zur Navigation zum Inhalt
 
Kinder- und Jugendheilkunde 8. Februar 2012

„Siebener-Regel“: Ausschluss einer Lyme-Meningitis

Ein simples Prognose-Tool, die „Rule of 7‘s“, kann beim Ausschluss einer Lyme-Meningitis äußerst hilfreich sein. Die Entscheidung des Arztes, ob ein Kind mit entsprechendem Verdacht bis zum Vorliegen der Lyme-Serologie zur empirischen Antibiotikatherapie in die Klinik muss, wird dadurch maßgeblich erleichtert, meinen US-Pädiater.

Die Diagnose „Lyme-Meningitis“ bei Kindern mit Liquor-Pleozytose (über 10 Zellen pro mm3) ist unwahrscheinlich, wenn sämtliche der folgenden Kriterien zutreffen: Kopfschmerzen seit weniger als 7 Tagen, weniger als 70 Prozent einkernige Leukozyten im Liquor, keine Lähmung des 7. – oder eines anderen – Gehirnnerven.

In der retrospektiven Studie wurden die Daten von 423 Kindern aus Lyme-Borreliose-Endemiegebieten zusammengetragen. Alle Kinder hatten eine Pleozytose im Liquor. Bei diesen Kindern konnte sowohl die „Rule of 7‘s“ als auch ein komplizierteres Prognose-Tool, die Avery Clinical Prediction Rule, mit relativ großer Sicherheit Kinder mit niedrigem Risiko für eine Lyme-Meningitis identifizieren.

Die einfache Siebener-Regel war sogar sensibler als das Avery-Modell und stufte weniger Patienten falsch als Niedrig-Risiko-Fälle ein. Bei 28 Prozent der Kinder wurde eine Lyme-Meningitis diagnostiziert.

Cohn, K. A. et al.: Pediatrics 2012; 129: e46-e53; doi:10.1542/peds.2011-1215

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben