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Foto: wikipeduikipedia
RSV ist ein umhülltes RNA-Virus der Paramyxovirusfamilie.
 
Kinder- und Jugendheilkunde 5. Jänner 2011

RSV-Infektionen in Österreich

Saisonale Schwankungen – eine 16-Jahres-Analyse

Das Respiratory Syncytial Virus (RSV) ist die häufigste Ursache für schwere Infektionserkrankungen der unteren Atemwege bei Säuglingen und Kindern. Fast alle Kinder bis zum zweiten Lebensjahr durchlaufen eine RSV-Infektionserkrankung. Eine 16-Jahres-Analyse zeigt nun, dass ein wesentlicher Anteil der RSV-Infektionen in Österreich jedoch nicht innerhalb der Hochsaison stattfindet.

 

Die Daten zum Auftreten von RSV-Infektionen in Österreich erhoben die Autoren der an der Medizinischen Universität Graz durchgeführten Studie für den Zeitraum 1993 bis 2002 aus einer lokalen Datenbank, die Daten für 2003 bis 2009 aus einem elektronischen Monitorsystem („RSV-Hotline“). Beginn, Ende, Dauer und Gipfel der jeweiligen RSV-Saison wurden bestimmt. Als „Hochsaison“ galten definitionsgemäß die Monate November bis April. Lag der Gipfel zwischen November und Januar, bezeichneten die Autoren dies als „Frühsaison“, lag er zwischen Februar und April, als „Spätsaison“.

Zyklische Schwankungen

Im Studienzeitraum von 16 Jahren wurden insgesamt 1.579 Kinder (lokale Datenbank n=435, nationale Datenbank n=1.144) aufgrund einer RSV-Infektion stationär behandelt. Üblicherweise begann die Saison Mitte Oktober, hatte ihren Gipfel im März und endete im Mai. Allerdings traten RSV-Infektionen zu 23 Prozent (40 von 180 Monaten) außerhalb der Hochsaison, also von Mai bis September auf. Während dreier Saisonen wurden RSV-Infektionen das gesamte Jahr über beobachtet, sechs Saisonen verliefen zweigipfelig. Zwischen stärkeren und schwächeren Saisonen wurden zyklische Schwankungen beobachtet (mild-schwer und umgekehrt).

Risikokinder besonders gefährdet

Daten zur RSV-Epidemiologie sind bedeutsam für eine optimale Prophylaxe. Schon bei gesunden Kindern verläuft eine RSV-Infektion nicht immer banal und kann zur Hospitalisierung führen. Besonders gefährdet sind jedoch Kinder mit schweren chronischen Lungenerkrankungen (bronchopulmonaler Dysplasie), angeborenen Herzfehlern oder auch Frühgeborene. Vereinzelt kann bei diesen eine RSV-Infektion sogar tödlich enden. Mangels einer ursächlichen Therapie besteht nur die Option der symptomatischen Behandlung für RSV-Infektionen. Prophylaktisch erhalten gefährdete Kinder daher den monoklonalen Antikörper Palivizumab.

 

Quelle: Sommer C et al, Seasonal Fluctuations of the RSV Virus Infections in Austria: a 16-Year Analysis, Klin Padiat. 2010; 222: S54-S54.

Von Heike Thiesemann-Reith , Ärzte Woche 1 /2011

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