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Prof. Dr. Klaus Schmitt
 
Kinder- und Jugendheilkunde 4. Jänner 2012

ÖGKJ - Jahresvorschau 2012

Der Past-Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde gibt einen Ausblick auf interne medizinische Änderungen und mögliche Innovationen für das Jahr 2012.

Dass endlich damit begonnen wird, die formulierten Ziele tatsächlich umzusetzen. Die allgegenwärtige finanzielle Krise bereitet mir Sorgen. Nach den bisherigen Erfahrungen waren die Kosten immer ein limitierender Faktor für die Umsetzung von Projekten. Eine sinnvolle Umsetzung gewichtiger Themen, wie etwa das der Prävention (z.B. Adipositas),  ist aber ohne Finanzierung nicht denkbar. Leider bleiben volkswirtschaftliche Aspekte fast immer unbeachtet. Konsequent durchgeführte Vorsorgeprogramme beinhalten ein hohes Sparpotential für die Zukunft.  


Die Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde setzt sich auch für die Weiterentwicklung des Mutter-Kind-Passes ein. Psychosoziale Fragestellungen sollen miteingebaut werden,
damit frühzeitig entsprechende Defizite erfasst werden können. Wir haben dafür aus Eigeninitiative ein Curriculum erstellt, einen zweijährigen Lehrgang „Entwicklungs- und Sozialpädiatrie“, um Kinderärzte verstärkt im Diagnostizieren und Therapieren von speziellen Entwicklungsstörungen auszubilden. 

Wichtige medizinische Änderungen in der Kinder- und Jugendheilkunde. 

Wie bereits eingangs erwähnt, werden der medizinische Fortschritt und die Hightech-Medizin in der Pädiatrie laufend implementiert. Aber wichtig ist, dass die Kinder- und Jugendheilkunde auch einen hohen Stellenwert innerhalb der Fachdisziplinen hat, was derzeit nicht der Fall ist. Wir fordern daher analog zur Erwachsenenmedizin die Genehmigung der noch fehlenden Additivfächer. Damit können wir die Ausbildung auf einem sehr hohen Niveau garantieren.

Auch die rasche Besetzung von LeiterInnen-Stellen ist einzufordern. Die Diskussion um die Kinderklinik Innsbruck zeigt, wie wichtig es ist, fassbare Strukturen zu schaffen. Dafür ist auch eine starke Leitung notwendig, um die Interessen der Kinder- und Jugendheilkunde innerhalb der Klinik und nach außen vertreten zu können.
Durch meine Tätigkeit an der Landes-Frauen- und Kinderklinik in Linz sehe ich außerdem täglich, wie wichtig und vorteilhaft die Arbeit in einem medizinischen Zentrum ist: Ärzte aller Fachdisziplinen sind in einem Haus sofort und ohne bürokratischen Aufwand oder langen Transportweg für die Patienten verfügbar. Durch die Bündelung der Kompetenzen können Kommunikationsprobleme weitgehend vermieden werden. '

Ein brennendes Thema ist und bleibt die Versorgung ambulanter Patienten. Die Notfallsambulanzen der Kinder- und Jugendabteilungen sind überlaufen. Ein Großteil dieser Patienten könnte extramural betreut werden. Hier wäre es wichtig, entsprechende Schritte zu setzen, um die KollegInnen in den Krankenhäusern zu entlasten. Natürlich müssen extramural Stellen geschaffen werden, damit diese Kinder und Jugendlichen entsprechend versorgt werden können.      

 

Prof. Dr. Klaus Schmitt
, springermedizin.at

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