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Abb. 1:  links) 1-Jahres-Inzidenz der Neurodermitis in Abhängigkeit vom Ernährungsregime (v. Berg et al., 2003); rechts) adjustiertes relatives Neurodermitisrisiko der Beba HA-Gruppe im Vergleich zur Standard-Säuglingsmilch-Gruppe (v. Berg et al., 2008)

Abb. 2: Ergebnisse von 2 Metaanalysen: Adjustiertes relatives Neurodermitisrisiko der Beba HA-Gruppe im Vergleich zur Standard-Säuglingsmilch-Gruppe zwischen 6 und 12 Monaten (links, Alexander und Cabana, 2010) bzw. 0-12 Monaten (rechts, Szajewska et al.,2009)

 
Kinder- und Jugendheilkunde 23. Dezember 2011

Allergieprävention

Beba HA: 25 Jahre erfolgreich

Stillen – die beste Empfehlung zur Allergieprävention

Allergien entstehen durch das Zusammenwirken von genetischen und Umweltfaktoren. Die genetischen Faktoren können wir nicht beeinflussen. Die Allergieprävention muss bei den Umweltfaktoren ansetzen. Hier gilt es, schützende Faktoren zu fördern und Risikofaktoren auszuschalten. Ein entscheidender Umweltfaktor ist die Säuglingsernährung. Sie kann insbesondere die Entwicklung einer atopischen Dermatitis, der häufigsten allergischen Manifestation im Säuglings- und Kleinkindalter, beeinflussen. Stillen ist ein wichtiger Schutzfaktor. Die Empfehlung, einen Säugling vier bis sechs Monate ausschließlich zu stillen, ist deshalb auch in Bezug auf die primäre Ernährungsprävention von Allergien die beste Empfehlung.

Risikofaktor Nr. 1: intakte Kuhmilchproteine

Säuglinge mit allergischen Erkrankungen in der Familienanamnese, die mit einer Säuglingsmilch auf der Basis intakter Kuhmilchproteine ernährt werden, haben ein nahezu doppelt so großes Risiko wie gestillte Säuglinge, in den ersten Lebensjahren eine Neurodermitis zu entwickeln.

Wie kann man einen Säugling vor diesem Risikofaktor schützen, wenn keine Muttermilch zur Verfügung steht? Mit der drastischen Zunahme allergischer Erkrankungen in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Lösung dieses Problems immer dringender. Zwar gab es damals schon nahezu allergenfreie Spezialnahrungen auf der Basis von stark hydrolysierten Proteinen zur diätetischen Behandlung von Säuglingen mit Kuhmilchallergie. Für Präventionszwecke waren diese aber in der Herstellung viel zu teuer und wegen ihres sehr bitteren Geschmacks für gesunde Säuglinge nicht zumutbar.

Leichtes Trainingsprogramm für das Immunsystem

Extensive Hydrolysate schmecken deshalb so bitter, weil mit zunehmendem Hydrolysegrad der Prozentsatz sog. Bitterpeptide im Hydrolysat ansteigt. Das brachte die Wissenschaftler im Nestlé Forschungszentrum auf die Idee, ein spezielles Hydrolysat mit geringerem Hydrolysegrad für Präventionszwecke zu entwickeln, ein sog. partielles Molkenhydrolysat (phF-M)

Die entscheidende Frage dabei aber war: kann ein partielles Hydrolysat überhaupt eine präventive Wirkung gegen Allergien haben? Die Wissenschaftler stellten eine kühne Hypothese auf: Der Restgehalt an Antigenen im Ausgangsprotein (100% Molkenprotein) sollte durch gesteuerte enzymatische Hydrolyse so weit verringert werden, dass diese bei Allergierisikokindern in der Regel keine Sensibilisierung mehr gegen das Ausgangsprotein verursachen, aber noch fähig sind, orale Toleranz zu induzieren.

So kann das Immunsystem Risiko die Ausbildung oraler Toleranz lernen, eine erwünschte natürliche Reaktion des Immunsystems auf oral aufgenommene, harmlose Antigene, die dem Schutz vor Nahrungsmittelallergien dient.

Das Konzept der Induktion oraler Toleranz durch das partielle Molkenhydrolysat wurde zunächst am Tiermodell getestet und bewiesen. Inzwischen gibt es eine randomisierte, kontrollierte, klinische Studie, die darauf hinweist, dass das partielle Molkenhydrolysat in Beba HA auch beim Menschen zur Induktion oraler Toleranz beitragen kann. Die Studie zeigte, dass bei Säuglingen, die in den ersten Lebensmonaten mit Beba HA ernährt werden, die Plasmakonzentrationen von „Allergie“-Antikörpern (Gesamt-IgE) im Alter von 6 und 12 Monaten signifikant niedriger sind als bei Säuglingen, die in den ersten Lebensmonaten mit einem extensiven Molkenhydrolysat ernährt werden .

Nicht jedes Hydrolysat ist wirksam

1987 kam das partielle Molkenhydrolysat unter dem Namen Beba HA (Abk. von hypoallergen) auf den Markt. Die gute Verträglichkeit und präventive Wirkung von Beba HA gegen Neurodermitis sorgten rasch für seine breite Verwendung zur Allergieprävention bei Allergierisikokindern. Dieser Erfolg führte dazu, dass auch andere Hersteller Hydrolysate zur Allergieprävention produzierten, darunter auch extensive Hydrolysate. Trotz der Fülle positiver klinischer Studien, die Nestlé vorweisen konnte, folgten jahrelang anhaltende Diskussionen, welche Hydrolysate besser wirken.

Die GINI Studie, die weltweit größte und mit öffentlichen Mittel geförderte Allergiepräventionsstudie mit mehr als 2000 Neugeborenen mit familiärer Allergiebe-lastung, untersuchte die Wirkung von 3 verschiedenen Hydrolysaten auf Allergien im Vergleich zu einer Standard Säuglingsmilch, um diese strittige Frage zu klären.

Die 1-Jahres-Ergebnisse waren selbst für Experten überraschend: das getestete partielle Molkenhydrolysat von Nestlé (Beba HA) und das extensive Kaseinhydrolysat von Mead Johnson reduzierten signifikant das Risiko für atopisches Ekzem im Vergleich zu einer Standard-Säuglingsmilch, das getestete extensive Molkenhydrolysat (Hipp HA (bis 1999), identisch mit Nutrilon Pepti ) dagegen nicht (Abb.1 links). Die präventive Wirkung von Beba HA war auch im Alter von 3 und 6 Jahren noch signifikant nachweisbar (Abb. 1, rechts).

Der Hydrolyseprozess zur Herstellung des partiellen Molkenhydrolysats wurde seit der Markteinführung von Beba HA vor 25 Jahren nicht verändert – mit gutem Grund.

 

Die genaue Ursache, warum das partielle Molkenhydrolysat wirksam ist und das getestete extensive Molkenhydrolysat in den ersten drei Lebensjahren keine Wirkung zeigte, ist unklar. Es wird spekuliert, dass der Hydrolyseprozess ausschlaggebend ist. So könnte es sein, dass die Wirksamkeit des partiellen Molkenhydrolysats darauf beruht, dass bei dem gesteuerten, enzymatischen Hydrolyseverfahren die Proteinketten an den „richtigen“ Stellen gespalten und die Epitope, d.h. die Molekülabschnitte, die eine spezifische Sensibilisierung verursachen können, zerstört werden, während bei anderen Hydrolyseprozessen möglicherweise selbst kleinere Proteinbruchstücke noch Epitope einschließen.

Klinische Prüfung ist die Voraussetzung für Empfehlung

Ein nicht getestetes Hydrolysat kann wirksam sein oder auch nicht. Deshalb ist bei der Auswahl eines Hydrolysats unbedingt darauf zu achten, dass seine Allergiepräventionswirkung durch gut designte klinische Studien bewiesen ist.

Die Wirksamkeit von Beba HA ist wissenschaftlich bewiesen

Die wissenschaftliche Evidenz wird nach der Studienlage klassifiziert. Metaanalysen von randomisierten, kontrollierten klinischen Studien haben die stärkste Aussagekraft.

Beba HA erfüllt die Anforderungen an den „Evidenz“ grade 1a, den höchsten Evidenzlevel. Mehr als 15 klinische Studien, darunter die unabhängige und weltweit größte Allergiepräventionsstudie, die GINI Studie, sowie 2 Metaanalysen (Abb. 2) beweisen die gute Verträglichkeit und präventive Wirkung von Beba HA gegen Neurodermitis bei Säuglingen mit familiärer Allergiebelastung.

FDA bewilligt Gesundheits-Claim für Beba HA

Die umfangreiche Datenmenge und Qualität der klinischen Studien zur präventiven Wirkung des partiellen Molkenhydrolysats in Beba HA überzeugten die kritische US-Gesundheitsbehörde, die Food and Drug Administration (FDA). Nach Prüfung der Daten bewilligte die FDA einen qualifizierten Gesundheits-Claim für die Säuglingsanfangsnahrung auf der Basis des partiellen Molkenproteinhydrolysats.

Schlussfolgerung

Die beste Ernährungsempfehlung für gesunde Säuglinge, unabhängig davon, ob sie eine familiäre Allergiebelastung haben oder nicht, ist 4-bis 6-monatiges ausschließliches Stillen. Für nicht oder teil-gestillte Säuglinge mit familiärer Allergiebelastung ist Beba HA die beste Empfehlung, denn Beba HA ist derzeit die einzige verfügbare Säuglingsnahrung zur primären Prävention der Neurodermitis, deren Wirksamkeit durch gut designte randomisierte, kontrollierte, klinische Studien bewiesen und durch Metaanalysen untermauert ist und die zudem gut schmeckt und wirtschaftlich ist. Wichtig für die Präventionswirkung ist die strikte Verwendung von Beba HA.

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