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© Dr. Lothar Krenner

Abb. 1: V. l. n. r.: Prim. Univ.-Prof. Dr. Andreas Lischka, Dr. Manfred Bachtik, Univ.-Prof. Dr. Michael Frass, Dr. Lothar Krenner

© Dr. Lothar Krenner

Abb. 2: Das Sekretariat: links Mag. Julia Powischer, rechts Dr. Verena Mück-Kahler

 

Kinderheilkunde und Komplementärmedizin

Bericht über ein internationales Symposium

 In der kinderärztlichen Praxis haben komplementärmedizinische Verfahren einen nicht unbeträchtlichen Stellenwert. Mögliche Gründe dafür könnten die Eigenart pädiatrischer Erkrankungen, das gute Ansprechen des kindlichen Organismus auf regulationstherapeutische Verfahren und die Nebenwirkungsarmut komplementärmedizinischer Behandlungen sein.

 

In einem zweitägigen internationalen Symposium mit Teilnehmern aus Schweden, der Bundesrepublik Deutschland, der Schweiz und aus Österreich wurde ein Überblick über verschiedene Aspekte der Komplementärmedizin in der Kinderheilkunde geboten. Das Symposium wurde von der Kinderklinik Glanzing im Wilhelminenspital der Gemeinde Wien, dem Dachverband Österreichischer Ärztinnen und Ärzte für Ganzheitsmedizin sowie der Wiener Internationalen Akademie für Ganzheitsmedizin organisiert.

Medizinische Probleme über die referiert wurde waren u. a. Infektanfälligkeit, Neurodermitis und Asthma, Betreuung von Neugeborenen drogenabhängiger Mütter, Ängste, Hyperaktivität oder erschwerter Mundschluss.

Komplementärmedizinisches Therapieangebot

Für alle diese und weitere Probleme wurden verschiedene komplementärmedizinische Behandlungsmöglichkeiten diskutiert, die ein breites therapeutisches Spektrum umfassten. Einige Beispiele dafür sind biophysikalische Informationstherapie, Mikroimmuntherapie, Antroposophie, Homöopathie, Neuraltherapie, orthomolekulare Therapie, Ayurveda, Akupunktur, Caranio-Sakral-Therapie, Lichttherapie, Aromatherapie, Musiktherapie und Osteopathie. Nachfolgend sollen, soweit dies in einem kurzen Bericht möglich ist, einige der wesentlichsten Ergebnisse des Kongresses zusammengefasst werden.

ADHS und Homöopathie

Über die Bedeutung der Homöopathie in der ärztlichen Praxis berichtete H. Förster. H. Frei stellte eine randomisierte, placebo-kontrollierte Doppelblindstudie über die homöopathische Behandlung von Kindern mit ADS/AHDS vor. Das Resultat der Studie war, dass 75 Prozent der Kinder mit einer homöopathischen Langzeitbehandlung über 5 Jahre ein normales Leben zu Hause und in der Schule führen konnten. L. Krenner wies auf die Möglichkeiten Ayurvedischer Therapien bei ADHS hin.

A.Lischka und seine Mitarbeiter berichteten über eine laufende Studie der Kinderklinik Glanzing bei der Kinder mit neonatalem Abstinenzsyndrom zusätzlich zu einer Basisbehandlung mit Homöopathie, Cranio-Sacral-Therapie, Ergotherapie und Musiktherapie individuell behandelt wurden.

Neurodermitis und Phytotherapie

Die Problematik der Neurodermitis wurde aus der Sicht der Antroposophie und im Zusammenhang mit Phytotherapie behandelt. Die Phytotherapie wird nicht im akuten Schub angewendet und versteht sich als ein Teil eines ganzheitlichen Behandlungskonzepts. Eine antroposophische Lebensweise erhebt den Anspruch die Entstehung allergischer Erkrankungen zu verhindern und versucht die schulmedizinische Behandlung vor allem im Hinblick auf seelische und spirituelle Aspekte zu ergänzen.

Allergien und TCM

Auf die Bedeutung der TCM bei Allergien wies E. Wolkenstein hin, wobei die Referentin vor allem auf den Zusammenhang zwischen dem Darm einerseits und dem Respirationstrakt hinweist, die nach der TCM in einem Innen/Außen-Verhältnis stehen.

Mit der Problematik der Infekte bei Kindern befassten sich die Referate von U. Bubendorfer und R. Schroth. Die erstgenannte Referentin berichtete über die Effektivität der Mikroimmuntherapie bei rezidivierenden Infekten. R. Schroth wies auf die positiven Effekte einer erhöhten Körperkerntemperatur bei Infekten hin und leitete daraus die Aussage ab, dass eine routinemäßige Fiebersenkung nicht zu empfehlen ist.

Über die Möglichkeiten der Osteopathie bei Kindern gaben zwei Referate Auskunft. B. Urbanek informierte über Kinderosteopathie und Geburtstraumen wobei sie nach einem kurzen Überblick über die Methode die häufigsten postpartalen Restriktionen aufzeigte und Fallbeispiele vorstellte. Chr. Wutzl gab einen Überblick über osteopathische Behandlungen bei Kindern.

Ängste bei Kindern

Einen gänzlichen neuen Therapieansatz zur Behandlung von Ängsten bei Kindern stellte M. Pani vor. Es handelt sich dabei um eine Methode, bei der Information in Form von elektromagnetischen Schwingungen auf den Organismus übertragen wird wobei die Vorstellung besteht, dass die Frequenzen dieser Schwingungen Angst abbauend wirken. Ähnliche Konzepte liegen der von M. Bachtik vorgestellten Biophysikalischen Informationstherapie bei kindlicher Nykturie zugrunde.

Referate auf CD

Weitere Referate befassten sich mit Neuraltherapie, orthomolekularer Symbioselenkung bei erschwertem Mundschluss, Lichttherapie im Rahmen der Psychotherapie bei Kindern, ganzheitlicher Kieferorthopädie bei Kindern, Aromatherapie, Musiktherapie und nadelloser Akupunktur.

Interessenten können die Referate auf CD gegen einen Unkostenbeitrag von 29€ über die Wiener Internationale Akademie für Ganzheitsmedizin ( , Tel. Nr. 016887507) erhalten.

Weitere Informationen:

www.gamed.or.at

 



Prof. Dr. Wolfgang Marktl , Pädiatrie & Pädologie 1/2012

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