zur Navigation zum Inhalt
 
Kinder- und Jugendheilkunde 13. Februar 2012

Dauerhusten bei Kleinkindern

Amerikanische Pädiater haben Bronchoskopiebefunde von Kindern mit chronisch-produktivem Husten untersucht.

Einem chronisch-produktiven Husten liegt in mehr als der Hälfte der Fälle eine purulente Bronchitis zugrunde. Dabei ist das eitrige Bronchialsekret ein guter Hinweis auf eine bakterielle Infektion. Dies bestätigte eine retrospektive Studie an zwei New Yorker Kinderkliniken.

 

Die Studie von Zherea et al.1 wertete die Daten von insgesamt 197 Kindern mit chronisch-produktivem Husten aus, die auf übliche Therapien mit Antibiotika und Kortikosteroiden nicht angesprochen hatten.

Kinder mit vorbekannten Krankheiten wie zystischer Fibrose, neurologischen Erkrankungen oder Asthma wurden aus der Untersuchung ausgeschlossen. Ziel der Studie war es festzustellen, wie häufig einem chronisch-produktiven Husten eine bakterielle Infektion der unteren Atemwege zugrunde liegt. Hierzu wurden vorliegende Bronchoskopiebefunde herangezogen.

Über die Hälfte der Kinder hat purulente Bronchitis

Von den kleinen Patienten war bronchoalveoläre Lavage (BAL) für mikrobiologische und mikroskopische Untersuchungen gewonnen worden. Ein Verdacht auf Laryngomalazie war klinisch infolge eines inspiratorischen Stridors gestellt worden. Eine Tracheomalazie war diagnostiziert worden, wenn mindestens 50 Prozent des trachealen Lumens während der Exspiration kollabiert waren.

Bei über der Hälfte der Kinder (56 Prozent) zeigte sich eine purulente Bronchitis (Bronchialsekret dick, grün, Grad 5 und 6 nach dem Bronchoscopic Scoring System von Chang et al.), 44 Prozent litten an einer nicht-eitrigen Variante.

Bei eitriger Bronchitis häufig Laryngomalazie

Bei knapp einem Drittel der bis zu Dreijährigen (30,3 Prozent) wurde zudem eine Laryngo- und/oder Tracheomalazie festgestellt. Dabei trat die Kehlkopferweichung in dieser Altersgruppe bei Kindern mit eitriger Bronchitis nahezu doppelt so häufig auf wie in der Gruppe mit nicht eitriger Infektion. Dieser Unterschied zeigte sich bei der Luftröhrenerweichung nicht.

Bei 46 Prozent aller hustenden Kinder konnte aus der Bakterienkultur eine aktive Infektion der unteren Atemwege (≥ 104 colony-forming units [CFU]/ml) nachgewiesen werden. Dabei zeigte sich ein deutlicher Unterschied zwischen purulenter (bei 84 Prozent Kultur positiv) und nicht purulenter (bei 16 Prozent Kultur positiv) Bronchitis.

Als häufigster Keim wurde Haemophilus influenzae nachgewiesen (49 Prozent), gefolgt von Streptococcus pneumoniae (20 Prozent), Moraxella catarrhalis (17 Prozent) und Staphylococcus aureus (12 Prozent). Klebsiella pneumoniae wurde bei nur einem Kind gefunden.

Bei der mikroskopischen Untersuchung der BAL fand sich bei Patienten mit purulenter Bronchitis nach Anfärbung zudem häufiger (bei 91 Prozent) eine schwere Neutrophilie als bei Kindern mit nicht eitriger Bronchitis (45 Prozent). Eine Eosinophilie hingegen war in beiden Gruppen etwa gleich häufig erkennbar.

Angeborene Malazien?

Das Fazit der Autoren: Eine Infektion der unteren Atemwege zeigt sich oft in Form einer chronisch-produktiven Bronchitis. Wegen des übermäßig häufigen Vorkommens von Malazien bei Kindern mit chronisch purulenter Bronchitis vermuten die Autoren, dass angeborene Malazien bei der Ausbildung einer eitrigen Bronchitis eine Rolle spielen könnten.

Bei einigen Patienten der relativ großen Gruppe mit nicht-purulenter Bronchitis und negativer Bakterienkultur liegt, den Autoren zufolge, unter anderem der Verdacht auf eine bislang unerkannte Asthmaerkrankung nahe. 

 

1 Zgherea, D. et al.: Bronchoscopic Findings in Children With Chronic Wet Cough. Pediatrics 2012; 129 (2): e364–9; doi:10.1542/peds.2011-0805

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben