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Kinder- und Jugendheilkunde 1. Februar 2011

Funktionelle Elektrostimulation in Kombination mit Botulinum Toxin A zur Verbesserung der Handfunktion bei Kindern mit spastischer Hemiparese – eine Pilotstudie

HINTERGRUND: Kinder mit spastischer Hemiparese leiden häufig unter einer eingeschränkten Handfunktion. Gründe dafür sind Paresen, Spastizität sowie eine gestörte motorische Kontrolle. Ziel dieser Studie war die Effektivität der kombinierten Anwendung von funktioneller Elektrostimulation mit Botulinum Toxin A bei diesen Kindern zu untersuchen. DESIGN: Randomisiert, kontrolliert, Beobachter-geblindet, Pilotstudie. PATIENTEN: Kinder mit eingeschränkter Handfunktion aufgrund einer spastischen Hemiparese. INTERVENTIONEN: Die Einteilung erfolgte in zwei Gruppen: Die erste Gruppe erhielt eine kombinierte Behandlung von funktioneller Elektrostimulation mit Botulinum Toxin A, die zweite Gruppe wurde nur mit Botulinum Toxin A behandelt. Das Toxin wurde entsprechend der Klinik in die Armmuskulatur injiziert. Nach fünf bis sechs Tagen wurde mit der funktionellen Elektrostimulation der Hand- und Fingerextensoren begonnen. Die Behandlung erfolgte mittels Heimgerät zuhause und wurde zweimal täglich für 15 Minuten, über insgesamt drei Monate, appliziert. UNTERSUCHUNGSPARAMETER: Aktiver und passiver Bewegungsumfang, Muskeltonus, Muskelkraft und Funktionstests für Kinder. ERGEBNISSE: Sechs Kinder im Alter zwischen 7 und 17 Jahren mit spastischer Hemiparese wurden in die Studie eingeschlossen. In beiden Gruppen verbesserten sich der aktive und passive Bewegungsumfang, der Muskeltonus und die Muskelkraft nach 3 und 6 Monaten im Vergleich zur Ausgangsuntersuchung. Eine Verbesserung bei den Funktionstests zeigte sich nur in der Gruppe mit der kombinierten Behandlung. DISKUSSION: Die Kombination von funktioneller Elektrostimulation mit Botulinum Toxin A ist eine vielversprechende Therapieoption zur Verbesserung der Handfunktion bei Kindern mit spastischer Hemiparese.

Karin Pieber, Malvina Herceg, Franziska Wick, Martina Grim-Stieger, Günther Bernert, Tatjana Paternostro-Sluga, Wiener klinische Wochenschrift 3/4/2011

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