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Kinder- und Jugendheilkunde 11. Jänner 2012

Mehr Leukämiefälle bei Kindern nahe AKW

Im Umfeld von französischen Atomkraftwerken ist laut einer Studie über einen Zeitraum von sechs Jahren ein deutlicher Anstieg von Leukämieerkrankungen bei Kindern festgestellt worden. Die Studie des staatlichen französischen Medizin-Instituts Inserm ergab, dass zwischen 2002 und 2007 nahe 19 AKW-Standorten 14 Kinder an Leukämie erkrankt seien. Über einen Zeitraum von 18 Jahren hinweg sei allerdings keine Erhöhung der Leukämiefälle bei Kindern beobachtet worden, hieß es einschränkend.

Die über den Sechsjahres-Zeitraum festgestellte Leukämie-Rate bei Kindern unter 15 Jahren sei fast doppelt so hoch wie der Landesschnitt, heißt es in der im "International Journal of Cancer" veröffentlichten Studie. Betroffen waren Kinder im Umkreis von fünf Kilometern um die Anlagen. Die Leiterin der Studie, Jacqueline Clavel, sagte jedoch, dass es für den Zeitraum von 1990 bis 2007 dagegen keine Hinweise auf eine überdurchschnittlich hohe Zahl von Leukämieerkrankungen gegeben habe.

Daher könne derzeit kein Zusammenhang zwischen der "sehr schwachen Strahlung durch normal funktionierende Atomkraftwerke" und der Zahl von Leukämiefällen hergestellt werden, sagte Clavel, die am Inserm-Institut die Abteilung für umweltbedingte Krebserkrankungen leitet.

Die Studie ergab den Angaben zufolge auch nicht, dass das Risiko in der Nähe eines bestimmten Meilers oder eines bestimmten AKW-Typs besonders hoch ist. Clavel empfiehlt nun zusätzliche und breiter angelegte Studien, die länderübergreifend angelegt sind. Die Untersuchung allein in Frankreich lasse wegen der insgesamt niedrigen Zahl von Erkrankungen nur in beschränktem Ausmaß Rückschlüsse zu.

Das französische Netzwerk für den Atomausstieg "Sortir du nucleaire" folgerte hingegen, dass die Untersuchung einen "klaren Zusammenhang" zwischen Leukämieerkrankungen bei Kindern und der Nähe zu Atomkraftwerken aufzeige. Dies sei ein weiterer Beweis dafür, dass die Atomenergie - selbst ohne Unfälle - "nicht in eine zivilisierte Welt gehört".

apa.at

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