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Umfrage: Kranke Kinder und Job, wie geht das?

Wie schwierig die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist, vor allem wenn Kinder ins Krankenhaus müssen, belegt eine aktuelle Umfrage an mehr als 1000 in Österreich lebenden Eltern.

Betreuung ist Frauensache

Für die Betreuung erkrankter Kinder sind nach wie vor Frauen zuständig. Der Großteil der Befragten signalisiert hohen Druck durch die gegensätzlichen Anforderungen von Beruf einerseits und Kinderbetreuungspflichten andererseits. Fast jeder zweite Befragte gab an, im letzten Jahr keine Pflegefreistellung beantragt zu haben.

Heikles Thema Pflegefreistellung

Je kleiner das Unternehmen, desto stärker war der Druck, nicht freizunehmen. 40% der Befragten, die in Unternehmen mit weniger als 20 Mitarbeitern beschäftigt sind, wollten aufgrund von Personalmangel nicht freinehmen, bei Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern war es nur ein Viertel (27%). Dementsprechend niedrig war die Anzahl der Pflegefreistellungstage: 42% der Familien mit 2 Kindern beantragten im letzten Jahr bloß 1-3 Tage, sowie auch 51% der Familien mit einem Kind.

Besser nicht

Fast die Hälfte der Befragten mit 2 Kindern gab an, dass sich eine Pflegefreistellung negativ auf die Karriere auswirke, wobei die Akzeptanz durch den Arbeitgeber in Vorarlberg am größten und in Wien am geringsten ist. Viele gaben auch an, erst gar keine Freistellung für die Betreuung ihrer kranken Kinder beantragt zu haben.

Einige der Gründe

"Es gibt keine Vertretung für mich" "Arbeite in einem Kleinbetrieb" "Wäre dann Mitarbeiter 2. Klasse" "Wäre eine Belastung für die Kollegen" "Habe ein schlechtes Gewissen meinem Arbeitgeber gegenüber "

Eine Frau schildert es so: "Mein größter Horror nach dem beruflichen Wiedereinstieg ist der Krankheitsfall meiner Kinder. Nach der Karenz waren meine Kinder Grund für eine erzwungene "einvernehmliche Kündigung. Eine gesellschaftliche Akzeptanz von Müttern im Arbeitsprozess wäre mein dringendstes Anliegen. In Frankreich ist das möglich!"

Betreuungskrisen für Eltern

Noch größer ist der Druck, wenn Kinder ins Krankenhaus müssen: 55% der 1-Kind-Familien und 78% der 3-4-Kind-Familien geben an, dass ihr Kind schon einmal unerwartet ins Krankenhaus musste, rund die Hälfte der Eltern konnten ihr Kind dabei nicht begleiten. Als Gründe wurden angegeben:

-Weil sie aus beruflichen Gründen nicht freinehmen konnten (72%). -Weil es im Krankenhaus keine Möglichkeit zur Begleitung gab (28%). -Weil ein Antrag auf Pflegefreistellung im Unternehmen "eher negativ" ankommt.

Entlastung, aber wie?

Klar heraus kam, dass Eltern hier Entlastung brauchen. Der größte Wunsch der Befragten ist die Möglichkeit der Pflegefreistellung auch für die Begleitung im Krankenhaus (80%). Und 55% ist eine Gesetzesanpassung bzw. eine Ausweitung der Pflegefreistellung für Mehrkindfamilien wichtig. 58% der Befragten würden sich Entlastung in Form von Pflegefreistellung auch für Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben, wünschen. Dieser Wert ist unabhängig vom Wohnort und von der Anzahl der Kinder.

 

Umfrage von KiB children care

 

12% der Befragten waren Männer
88% Frauen
48% aller befragten Personen im Angestelltenverhältnis ist teilzeitbeschäftigt.

Bei den Personen mit Partnern sind sogar 59% in Teilzeitjobs tätig.

Die ganze Umfrage: www.kib.or.at/onlinebefragung 

 

 

 

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