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Therapie des Asthma bronchiale bei Schulkindern

Montelukast erwies sich als bronchoprotektiv bei belastungsinduzierten Anfällen von Atemnot.

Periodische Exazerbationen des Asthma bronchiale werden in der Regel durch Trigger hervorgerufen, wie zum Beispiel Sport, Allergen- oder Kaltluftexposition. Belastungsasthma (exercise induced bronchoconstriction – EIB) stellt vor allem für Kinder ein Problem dar, da diese oft ungeplant an Aktivitäten teilnehmen, und limitiert die Alltagsaktivität, welche für eine ausgeglichene physische, psychologische und soziale Entwicklung wichtig ist.

Montelukast hat in früheren Studien gezeigt, dass es gegen EIB schützt, wenn es als Einzeldosis eine bis zwei Stunden vor dem Sport und am Ende des Dosierungsintervalls verabreicht wird, über zwei Tage oder täglich über einen Zeitraum von 12 Wochen. In Studien, welche Salmeterol, einen langwirksamen Beta-Agonisten, und Montelukast verglichen, zeigte sich eine vergleichbare protektive Wirkung nach Gabe einer Einzeldosis. Die Entwicklung einer Toleranz wurde bislang bei Langzeitbehandlung mit Salmeterol, mit oder ohne begleitende Corticoidtherapie, beobachtet, nicht jedoch bei Langzeitanwendung von Montelukast. Zudem wird bei Langzeittherapie mit Salmeterol ein reduziertes Ansprechen auf kurzwirksame Agonisten, die bei Belastungsasthma zum Einsatz kommen, beobachtet. Diese Toleranz wurde bei Montelukast nicht verzeichnet.

Die vorliegende, rezente Studie sollte einen Vergleich ermöglichen: Vier Wochen Behandlung mit Salmeterol vs. Montelukast, beide additiv zu inhaliertem Fluticason. Die Probanden waren sechs bis 14 Jahre alt und litten an persistierendem Asthma bronchiale und EIB. Evaluiert wurden sowohl der protektive Effekt gegen EIB, als auch das Ansprechen auf die notfallmäßige Gabe von kurzwirksamen Beta-Agonisten nach der Provokation durch Bewegung. Es handelt sich um eine randomisierte, doppelblinde, Doppel-Dummy-Multicenterstudie für die Dauer von vier Wochen. 30 Zentren in Europa, Asien, Mexico und Südamerika waren eingebunden.

Von den 154 eingetragenen randomisierten Studienteilnehmern finalisierten 145 die Studie. Montelukast bewirkte im Vergleich zu Salmeterol eine signifikante Reduktion des mittleren maximalen Prozentsatzes der FEV1 (10,6 % vs. 13,8 %; p = .009), der mittleren Area under the curve für die Dauer der ersten 20 Minuten nach Bewegung (116 % -min. vs. 168.8 % -min; p = .006) und der mittleren Zeit zur Erholung (6.0 vs. 11.1 Minuten; p = .04). Das Ansprechen auf Salbutamol als Notfallmedikation nach Bewegungsprovokation war unter Montelukast signifikant besser (p < .001). Montelukast und Salmeterol wurden generell gut vertragen.

Zusammenfassend zeigte die Studie, dass die Beherrschung des Belastungs- induzierten Asthma bronchiale und das Ansprechen auf Salbutamol als Notfallmedikation nach einer Bewegungs-Provokation bei den Probanden, welche einmal täglich 5 mg Montelukast erhielten, signifikant besser ausfiel als in der Vergleichsgruppe, die zweimal täglich 50 µg Salmeterol erhielt, wobei die Be- handlungsdauer in beiden Studiengruppen vier Wochen betrug. Die zusätzliche Gabe von Montelukast zu einem Therapieregime mit inhalierten Corticosteroiden bietet offenbar einen konsistenteren Schutz gegen Bewegungs-induzierte Anfälle von Atemnot als langwirksame Beta-Agonisten wie Salmeterol.

Quelle: Fogel R. B. et al „Effect of montelukast or salmeterol added to inhaled fluticasone on exercise-induced bronchoconstriction in children”; Ann Allergy Astha Immunol. 2010; 104:511-517

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