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Abb. 1: Ärztliches und nicht ärztliches Personal, das mit der Betreuung von Kindern beauftragt ist, soll über entsprechende Fähigkeiten und über eine spezielle Ausbildung verfügen, die es für die medizinischen und emotionalen Erfordernisse im Umgang mit d
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Abb. 1: Ärztliches und nicht ärztliches Personal, das mit der Betreuung von Kindern beauftragt ist, soll über entsprechende Fähigkeiten und über eine spezielle Ausbildung verfügen, die es für die medizinischen und emotionalen Erfordernisse im Umgang mit den Kindern und ihren Familien qualifiziert.

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Abb. 2: Eine kindgerechte Versorgung pädiatrischer Patienten muss Ziel der Kinder- und Jugend- medizin sein.

 

Überlegungen zur Entwicklung der stationären Pädiatrie, Teil 2

1 Institut für Medizinrecht, Personalwirtschaft und Gesundheitspolitik, Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik, Eduard Wallnöfer-Zentrum, Hall, Österreich, 2 Department für Kinder- und Jugendheilkunde, Medizinische Universität Innsbruck, Österreich

Vergleich zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz

Nach Teil 1*, Definition, Geschichte und Situation der heutigen stationären Pädiatrie, präsentieren wir Ihnen nun Teil 2: Situation in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Kein Kind darf aufgrund seiner Geburt, seiner ethnischen Zugehörigkeit, seinem Geschlecht, seiner sozialen Klasse, Nationalität, Religion oder seines Gesundheitszustands benachteiligt werden, wenn es medizinische Hilfe in Anspruch nehmen muss (27). Ärztliches und nicht ärztliches Personal, das mit der Betreuung von Kindern beauftragt ist, soll über entsprechende Fähigkeiten und über eine spezielle Ausbildung verfügen, die es für die medizinischen und emotionalen Erfordernisse im Umgang mit den Kindern und ihren Familien qualifiziert (27). Für die Erfordernisse der stationären Versorgung von Kindern im Krankenhaus sollte der Charta der Europäischen Gesellschaft „Kind im Krankenhaus“ Folge geleistet werden. Eigene pädiatrische Abteilungen sollten eine freundliche, familiäre und kindgerechte Umgebung und Atmosphäre vorhalten. In der Betreuung von Kindern tätige Ärzte müssen geschult sein in den alterspezifischen Erfordernissen von Kindern unterschiedlicher Altersgruppen. Darüber hinaus müssen sie über entsprechendes Wissen und Fähigkeiten verfügen und eine entsprechende Empathie aufweisen (9). Im Folgenden wird die Situation in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf der Basis der eigenen Ergebnisse und der Angaben der Fachgesellschaften dargestellt.

Österreich

In Österreich wird die Gesundheitsversorgung von Kindern und Jugendlichen sowohl von niedergelassenen Pädiatern, als auch von Allgemeinmedizinern und von Krankenhäusern, Ambulatorien und Beratungsstellen für Kinder- und Jugendheilkunde geleistet. In den vergangenen Jahren werden Kinder und Jugendliche vermehrt durch Fachärzte für Kinder- und Jungendheilkunde betreut (6).

Die ÖGKJ strebt in ihrem Bemühen um das Kind und den Jugendlichen eine verstärkte Interdisziplinarität an. Im komplexen medizinischen Bereich ermöglicht eine Zusammenarbeit von Fachdisziplinen eine Optimierung von Diagnostik und Therapie (16). Insbesondere wird im Leitbild der ÖGKJ die Zuständigkeit des Fachbereiches „Pädiatrie“ für Kinder und Jugendliche ausgedrückt. Im Österreich- ischen Strukturplan Gesundheit (ÖSG) wird festgehalten, dass für Kinder, die jünger als 15 Jahre sind, eine Versorgung in kindgerechter Umgebung sichergestellt werden muss und dass Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren eine Wahlfreiheit in der Behandlung in einer Kinder- beziehungsweise Erwachsenenabteilung einzuräumen ist (7).

Der ÖSG beschreibt eine Struktur mit vier Stufen der stationären Versorgung von Kindern und Jugendlichen. Für die höchste Stufe (KA-Typ 1) ist eine Abteilung mit mehr als 25 Betten und Sicherstellung einer adäquaten kinderchirurgischen Versorgung zu fordern. In diesem „Kinderzentrum“ sind die Hauptdiagnostik und die wesentliche Therapie der Kinder und Jugendlichen durchzuführen. In der dritten Versorgungsstufe hat entsprechendes ärztliches Personal tagsüber zur Verfügung zu stehen. Nachts und am Wochenende muss eine Rufbereitschaft vorgehalten werden. Diplomiertes Pflegepersonal (Kinder- und Jugendlichenpflege) muss in allen Versorgungsstufen vorhanden sein. Im KA-Typ 1und 2 sind Lehrer (nur Typ 1) und Mitarbeiter in der Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie und klinischen Psychologie, die eine Spezialisierung auf Kinder und Jugendliche vorweisen können vorzuhalten (7). In allen Kinderabteilungen ist eine kindgerechte Gestaltung und Ausstattung, eine räumliche Trennung von infektiösen und nichtinfektiösen Kindern sowie eine Mitaufnahmemöglichkeit für eine Begleitperson in ausreichender Anzahl zu gewährleisten (7). Ein Sonografiegerät und eine entsprechende Laboreinrichtung müssen vorhanden sein. Am Kinderzentrum (KA Typ 1) werden sämtliche diagnostische und therapeutische Möglichkeiten auch für seltene Krankheitsbilder eingefordert (7). Es wird geschätzt, dass in Österreich 15-20.000 Kinder pro Jahr im Alter von null bis 18 Jahren an nicht pädiatrischen Einheiten stationär behandelt werden. Eine adäquate Versorgung ist hier nicht immer sichergestellt (6). Das österreichische Bundesgesundheitsministerium bekennt, dass „Kinder keine kleinen Erwachsenen sind“. Die alleinige Versorgung von Kindern und Jugendlichen sollte nur durch Pädiater erfolgen (6).

Deutschland

In Deutschland stellt die DGKJ die wissenschaftliche Fachgesellschaft der gesamten Kinderheilkunde und Jugendmedizin dar. In Übereinstimmung mit dem Bundesministerium für Gesundheit sollen Kinder und Jugendliche in eigenen Kliniken oder speziellen Abteilungen behandelt werden. Allerdings wird ein erheblicher Anteil der in Krankenhäusern aufgenommenen Kinder und Jugendlichen nicht in pädiatrischen Abteilungen, sondern in organzentrierten Fachabteilungen zusammen mit erwachsenen Patientinnen und Patienten behandelt. Nach Auffassung der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) sollte eine kindgerechte Behandlung angestrebt werden. Dazu gehört auch die Mitaufnahme einer Bezugsperson des Kindes zu ermöglichen, die pflegerische Betreuung durch Kinderkrankenschwestern und das Angebot einer Krankenhausschule für Kinder, die sich einem längeren stationären Aufenthalt unterziehen müssen. Kinder sollten nicht in einem Zimmer mit Erwachsenen untergebracht werden. Für Notfälle soll jederzeit ein Kinderarzt konsiliarisch zur Verfügung stehen (2). Um die notwendigen Voraussetzungen hierfür zu schaffen, wurde von der Bundesregierung Unterstützung zugesagt. Als Maßnahme wird aber lediglich das Berufsbild „Kinderkrankenschwester / Kinderkrankenpfleger“ beibehalten (5). Allerdings kam es von 1991 bis 2001 zu einem Rückgang der pädiatrischen Betten um knapp 33 Prozent, die pädiatrische Fallzahl stieg in diesem Zeitraum um 4,5 Prozent (18). 1998 wurden von circa 1,4 Millionen vollstationären Patienten unter 15 Jahren noch 58 Prozent in einer Kinderfachabteilung therapiert (18). Laut statistischem Bundesamt wurden 2003 von 1,9 Millionen Kindern und Jugendlichen nur mehr 49 Prozent in Kliniken und Abteilungen für Kinderheilkunde oder Kinderchirurgie behandelt (26). Die häufigsten Hauptdiagnosen sind im folgenden aufgeführt (18).

  • Allgemeine Symptome (Schwindel, Schlafstörung, Asthenie)
  • Epilepsie
  • Affektionen durch verkürzte Schwangerschaftsdauer
  • Commotio cerebri
  • Akute Bronchitis und Bronchiolitis
  • Asthma
  • Abdominelle Symptome
  • Gastroenteritis und Kolitis
  • Infektionen, speziell der Perinatalzeit
  • Chronische Affektionen der Tonsillen und des adenoiden Gewebes
  • Störungen des Flüssigkeits-, Elektrolyts- und Säure/Basen-Gleichgewichts
  • Akute Laryngitis und Tracheitis

Schweiz

In der Schweiz muss die stationäre Versorgung von Kindern und Jugendlichen, wann immer möglich, in einer dafür spezialisierten Institution für Kinder und Jugendliche stattfinden. Im Grundsatzpapier des Kollegiums der Schweizer Chefärztinnen und Chefärzte der pädiatrischen Zentrumskliniken wird die offizielle Haltung der Schweizer Pädiatrie zur Frage der Hospitalisation von Kindern dargelegt (20;21). Die Voraussetzungen im ärztlichen und pflegerischen Bereich sind eine entsprechende Ausbildung auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendmedizin. Daneben müssen kindgerechte bauliche Strukturen und apparative Mittel gegeben sein (21). Um diesen Vorstellungen entsprechen zu können, sollen die nötigen Ressourcen bereitgestellt werden. Ziel ist die Verankerung der kindgerechten und kindspezifischen Medizin in den politischen Gremien (20;21). Allgemeiner Grundsatz ist, dass Kinder und Jugendliche in spezialisierten, auf ihre besonderen physischen, psychischen und sozialen Bedürfnisse zugeschnittenen Einrichtungen hospitalisiert und von Ärzten mit entsprechender Ausbildung und Erfahrung in der Betreuung von Kindern behandelt werden sollen. Dies sind neben Pädiatern mit ihren entsprechenden Subspezialitäten und Schwerpunktausbildungen auch Kinderchirurgen und Kinder- und Jugendpsychiater. Die drei Disziplinen haben in der Schweiz eine Föderation gegründet (20). Die Altersgrenze zur Erwachsenenmedizin wird in der Schweiz unterschiedlich gehandhabt. Während an vielen Orten noch 16 Jahre gilt, besteht eine starke Tendenz zur logischen Verschiebung auf das Mündigkeitsalter von 18 Jahren. Am Ostschweizer Kinderspital in St. Gallen besteht keine fixe Altersgrenze, so dass für Patienten mit aus dem Kindesalter stammenden chronischen Krankheiten und Behinderungen der schwierige Übergang zur Betreuung durch kompetente Erwachsenenmediziner und -einrichtungen fließend und angepasst gestaltet werden kann. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse ist in Tabelle 2 dargestellt.

Diskussion

Es existieren in Österreich, Deutschland und der Schweiz von offizieller Seite eindeutige Bekenntnisse zur hochqualifizierten und kindgerechten stationären Versorgung (2;5;6;27). Nicht immer kann dieser Vorsatz erfüllt werden. Ein hoher Prozentsatz der pädiatrischen Patienten wird in nicht in auf Kinder- und Jugendmedizin spezialisierten Abteilungen betreut (6;26). Bedroht wird die hochspezialisierte pädiatrische Versorgung unter anderem durch die demographische Entwicklung in Mitteleuropa: „weniger Kinder benötigen weniger Ärzte“ (25).

In der Pädiatrie müssen auf universitärem Niveau, genauso wie in der Erwachsenenmedizin, für schwer und chronisch verlaufende Erkrankungen qualifizierte Spezialisten vorgehalten und ein hoher technischer Aufwand betrieben werden. Deshalb stellt die Pädiatrie im Rahmen der stationären Versorgung einen hohen Kostenfaktor dar. Zusätzlich ist für die Betreuung von akut und insbesondere chronisch kranken Kindern und Jugendlichen ein hoher, kostenintensiver personeller Aufwand erforderlich. Im öffentlichen Gesundheitswesen herrscht großer Kostendruck. Die Verantwortlichen mögen sich so von der Pädiatrie ein großes Einsparungspotential versprechen. Die Entwicklung hochspezialisierter Teilbereiche führt einerseits zu einer exzellenten Versorgungsqualität. Diese erfordert wiederum einen hohen technischen und personellen, damit kostenintensiven Aufwand.

Die medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen, wie jede andere Form der medizinischen Versorgung, darf aber nicht nur vom rein monetären Gesichtspunkten bestimmt werden. Die pädiatrische Grundversorgung durch eine Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde und einen niedergelassenen Pädiater sollte heimatnah zur Verfügung stehen um Anreisezeiten möglichst zu reduzieren und eine Versorgung der Kinder in heimischer Atmosphäre und heimatnaher Umgebung gewährleisten zu können. Hier hält die ÖGKJ eine etwaige Unterstützung von öffentlicher Seite für sinnvoll (15). Bezüglich der leistungsorientierten Krankenanstaltenfinanzierung und verschiedener DRG Modelle ist festzuhalten, dass die speziellen Bedingungen der Kinder- und Jugendheilkunde nicht berücksichtigt werden.

So wird beispielsweise die Betreuung gesunder Neugeborener in Österreich nicht vergütet, da diese Kinder im Sinne der leistungsorientierten Krankenanstaltenfinanzierung (LKF) keine Patienten sind und somit im LKF System nicht berücksichtigt werden. Erbrachte Leistungen werden nicht vergütet, obwohl der pflegerische und ärztliche Aufwand höher einzustufen ist als bei erwachsenen Patienten. Insbesondere ist eine altersabhängige Vergütung (zum Beispiel Säuglinge, Kleinkinder bis zum 6. Lebensjahr, Schulkinder bis zum 12. Lebensjahr, Jugendliche) zu diskutieren. In der Pädiatrie liegen bei Erkrankungen, für deren Betreuung es des Spezialisten bedarf, häufig nur geringe Fallzahlen vor. Da trotzdem eine Spezialambulanz oder Spezialabteilung vorgehalten werden muss, ist die diagnostische und wesentliche therapeutische Betreuung durch ein Schwerpunktkrankenhaus oder Kinderzentrum zu fordern. Dort sollte dann auch dem Bedarf an Kinderpsychologen, Kinderpsychiatern, Logopäden, Kinderphysiotherapeuten, Sozialarbeitern, Kindergärtnerinnen und Lehrern Rechnung getragen werden. Ein derartig intensives Angebot an kleinen Abteilungen für Kinder- und Jugendheilkunde ist wirtschaftlich nicht vertretbar (2;7;15). Neben der Etablierung von Kompetenzzentren muss aber auch der Aspekt der flächendeckenden Versorgung mit kurzen Anfahrtswegen für Kinder und Eltern gewährleistet sein. Die dort vorzuhaltende Subspezialisierung ist zur Kompetenzerhöhung in der Pädiatrie unverzichtbar (Tabelle 1). Der mitteleuropäische Partikularismus hat bislang die Schaffung großer, überregionaler Kinderzentren nach angloamerikanischen Modell verhindert (23).

Kinder sollen entsprechend der UN-Kinderrechtskonvention und der Deklaration von Ottawa stationär nur unter kindgerechten Bedingungen in Kinderkliniken behandelt werden (27). Diese Forderungen können nicht nur das subjektive Wohlbefinden der Kinder erhöhen, sondern stellen eine Voraussetzung für eine Qualitätsverbesserung in der Kinder- und Jugendmedizin dar. So führt die Betreuung von Kindern durch Erwachsenenmediziner zu einer prolongierten Diagnosestellung, insbesondere bei selteneren Erkrankungen (13). Dies kann durchaus mit einer Verschlechterung der Prognose einhergehen. Daneben führt eine kind- und jugendlichengerechte Betreuung zu einer Erhöhung der Zufriedenheit der Patienten und ihrer Eltern. Neben einer entsprechenden räumlichen Ausstattung ist hier insbesondere die Möglichkeit einer Mitaufnahme einer Begleitperson einzu- räumen (9;23).

Einerseits sollte eine heimatnahe Versorgung von pädiatrischen Patienten vorhanden sein und zwar insbesondere für leichter verlaufende Erkrankungen, bei denen mit einer kurzen Aufenthaltsdauer im Spital zu rechnen ist. Diese Basisversorgung kann im Rahmen von Kinderabteilungen in regionalen Krankenhäusern erfolgen. Andererseits ist bei Kindern und Jugendlichen mit schweren und chronischen Erkrankungen der Einsatz von Spezialisten zu fordern (9;27). Der mögliche Aufbau eines solchen Kinderzentrums ist in Tabelle 3 dargestellt. Diese Forderungen sind finanziell am ehesten realisierbar in wenigen überregionalen Kinderzentren die die gesamte Bandbreite der Pädiatrie auf hohem Niveau zu garantieren in der Lage sind.

 

*Teil 1 erschien in „Pädiatrie & Pädologie“, Heft 5/2007. Korrespondenz: Dr. med. Dipl. oec. med. Jürgen Brunner Klinik für Pädiatrie I Department für Kinder- und Jugendheilkunde Medizinische Universität Innsbruck Anichstraße 35, 6020 Innsbruck Tel. 0043 512 504-23500 Fax: 0043 512 504-25888 E-mail: juergen.brunner@uki.at

[1]  Mygeo Statistiken. 27-4-2007.

[2]  70.Gesundheitsministerkonferenz, Saarbrücken. Verbesserung der kindgerechten Krankenhausversorgung. 21-11-1997.

[3]  Bayerische Landesärztekammer. Weiterbildungsordnung zum Facharzt für Kinderheilkunde. Weiterbildungsordnung für die Ärzte Bayerns vom 24. April 2004 - in der Fassung der Beschlüsse vom 14. Oktober 2006. 14-10-2006.

[4]  Behrman RE. Overview of Pediatrics. In: Behrman RE, Kliegman RM, Arvin AM, editors. Textbook of Pediatrics. Philadelphia: W.B.Saunders Company, 2003: 1-5.

[5]  Bundesministerium für Gesundheit. Pressemitteilung, Gesundheit:Wir wollen die bestmögliche Behandlung von Kindern. 12-11-2003.

[6]  Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (bmgf). Österreichischer Gesundheitsplan für Kinder. 3-6-2005.

[7]  Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (bmgf). Österreichischer Strukturplan Gesundheit 2006. 2006.

[8]  Chambers TL, Kurz R. Ethical overview of paediatric research and practice in Europe from the Ethical Working Group of the Confederation of European Specialists in Paediatrics (CESP). Eur J Pediatr 1999; 158(7):537-540.

[9]  European Association for Children in Hospital (EACH). Charter for Children in Hospital. 1988.

[10]  Hofmarcher MMRHM. Health Systems in Transition. 8[3]. 2006.

[11]  Kurz R, Gill D, Mjones S. Ethical issues in the daily medical care of children. Eur J Pediatr 2006; 165(2):83-86.

[12]  La Fédération des médecins suisses (FMH). Weiterbildungsprogramm Kinder- und Jugendmedizin. 1-7-2004.

[13]  Manners PJ. Delay in diagnosing juvenile arthritis 286. Med J Aust 1999; 171(7):367-369.

[14]  Österreichische Ärztekammer. Ärzteausbildungsordnung 1994, Anlage 16. 2007.

[15]  Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde. Standards für die medizinische Betreuung von Kindern und Jugendlichen in Österreich. 2006.

[16]  Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde. Leitbild. 2007. Ref Type: Internet Communication

[17]  Peiper A. Chronik der Kinderheilkunde. , 1958. Stuttgart: 1951.

[18]  Robert Koch Institut SB. Schwerpunktbericht der Gesundheitsberichterstattung des Bundes. 2004.

[19]  Sauer PJ. Research in children. A report of the Ethics Working Group of the CESP. Eur J Pediatr 2002; 161(1):1-5.

[20]  Schaad UB. Foederatio Paedo-medicorum helveticorum-fPmh. Paediatrica 2006; 17(5):14.

[21]  Schubiger GCdddpA-KdS. Klinische Dienstleitungen und Weiterbildung im Jahre 2003. Schweizerische Ärztezeitung 2004; 85(6):274-277.

[22]  Schweizerische Eidgenossenschaft. Bundesamt für Statistik. 2007.

[1]  Spranger J. Deutsche Pädiatrie von 1945-1999. Monatsschrift Kinderheilkunde 2007; 148:573-577.

[23]  Statistik Austria. Statistisches Jahrbuch 2007, Berufsausübende Fachärzte nach Fachrichtungen und Bundesländern, Stand 29. Dezember 2005. 2007.

[24]  Statistisches Bundesamt. 2007.

[25]  Statistisches Bundesamt, Fachserie 12 Reihe 6.2.1. Vollstationäre Patienten und Patientinnen der Krankenhäuser 2004. Fachserie 12[Reihe 6.2.1 ]. 2004.

[26]  World medical association. Declaration of Ottawa on the right of the child to health care. 1998.

Zum Autor
Dr. Jürgen Brunner
Geboren 1967 in Nürnberg, 1987-1994 Studium der Medizin in Erlangen, Durham und Zürich. 2001-2002 Studium der Betriebswirtschaftslehre.
2003-2004 Fellowship am Institut für Immunologie, erlangen. 2005-2007 Studium der Gesundheitswissenschaften. Facharztausbildung in Pädiatrie in Homburg/ Saar. Ausbildung zum Kinderrheumatologen in Homburg / Saar, Garmisch-Partenkirchen und Vancouver. Seit 2004 Geschäftsführender Oberarzt am Department für Kinder- und Jugendmedizin, Medizinische Universität Innsbruck. 2006 Visiting Professorship am Hospital for Sick children, Toronto.
Tab 1: Fragebogen zur Evaluation der stationären Versorgung pädiatrischer Patienten
Um einen Eindruck von der in Ihrem Land gängigen Praxis zu bekommen, bitten wir Sie, folgende Fragen zu beantworten:
1.Gibt es in Ihrem Land ein Gesetz/ eine Verordnung die eine Versorgung von Kindern und Jugendlichen durch einen Pädiater vorschreibt oder empfiehlt?
2.Bis zu welchem Alter werden normalerweise Jugendliche in Ihrem Land von einem Pädiater versorgt?
3.Würde ein achtjähriger Junge mit einer orbitalphlegmone in einer pädiatrischen oder phthalmologischen Abteilung betreut werden?
4.Würde ein sechzehnjähriges Mädchen imit einem systemischen Lupus erythematodes in einer pädiatrischen Abteilung oder in der Inneren Medizin betreut werden?
5.Würde ein zehnjähriger Junge mit einer Tibiafraktur in einer pädiatrischen oder orthopädischen Abteilung betreut werden.
6.Gibt es “Kinderstationen” außerhalb von Kinderkrankenhäusern in Ihrem Land.
Tab. 2: Situation der stationären pädiatrischen Versorgung in Deutschland, Österreich und der Schweiz
LänderDeutschlandÖsterreichSchweiz
Alter der Patienten [Jahre] 0-18 0-18 0-18
Dauer der Facharztausbildung [Monate] 60 72 60
Pädiatrische Subspezialitäten 7 6 8
Anzahl der Universitären Einrichtungen 35 3 5
Tab. 3: Möglicher Aufbau eines Kinderzentrums
Aufsichtsrat und Vorstand des Kinderzentrums
Department für Operative Medizin im Kindes- und Jugendalter Divisionen Anästhesie und Schmerzmedizin
Augenheilkunde
Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
Kieferchirurgie und Kieferorthopädie
Kinderchirurgie
Kinderherz- und Gefäßchirurgie
Kinderneurochirurgie
Kinderunfallchirurgie und –orthopädie
Department für Konservative Medizin im Kindes- und Jugendalter Divisionen Allergologie und Pulmonologie
Dermatologie
Endokrinologie und Diabetes
Gastroenterologie, Hepatologie und Ernährung
Genetik
Hämatologie und Onkologie
Infektiologie
Intensivmedizin
Jugendmedizin
Kardiologie
Neonatologie, neonatologische Intensivmedizin
Nephrologie
Neuropädiatrie
Rheumatologie, Immunologie und Sportmedizin
Stoffwechselerkrankungen
Department für Laboratoriums- medizin und Forschung im Kindes- und Jugendalter Divisionen Experimentelle Pädiatrie
Klinische Studien
Mikrobiologie
Pathologie
Department für Prävention und Ethik im Kindes- und Jugendalter
Department für Bildgebende Diagnostik im Kindes- und Jugendalter
Fazit für die Praxis
Eine kindgerechte Versorgung pädiatrischer Patienten muss Ziel der Kinder- und Jugendmedizin sein. Soweit die Erkrankung dies zulässt, ist eine heimatnahe Versorgung zu gewährleisten. Dies kann ambulant durch den betreuenden niedergelassenen Kinderfacharzt geschehen. Ist eine stationäre Aufnahme für häufige nicht durch Spezialisten zu betreuende Erkrankungen erforderlich, muss dies in einer heimatnahen pädiatrischen Abteilung mit ärztlich und pflegerisch in der Pädiatrie spezialisiertem Personal geschehen. Die Zukunft der stationären Versorgung schwer kranker Patienten in der Pädiatrie wird in großen Zentren zu sehen sein. Dort sollen alle Spezialgebiete mit allen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten vorgehalten werden. Eine enge Zusammenarbeit von niedergelassenem Kinderarzt, pädiatrischer Fachabteilung und Zentrum ist unabdingbar.

Dr. Jürgen Brunner1, 2, Roland Staudinger1, Lothar-Bernd Zimmerhackl2, Herwig Ostermann1, Pädiatrie & Pädologie 1/2009

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