam bekanntlich nicht zustande.

Für den Fall hat es eine konkrete Auswirkung gegeben. Das Jugendamt hat den Akt der Staatsanwaltschaft übergeben und hat Selbstanzeige gemacht. Eine mögliche Vertuschung war nicht mehr möglich.

Was immer noch fehlt, das haben im Oktober 2011 die Unfallchirurgen Österreichs vor ihrer Jahrestagung in Salzburg erneut gefordert: ein Kinder- und Gewaltschutzregister.6

Wenn verletzte Kinder ins Spital kommen, dann wollen die Ärzte kontrollieren können, ob dieses Kind, das angeblich aus dem Hochbett gefallen ist, in den letzten Jahren schon öfter wegen Frakturen im Krankenhaus war. Oft sind die Erziehungsberechtigten die Täter, das Kind wird nichts Anderes aussagen als die Eltern, und durch so ein Register könnten dann die Eltern auch nicht mehr von einem Spital ins nächste ziehen.

Einiges wurde erreicht, vieles diskutiert und das Bewusstsein für Misshandlungsfälle geschärft. Trotzdem war der Fall eine Gratwanderung und eine Herausforderung für das journalistische Gewissen. Wie oft müssen solche Bilder gezeigt werden? So wurden im „Fall Luca“ die Bilder in den folgenden Berichten verpixelt, der Zweck des Aufrüttelns war ja bereits erreicht.

2. Fall der Komani-Zwillinge – Opfer von Verwaltungsrecht, dass die Abschiebung Minderjähriger zulässt

Der zweite Fall ist komplett anders gelagert, weil es auch um - nennen wir es einmal - eine andere Art von Opfern geht. Die Komani-Zwillinge wurden im Oktober 2010 keine Verbrechensopfer, sie wurden Opfer des Verwaltungsrechts. Aufgrund eines Bescheids der Bezirkshauptmannschaft Steyr in Oberösterreich wurden sie mit ihrem Vater in den Kosovo abgeschoben. Die Abschiebung hatte für heftige Kritik gesorgt, wurde doch die Mutter am Tag davor mit psychotischen Zuständen ins Krankenhaus eingeliefert und blieb in Wien zurück. Kritisiert wurde insbesondere die Art der Abschiebung in den frühen Morgenstunden durch eine große Anzahl zum Teil schwer bewaffneter Beamter. Die beiden Mädchen waren im „Freunde schützen“- Haus in Wien untergebracht, und ihre Betreuerinnen dort haben entschieden, den Fall an die Öffentlichkeit zu bringen: als letzter Ausweg, um helfen zu können. TV-Kameras waren live bei der Abschiebung dabei.

Das Medienecho war groß, der Druck auf das Innenministerium enorm. Zwei Wochen nach der Abschiebung konnten die Komanis mit einem humanitären Visum zurückkehren, weil der Bescheid aus Steyr aufgehoben wurde.

 

Natürlich erzeugen zwei süße achtjährige Mädchen Emotionen. Die Betreuer der Familie Komani haben in Kauf genommen, dass Stimmung gemacht wird, in ihren Augen die einzige Möglichkeit, um den Kindern bzw. der ganzen Familie zu helfen. Die Medienberichterstattung hat immerhin dafür gesorgt, dass bei Familienabschiebungen vor allem auf ein humanitäres Vorgehen geachtet werden soll. Selbst NGOs bestätigen, dass seither die Abschiebungen nicht mehr im Morgengrauen durchgeführt werden. Die Polizisten stürmen nicht voll bewaffnet in die Wohnungen, und es geht insgesamt nicht mehr so brutal zu. Nichtsdestotrotz ist es auch hier eine Frage der Abwägung, ob Kinderschicksale in den Medien gezeigt werden dürfen. Doch ohne das konkrete Schicksal der beiden Mädchen, hätte die Familie gar nicht oder zumindest nicht so schnell in Österreich bleiben dürfen, und es hätte auch keine - zugegebenermaßen kleine - Verbesserungen gegeben.

Leider sind solche Veränderungen immer leichter zu erreichen, wenn große Kinderaugen und süße Kinderstimmen stellvertretend für das Schicksal der Betroffenen stehen.

3. Fall eines autistischen Buben in Wien – ein Fall, in dem sich alle bemühen und trotzdem etwas falsch läuft

Das dritte Beispiel ist die Geschichte eines autistischen Jugendlichen, dessen Familie vor der Delogierung stand, weil sich die Nachbarn über die Lärmbelästigung beklagt haben. Die Familie lebte in einer Reihenhaussiedlung der Gemeinde Wien im 22. Bezirk. Es wurden Ersatzwohnungen angeboten, die abgelehnt wurden, weil die Kinder der Familie aus dem gewohnten Umfeld gerissen worden wären. Zusammenfassend kann gesagt werden – es haben sich alle um eine Lösung bemüht, und dennoch ist irgendetwas falsch gelaufen.

Dieser Fall ist ein Beispiel der vergebenen Möglichkeiten. Die Journalisten hätten die Hintergründe weiter beleuchten müssen. Herausstreichen, was in der Betreuung autistischer Kinder in Österreich falsch läuft.

„Das Problem sind nicht die bösen Nachbarn, denen das Geschrei auf die Nerven geht, da ist nicht die ohnehin unendlich bemühte Familie (warum kriegen „die“ auch solche Kinder?), das Problem ist nicht Wiener Wohnen, das sich bemüht hat, das Problem sind Politiker, die jene verteufeln, die solche Missstände aufzeigen, die wegschauen, so lange es geht ...

 

…Warum bekommen autistische Kinder in Österreich nicht die notwendige Behandlung?“ 7

Und genau diese Frage hätte die Redaktion auch noch einmal aufwerfen können. Selbstkritisch muss angemerkt werden, dass Journalisten oft nicht lange genug an den Storys dranbleiben, um auch die Hintergründe entsprechend zu beleuchten. Die Informationen kommen immer schneller, die Internet-Generation kann sich rund um die Uhr informieren, eine schnelle Story und schon wieder vorbei. Solche Storys sind auch die Möglichkeit für Experten, Journalisten mit Input zu versorgen. Trotz bester Recherche sind Journalisten nicht die Experten. Sie wissen nicht, wo die tiefere, hintergründige Problematik liegt und sind auf Experten-Wissen angewiesen.

Zusammenfassung und Ausblick

Die Zusammenfassung beginnt mit einem Zitat, weil es ganz gut die Problematik zusammenfasst:

Ich möchte hier an dieser Stelle ein Zitat von Holger Eich vom Kinderschutzzentrum in Wien verwenden, das er bei einer Parlamentsenquete zum Thema Medien und Opferschutz gesagt hat.

„Es kann gute Gründe geben, die Geschichte eines Opfers in die Medien zu bringen, doch dabei zahlt das Opfer immer auch seinen Preis.“ 8

Für den ORF heißt das, die Journalisten müssen besonders sorgsam mit Opfern respektive mit Kindern umgehen, um den angesprochenen Preis so gering wie möglich zu halten. Der ORF ist verpflichtet als öffentlich rechtliches Unternehmen, genau das zu tun. Der ORF kann und will sich in der Frage des Kinderschutzes nicht an Privaten orientieren. Die so genannten Sozialpornos mit denen Private auf Quotenjagd gehen, haben in Programmen eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks keinen Platz.

Kinderschicksale sind eine Möglichkeit Themen zu zeigen, die es sonst nicht in die Nachrichten schaffen würden. Nichtsdestotrotz entbindet das Journalisten nicht davor, gerade bei Kindern nochmals höhere Ansprüche anzulegen. Soll heißen, es muss noch genauer abgewogen werden, welche Gefahren für das Kind entstehen könnten, auch in solchen Fällen heiligt der Zweck nicht die Mittel, oder anders gesagt gut gemeint ist noch lange nicht gut. Wie sehr darf das Kind dem „Medienpranger“ ausgesetzt werden? Kann dadurch der gesellschaftliche Diskurs angeregt werden?

Die Rolle eines Chefredakteurs in solchen Fällen, ist jene eines Korrektivs, an dem sich die Redakteure reiben können. Auch als Korrektiv gegenüber oft jungen, hungrigen Redakteuren, die auf der Jagd nach der besseren Geschichte übers Ziel hinausschießen. In den „Redaktionskonferenzen“ muss diskutiert werden, erst wenn oft und intensiv über Einzelfälle insbesondere solche in denen Kinder involviert sind, gesprochen wird, kann auch sichergestellt werden, dass die nötige Sorgfalt gewährleistet ist.

Es kann kein fixes System - keine immer gültige Anleitung geben, wie mit Kinderschicksalen umgegangen werden soll. Es kann keine einheitliche Vorgehensweise geben, es sind immer Individualfälle, die auch individuell gelöst und bewertet werden müssen.

Kinderschicksale ja, um den Diskurs zu entfachen, aber nur unter größter journalistischer Sorgfaltspflicht – ein „Anwalt für die Kinder“ – das müsste das Ziel sein. Ganz wichtig, es müssen Persönlichkeitsrechte wie Recht auf das eigene Bild oder der Schutz des Namens gewahrt werden.

Der Diskurs bleibt oft stecken, oder wird von uns zu wenig nachhaltig betrieben. Wir beginnen Diskussionen und führen sie nicht zu Ende. Der ORF will ein Rundfunk der Gesellschaft sein – das ist das Vorhaben von Generaldirektor Alexander Wrabetz für seine zweite Amtsperiode.9

Heikle Fragen unserer Gesellschaft sollten gestellt werden, die Diskussion darüber angeregt und auch zu Veränderungen beigetragen werden.

Chefredakteure und leitende Redakteure müssen „awareness“ für den sensiblen Umgang mit Kinderschicksalen schaffen. Es muss auch regelmäßige Schulungen und Weiterbildung geben. Goethes Faust wusste schon „Wer ewig strebend sich bemüht, den können wir erlösen.“ – nur wenn wir uns als Journalisten in unserer Arbeit ständig hinterfragen, und gleichzeitig danach streben, immer besser zu werden, dann ist es uns möglich, im Konkurrenzkampf mit einem Qualitätsprodukt wie es die ORF-Radio- Nachrichten oder die ORF-TV-Information sind und mit Journalisten, die mit entsprechender Sorgfalt arbeiten, zu bestehen.

Auf Basis journalistischer Sorgfaltsregeln und nach einer gewissenhaften Abwägung zwischen den Schutzrechten des Kindes und dem gesellschaftlichen Nutzen der Berichterstattung kann der ORF als öffentlich-rechtliches Medium über den Einsatz eines Kinderschicksals für Berichterstattungszwecke entscheiden.

* Leiter der Abteilung Programminnovation und Qualitätsmanagement im ORF, Wien

** Redakteurin, ORF-Radio-Chronik, Wien

1 Die Richtlinien sind das Ergebnis einer UN-Konferenz zum Thema „Kinderschutz und Medien“ aus dem Jahr 1998

2 Bundesgesetz vom 12. Juni 1981 über die Presse und andere publizistische Medien (Mediengesetz - MedienG)

3 Allgemeine Richtlinien des Österreichischen Rundfunks (ORF) für Programmgestaltung, Programmerstellung und Programmkoordinierung in Hörfunk, Fernsehen , Onlinediensten und Teletext

4 Die Anzeigepflicht des Arztes wird durch § 54 Ärztegesetz geregelt und betrifft sowohl den niedergelassenen Arzt als auch den Spitalsarzt. Demnach hat ein Arzt Anzeige an die Sicherheitsbehörde, also Polizei oder Staatsanwaltschaft zu erstatten, wenn sich für ihn in Ausübung seines Berufs der Verdacht ergibt, dass ein Minderjähriger misshandelt, gequält, vernachlässigt oder sexuell missbraucht worden ist. Richtet sich der Verdacht jedoch gegen einen nahen Angehörigen, so kann die Anzeige so lange unterbleiben, als dies das Wohl des Minderjährigen erfordert und eine Zusammenarbeit mit dem Jugendwohlfahrtsträger und gegebenenfalls eine Einbeziehung einer Kinderschutzeinrichtung an einer Krankenanstalt erfolgt. Nahe Angehörige im Sinne des § 166 Strafgesetzbuch sind Ehegatten, Verwandte in gerader Linie (Vater, Mutter, Großvater, Großmutter), Bruder, Schwester oder andere Angehörige, sofern das Opfer mit diesen in Hausgemeinschaft lebt.

5 Auskunft von Kolleginnen aus der Chronik-Redaktion ORF-Radioinformation, die regelmäßig mit verschiedenen Jugendämtern in ganz Österreich in Kontakt stehen.

6 Siehe APA 225 vom 5. Oktober 2011

7 Prim. Sonja Gobara vom Ambulatorium Sonnenschein in einem Gastkommentar im „Standard“ vom 7.11.2010

8 Holger Eich vom Kinderschutzzentrum in Wien anlässlich einer Parlamentsenquete zum Thema Medien und Opferschutz aus dem Jahr 2008

9 Vgl. Bewerbung von Alexander Wrabetz als Generaldirektor des ORF im August 2011

Zur Person
Mag. Stefan Ströbitzer
kam 1994 als freier Mitarbeiter in den Aktuellen Dienst des ORF-Landesstudios Wien. 1997 wechselte der studierte Jurist in die Ö3-Wortredaktion, ab März 1997 war er Wortchef bei Ö3. 1999 wurde Ströbitzer außerdem Ö3-Info-Chef und war als solcher für die Nachrichten und Journale auf Ö3 verantwortlich. 2007 wechselte er in die Fernsehinformation und wurde Info-Chef von ORF 2 sowie Sendungsverantwortlicher der „Zeit im Bild“ und stellvertretender TV-Chefredakteur. Im September 2010 folgte die Bestellung zum Chefredakteur der ORF-Radios. Seit Februar 2012 leitet er die Abteilung Programminnovation und Qualitätsmanagement.

Stefan Ströbitzer*, Beate Tomassovits-Weis**, Pädiatrie & Pädologie 2/2012

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