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© Univ.-Klinik f. Kinder- und Jugendchirurgie Graz
Abb. 1: Tapeformen
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Abb. 2: Kinesiotaping bei Apophysitis calcanei

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Abb. 3: Sprunggelenksanlage

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Abb. 4: Die Behandlung mit Kinesiotapes ist bereits sehr verbreitet unter Profisportlern, die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen nimmt jedoch ebenfalls zu.

 
Kinder- und Jugendheilkunde 1. Oktober 2011

Kinesiotaping: einfach, schmerzlos und kostengünstig

Diese alternative Behandlungsstrategie von Sportverletzungen und chronischen Schmerz-zuständen im Kindes- und Jugendalter findet zunehmend Zuspruch.

Einleitung

In der kinderärztlichen Praxis sind Patienten mit posttraumatischen Schmerzzuständen oder chronischen Gelenks- bzw. Knochenschmerzen keine Seltenheit. Meist liegt bereits eine umfangreiche Abklärung vor, die kein eindeutiges morphologisches Korrelat zeigt. In diesen Fällen wird gerne eine temporäre Ruhigstellung der betroffenen Region in Kombination mit einem Nicht-Steroidalen Antirheumatikum (NSAR) verordnet. Obwohl mit dieser Strategie durchaus Therapieerfolge erzielt werden können, ist der Verlauf für die Kinder und Jugendlichen sowie deren Eltern oft unbefriedigend. Die Ruhigstellung führt zur Immobilität im Alltag und macht aufwändige Betreuung bis hin zur Abwesenheit in der Schule bzw. am Arbeitsplatz erforderlich. Die mehrtägige Einnahme von NSAR ist nicht frei von Nebenwirkungen.

 

In den letzten Jahren finden daher zunehmend alternative Behandlungsansätze Eingang in die „klassische“ Schulmedizin. Eine besonders breite Akzeptanz hat dabei die Behandlung mit Kinesiotapes erfahren. Dabei handelt es sich um farbige, elastische Klebebänder, die in Abhängigkeit von der Beschwerdesymptomatik im Bereich der betroffenen Körperregionen aufgeklebt werden. Besonders verbreitet ist diese Therapiemethode unter Profisportlern, die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen nimmt jedoch ebenfalls zu, da es sich um eine schmerzfreie Behandlung handelt, die sogar bei Säuglingen (z. B. Erb´sche Parese) mit Erfolg angewendet wird.

Dieser Artikel fasst die Erfahrungen der Abteilung für Kinderorthopädie an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie zusammen. Dabei wird das Hauptaugenmerk auf die Behandlung von akuten Sportverletzungen und chronischen Schmerzzuständen im Bereich des Stütz- und Bewegungsapparates gelegt.

Voraussetzungen

Voraussetzung für eine Therapie mit Kinesiotapes ist eine genaue ärztliche Untersuchung und der damit verbundene Ausschluss von Frakturen, Tumoren, rheumatischen Erkrankungen etc. Darüber hinaus ist es wichtig, die verschiedenen Anlagetechniken der Kinesiotapes zu beherrschen. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass Kinesiotaping bisher fast ausschließlich von Physiotherapeuten oder Laien angewendet wird, welche die schulmedizinischen Grundlagen für eine entsprechende (kinderorthopädische oder kindertraumatologische) Abklärung nicht oder nur unzureichend besitzen.

Die Tapes

Kinesiotapes sind spezielle atmungsaktive Baumwollbänder, die mittels wellenförmig aufgebrachten Acrylklebers an der Haut befestigt werden. Ähnlich der menschlichen Haut hat das Band eine Vorspannung von ca. zehn Prozent auf der Trägerfolie, die maximale Klebekraft wird nach ca. drei Stunden erreicht. Die Tragedauer beträgt meist drei bis fünf Tage. Hautreizungen durch den Klebstoff sind extrem selten, dennoch sollte vor einer neuerlichen Anlage ein Intervall von ein bis zwei Tagen abgewartet werden. Es sind weder Inhaltsstoffe in den Tapes enthalten, noch spielt die Farbe im Bezug auf die Materialeigenschaften eine Rolle; den Farben werden psychologische Effekte zugeschrieben wie sie in der „Chromotherapie“ bereits 1878 von dem Arzt Edwin D. Babitt „The Principles of Light and Color“ beschrieben wurden. Beispielshaft seinen die „klassischen“ Farben beim Kinesiotaping erwähnt. Diese sind Rot (mit einer Wellenlänge von 650-750 nm) und Blau (mit einer Wellenlänge von 420-490 nm).

Dem roten Tape wird eine Energie- zuführende, aktivierende Eigenschaft zugeschrieben, die vorwiegend dann eingesetzt wird, wenn die Kräfte geschwächt sind und zugeführt werden sollen. Das blaue Tape hingegen findet hauptsächlich Anwendung zur Beruhigung des Gewebes, zur Entspannung und Entkrampfung z. B. nach akuten Traumen.

Am Markt erhältlich sind Tapes in verschiedenen Farben und unterschiedlicher Breite. Nach unserer Erfahrung hat sich das 5 cm breite Tape (Standard) am Besten bewährt. Verschiedene Anlagearten korrespondieren mit unterschiedlichen Schnittmustern (Abb. 1). Dabei ist eine Teflon beschichtete Schere von Vorteil, da diese speziell bei häufiger Anwendung nicht so leicht mit dem Acrylkleber verklebt.

Anlagearten

Es werden hauptsächlich drei verschiedene Anlagearten verwendet, wobei auch Kombinationen möglich sind. Die Tapes werden hierzu je nach Einsatzgebiet in verschiedenen Formen zugeschnitten. (Abb. 1)

1. Die Muskelanlage

Die Diagnosestellung einer Muskel-Dysfunktion setzt die genaue Kenntnis der Anatomie (Ansatz/Ursprung und Verlauf der Muskulatur) voraus. Bei der Muskelanlage werden eine tonisierende und eine detonisierende Anlageform unterschieden, wobei in der Behandlung von Sportverletzungen bzw. Schmerzzuständen fast ausschließlich die detonisierende Anlage zur Anwendung kommt. Das Tape wird in diesem Fall vom Ansatz des Muskels bis zu dessen Ursprung angelegt. Dadurch wird eine Entlastung des betroffenen Muskels oder der betroffenen Muskelgruppen erreicht. Bei der Muskelanlage wird lediglich die Vorspannung des Tapes verwendet, ein zusätzlicher Zug am Tape soll aus unserer Sicht vermieden werden. Hauptanwendungsgebiet sind Muskelverspannungen, kleinere Muskelfaserrisse bzw. muskuläre Überlastungen, die sich durch Hartspann oder Schmerzen im Verlauf des Muskels äußern.

2. Die Lymphanlage

Insbesondere bei posttraumatischen Schwellungen und Hämatomen lassen sich mit der Lymphanlage gute Erfolge erzielen. Auch bei idiopathischem Gewebsödem ist diese Therapieform sehr hilfreich. Die Anlagetechnik folgt dem Verlauf der Lymphbahnen bis hin zum nächstgelegenen Lymphknotenpunkt (z. B. Leiste oder Axilla). Das Tape erfüllt dabei mehrere Aufgaben: Die Haut wird angehoben und vergrößert dadurch den Raum zwischen Haut und Faszie. Weiters wird bei jeder Bewegung die Eigenperistaltik der Lymphgefäße angeregt, was den Abfluss zusätzlich verbessert. Außerdem stellen die Lymphtapes eine Leitstruktur für das Abfließen von Gewebsflüssigkeit dar. Die Anlagetechnik ist ähnlich der Muskelanlage, allerdings werden die Tapes meist in dünnen, fächerförmigen Streifen aufgebracht. Dabei stellt der Lymphknotenpunkt die Basis der Klebeanlage dar, die Haut wird zusätzlich unter Vorspannung gebracht, um ein möglichst gutes Anheben der Gewebsstrukturen zu begünstigen.

3. Die Ligamentanlage

Die Ligamentanlage dient in erster Linie zur Stabilisierung und Entlastung von gelenksnahen Bindegewebsstrukturen. Daher ist bei dieser Anlagetechnik auch eine signifikante Vorspannung des Tapes nötig, die allerdings nicht am Anfang und Ende des Tapestreifens erfolgen darf, da sich das Tape ansonsten vorzeitig ablöst. Die Hauptanwendungsgebiete für die Ligamentanlage stellen Überlastungen von Bändern und Sehnen dar. Exemplarisch sei hier das Patella-Stress-Syndrom, der Mb. Schlatter, die Apophysitis calcanei und das Supinationstrauma erwähnt. Die Ligamentanlage wird häufig in Kombination mit anderen Anlagetechniken angewendet.

Weitere Anlageformen wie z. B. das Spacetape, die Faszienkorrektur und andere bleiben speziellen Fragestellungen vorbehalten und werden daher nicht im Detail diskutiert.

Einsatz an unserer Abteilung

An unserer Abteilung werden Kinesiotapes regelmäßig eingesetzt. Dabei werden die verschiedenen Anlagetechniken oft miteinander kombiniert.

Die häufigsten Anwendungsgebiete in der Kinderorthopädie bzw. Kindertraumatologie sind im Folgenden zusammengefasst

1. Der kindliche Fersenschmerz:

Kinder und Jugendliche werden oft mit Fersenschmerzen ohne eindeutige Trauma-Anamnese vorstellig. Diese Schmerzen treten typischerweise zwischen dem 8. und 13. Lebensjahr im Bereich der Ferse auf und werden besonders nach sportlicher Belastung beschrieben. Bei entsprechender Anamnese und Abklärung (im Röntgen kann eine fragmentierte Apophyse des Calcaneus zur Darstellung kommen- wobei auch hier das mögliche Vorliegen einer Normvariante beachtet werden sollte ) kann sich der Verdacht auf einen Morbus Sever im Bereich des Calcaneus erhärten. Andere Erkrankungen, wie z. B. Knochenentzündungen, lokale Infektionen oder Knochenzysten müssen ausgeschlossen werden. Zur Behandlung eines Mb. Sever (Apophysitis calcanei) stellt die Behandlung mit Kinesiotapes einen alternativen Behandlungsansatz dar, der ohne Nebenwirkungen und mit großer Akzeptanz angewendet werden kann.

Dabei wird mit den Tapes einerseits eine Entlastung der Achillessehne erreicht, andererseits wird die Wadenmuskulatur (Mm. Soleus und gastrocnemius) entspannt. Bei dieser Indikation werden die Muskelanlage und die Ligamentanlage in Kombination angelegt. (Abb. 2)

2. Morbus Schlatter

Der Morbus Osgood-Schlatter (juvenile Osteochondrose der Tuberositas tibiae ) ist ein ebenso häufiger Grund für eine Vorstellung beim Kinderarzt oder Kinderorthopäden. Meist sind Buben betroffen; das typische Patienten-Alter liegt für Mädchen zwischen 11 und 12 Jahren, für Burschen bei 13-14 Jahren. In Analogie zur Apophysitis calcanei ist der schmerzhafte Druck auf die Tuberositas tibiae wegweisend, die manchmal richtiggehend prominent erscheint. Die Schmerzen treten insbesondere nach Belastung auf.

 

Ziel der Behandlung mit Kinesiotapes ist einerseits die Entspannung des M. rectus femoris über eine entsprechende Muskelanlage (Die detonisierende Anlage soll den Muskel entspannen und dadurch den Zug auf die patellarsehne vermindern), das Ligamentum patellae wird mit einer Ligamenttechnik entlastet. Zusätzlich kann die Tuberositas tibiae mit einem Spacetape behandelt werden.

3. Postoperative oder posttraumatische Gewebsschwellung

Nach Operationen oder als Traumafolge finden sich immer wieder Schwellungen oder Hämatome im Bereich der Weichteile. Dabei entstehen Gewebsödeme entweder als Folge einer lokalen Weichteilschädigung oder eines gestörten Abflusses der Gewebsflüssigkeit z. B. durch eine Operationswunde. Ähnlich verhält es sich mit Hämatomen nach Prellungen, wobei das Ziel der Behandlung die Verbesserung des Abtransportes von freier Flüssigkeit (Serom) und Gewebsödem ist. Die manuelle Lymphdrainage ist eine seit Jahrzehnten bewährte Methode zur Steigerung des Gewebsabflusses. Der Effekt der Lymphdrainage beruht auf einer Anregung der Lymphperistaltik. In der Literatur zeigt sich dabei aber kein Vorteil einer Lymphdrainage gegenüber der Anwendung von Kinesiotapes; zusätzlich ist die Compliance der Patienten bei Anwendung von Kinesiotapes deutlich besser. Die Lymphanlage erfolgt, wie oben beschrieben, mit fächerförmig zugeschnittenen Tapes, die im Bereich eines Lymphknotenpunktes verankert werden. Bei der Lymphanlage sollte in jedem Fall vermieden werden, frische Wunden zu überdecken, da es beim Ablösen der Tapes zu starken Zugkräften kommen kann.

4. Sprunggelenksdistorsion

Eine Tapeanlage bei frischer Distorsion des oberen Sprunggelenkes trägt zur Stabilisierung des Gelenkes sowie zum beschleunigen Abtransport von Gewebsflüssigkeit aus dem traumatisierten Weichteilgewebe bei. Dabei kommt eine Kombination aus einer Lymphanlage und einer Ligamentanlage zum Einsatz (Abb. 3). Der Vorteil liegt in der Möglichkeit der frühfunktionellen Behandlung durch Stabilisierung des Sprunggelenkes trotz weitgehend erhaltenem Bewegungsumfang. Die Anwendung bleibt Patienten ohne Hinweis auf Bandruptur oder Fraktur vorbehalten, daher sollte gerade bei Sprunggelenksdistorsionen mit entsprechender Symptomatik (keine Belastung möglich, signifikante Schwellung, etc.) vor der Anwendung eines Kinesiotapes unbedingt eine adäquate klinische und radiologische Diagnostik durchgeführt werden.

5. Dysfunktionen im Bereich der Nacken- bzw. Paravertrebralmuskulatur

Im Kindes- und Jugendalter werden Verspannungen der Nacken bzw. Paravertrebralmuskulatur meist ohne zugrundeliegendes Trauma beschrieben. Die dabei auftretenden Schmerzzustände führen zu einer ausgeprägten Bewegungseinschränkung und zu einem deutlich tastbaren Muskelhartspann im Verlauf der betroffenen Muskelgruppen. In vielen Fällen berichten die Patienten, dass die Beschwerden aus dem Schlaf heraus aufgetreten sind (Torticollis). Dennoch müssen andere Pathologien wie z. B. lokale Infektionen, Tumoren, Knochenzysten, pathologische Frakturen etc. ausgeschlossen werden. Neben der signifikanten klinischen Symptomatik kann eine Rotationsfehlhaltung der Wirbelkörper oft als einziger pathologischer Befund erhoben werden. In diesen Fällen haben sich detonisierende Muskelanlagen (auf die Mm. trapezius, lev. scapulae und ggf. sternocleidomastoidei bzw. auf die paravertebrale Muskulatur) als hilfreich erwiesen, wobei die Schmerzsymptomatik innerhalb weniger Minuten nach der Anlage eine Besserung erfährt. Eine Ruhigstellung mittels weicher Schanzkrawatte ist nicht nötig, Schmerzmittel können eingespart oder überhaupt vermieden werden. Die Beschwerdefreiheit kann 24 bis 48 Stunden nach der Tape-Anlage erwartet werden.

Diskussion

Die Behandlungserfolge im Zusammenhang mit Kinesiotapes haben eine wissenschaftliche Evaluierung dieser Therapieform unumgänglich gemacht. Dabei ist der Wirkungsnachweis bei der Behandlung von Schwellungen und Lymphödemen eindeutig gelungen [1]. In unserer Praxis lässt sich ein positiver Effekt schon am nächsten Tag beobachten, die physiologischen Vorgänge scheinen beschleunigt abzulaufen. Die Tapes hinterlassen eindrucksvolle Impressionen der Haut im Abflussgebiet der zuvor ödematös geschwollenen Extremität und dokumentieren auch für den Patienten sichtbar den Rückgang der Schwellung.

 

Auch in der Rehabilitation bei Kindern wurden positive Effekte beschrieben [2]. Eine Verbesserung der Propriozeption wird in der Literatur kontrovers diskutiert [3]. Subjektiv berichten unsere Patienten über ein stabileres Gefühl der Extremität, es bessern sich der Gangablauf und die Gangsicherheit. In der Rehabilitation von Sprunggelenksdistorsionen und Unterschenkelfrakturen sehen wir ein großes Behandlungsfeld.

 

Ein nachweislicher positiver Effekt auf die Muskelkraft von Sportlern konnte nicht festgestellt werden [4]. Bei der Behandlung von funktionellen Störungen, wie z. B. der Patellaluxation scheint aber die Muskelansteuerung durch die Tapeanlage verbessert zu werden, da die Patienten sofort nach Tapeanlage ein stabileres Gefühl im Kniegelenk berichten und bewegungsabhängige Schmerzen an der Kniescheibe gebessert werden. Zur eindeutigen Evaluierung der Ergebnisse einer Behandlung mit Kinesiotapes und zur klaren Definition der Behandlungsindikationen sind allerdings noch weitere Studien mit größeren Patientenzahlen er- forderlich.

1 Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie Klinische Abteilung für Kinderorthopädie Medizinische Universität Graz

Literatur

 

1 Jae-Yong Shim, Hye-Ree Lee, Duk-Chul Lee. The use of elastic adhesive tape to promote lymphatic flow in the rabbit hind leg. Yonsei Medical Journal 2003:44 (6) 1045-152

2 Audrey Yasukawa, Payal Patel and Charles Sisung. Pilot Study: Investigating the Effects of Kinesio Taping® in an Acute Pediatric Rehabilitation Setting. American Journal of Occupational Therapy 2006 60 (1) 104-110

3 Travis Halseth, John W. McChesney, Mark DeBeliso, Ross Vaughn and Jeff Lien. The Effects of Kinesiotaping on Proprioception at the Ankle. Journal of Sports Science and Medicine (2004) 3, 1-7

4 Tieh-Cheng Fu, Alice M.K. Wong, Yu-Cheng Pei, Katie P. Wu, Shih-Wei Chou, Yin-Chou Lin. Effect of Kinesio taping on muscle strength in athletes—A pilot study. Journal of Science and Medicine in Sport 2008: 11 (2) 198-201

Zur Person
Dr. Andreas Thumfart
Studium der Humanmedizin in Graz
Ausbildungen in Chiropraxis, japanischer Akupunktur,
Manueller Medizin, Kinesiotaping, Atlasmedizin
Seit 2008 als Assistenzarzt an der Kinderorthopädie in Graz tätig.
Die kinderorthopädische Abteilung der Univ. Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie beschäftigt sich neben der klassischen operativen und konservativen Kinderorthopädie auch mit alternativen Strategien zur erfolgreichen Behandlung von Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates bei Kindern und Jugendlichen.
Fazit für die Praxis
Die Anwendung von Kinesio Tapes ist eine einfach zu erlernende, nicht schmerzhafte und kostengünstige alternative Behandlung, die insbesondere im Kindes- und Jugendalter zunehmend Zuspruch findet und nicht nur im Leistungssport angewendet werden sollte. Eine gewisse Placebowirkung kann in Einzelfällen nicht sicher ausgeschlossen werden.
Die Anwendung dieses Therapieverfahrens setzt jedoch eine genaue schulmedizinische Kenntnis der möglichen Pathologien und eine entsprechende Abklärung vor der Tapeanlage voraus.
Zur Verbesserung der Studienlage ist an unserer Abteilung eine prospektive Studie geplant. Mit dieser soll einerseits der abschwellende Effekt, sowie die Schmerzreduktion durch das Tape erfasst werden. Kinesiotaping könnte in das Standard- Repertoire der Behandlung von traumatologischen, orthopädischen und sportärztlichen Krankheitsbildern aufgenommen werden.

Andreas Thumfart, Johannes Schalamon, Matthias Sperl, Frank Schneider, Wolfgang Linhart1, Pädiatrie & Pädologie 3/2011

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