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Brandverletzungen bei Kindern und Jugendlichen

30. Jahrestagung: Diskussion und Erfahrungsaustausch neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse

Verbrennungen sind per Definition Schädigungen durch übermäßige Hitzeeinwirkung. Diese können zum Beispiel durch heiße Flüssigkeiten, Flammeneinwirkung, Dämpfe etc. entstehen. Oft sind Kinder von diesen kritischen und lebensbedrohlichen Verletzungen betroffen und müssen langfristig betreut werden.

Die Brandverletzteneinheit der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde Graz ist in Österreich die einzige ihrer Art. Sie zeichnet sich vor allem durch die jahrzehntelange Erfahrung in der speziellen Behandlung und Nachbetreuung der kleinen Patienten mit Verbrennungsverletzungen sowie die wissenschaftlichen Aktivitäten auf dem Gebiet aus.

Dass die 30. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung, welche von 11.-14. Jänner in Kärnten stattfand, von der Medizinischen Universität Graz mit organisiert wurde, zeigt die Anerkennung in der internationalen Scientific Community. „Über 300 Experten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz werden neueste Therapiemöglichkeiten und wissenschaftliche Erkenntnisse diskutieren“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Marija Trop, Leiterin der Brandverletzteneinheit für Kinder und Jugendliche.

 

Die 30. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung wurde von Marija Trop, Michael Schintler, Klaus Pfurtscheller und Renate Westreicher organisiert.

Entwicklungen der letzten Jahre

Die Anzahl von Kindern und Jugendlichen, welche mit Verbrennungen stationär aufgenommen werden müssen, ist in den letzten 25 Jahren um 50 Prozent gesunken. Dieser Rückgang ist europaweit zu beobachten. Jährlich werden in Graz ca. 40 bis 60 Kinder mit großflächigen Verbrennungen stationär behandelt. Auch die Schwere der Verbrennungen, die durch die Ausdehnung und Tiefe der Verletzung bestimmt wird, ist in den letzten Jahren gesunken. Die Anzahl an ambulanten Patienten ist über die Jahre hinweg gleich geblieben. So werden in Graz nach wie vor jährlich rund 200 Kinder und Jugendliche mit Verbrennungen ambulant betreut.

Vorwiegend handelt es sich dabei um Kleinkinder zwischen dem 1. und 4. Lebensjahr, die sich der Gefahren noch nicht bewusst sind. 80 Prozent davon kommen wegen Verbrühungen durch heiße Flüssigkeiten ins Krankenhaus. Der Rückgang der schweren Brandverletzungen ist auf die bessere Aufklärungsarbeit und den Veränderungen des Lebensstandards (z.B. Thermostat in jedem Bad etc.) zurückzuführen.

Das „Burn-Team“

Die Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde Graz verfügt mit der Brandverletzteneinheit über ein österreichweit einzigartiges Zentrum. Im so genannten „Burn-Team“ arbeiten Verbrennungsspezia- listen, Pädiater, Plastische Chirurgen, Anästhesisten, Pflegepersonal, Physiotherapeuten und Psychologen eng zusammen. „Das ist das Um und Auf des Zentrums“, so Prof. Trop. Durch die gut etablierte Zusammenarbeit werden nicht nur Verbrennungen optimal behandelt, sondern wird auch für eine langfristige Nachbetreuung gesorgt.

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse

Im Rahmen der Jahrestagung werden neue wissenschaftliche Erkenntnisse diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht. Exemplarisch drei Forschungsarbeiten: In Graz arbeitet man zum Beispiel an einem Forschungsprojekt über die Auswirkungen silberhaltiger Wundverbände. Silber, welches aufgrund seiner antiseptischen Wirkung einen Bestandteil von Wundverbänden darstellt, kommt über die Wunde in den Kreislauf und wird durch das Blut in alle Organe transportiert. Ziel des Projektes ist es herauszufinden, welche langfristigen Auswirkungen das Silber auf die Organe hat. Ein Schweizer Vortragender wird auf die „Hautersatzforschung“ eingehen. Ihm ist es im Tiermodell gelungen, eine „gezüchtete“ Haut zum Einwachsen zu bringen. „Die Brandverletzten verlieren Haut. Wenn wir die Haut als Organ züchten könnten - mit all ihren wichtigen Funktionen (nicht nur als Zellschicht) – und wir diese zum Einwachsen bringen, ohne dass sie abgestoßen wird, wäre dies die optimale Lösung für die Behandlung von Brandverletzten,“ so Marija Trop über das Ziel dieser Forschungsarbeit. Bei einem Beitrag aus Deutschland geht es um die Sichtbarmachung der Beatmung. Einige Patienten erleiden zusätzlich zu den Verbrennungen auch ein Inhalationstrauma. Dadurch wird die Lunge geschädigt. Einige Bereiche der Lunge sind zu, und die Luft kann nicht eindringen, bei anderen Bereichen hingegen kommt es zu einer Überbelüftung. Somit ist ein Gasaustausch nicht möglich. Im Rahmen des Vortrages werden erste Erfahrungen mit einem neuen Gerät vorgestellt. Mithilfe dieser elektrischen Impedanztomographie können die unterschiedlich belüfteten Lungenabschnitte am Monitor sichtbar gemacht und die maschinelle Beatmung dadurch besser gesteuert werden.

30. Jahrestagung

Die Grazer Brandverletzteneinheit organisiert die wissenschaftliche Tagung zum zweiten Mal in ihrer 30-jährigen Geschichte. Diese alljährlich im Jänner stattfindende Tagung ist die wichtigste im deutschsprachigen Raum, welche sich ausschließlich mit dem Thema Verbrennung befasst.

 

 

Informationen: Univ.-Prof. Dr. Marija Trop Tagungspräsidentin der 30. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung Leiterin der Brandverletzteneinheit an der Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde Tel: + 43 316 385 81111

 

Quelle: Pressemeldung der Medizinischen Universität Graz, 9. 1. 2012

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