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Bei Kindern können falsche Dosierungen bei flüssigen Arzneien gefährlich sein.
 
Kinder- und Jugendheilkunde 8. September 2010

Falsche Dosis gefährdet Kinder

Selten gelingt es Eltern, flüssige Medikamente, die sie ihren Kindern verabreichen sollen, richtig abzumessen.

Wenn Kinder flüssige Medikamente einnehmen müssen, dann liegen viele Eltern hinsichtlich einer richtigen Dosierung oft falsch. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der University of Sydney. Werden einfach in der Küche vorhandene Löffel verwendet, kann es zu einer gefährlichen Überdosierung kommen, warnen die Forscher.

 

Viele Eltern sind nicht in der Lage, ihren Kindern flüssige Medikamente in der richtigen Dosierung zu verabreichen. Bei Kindern unter fünf Jahren ist das Risiko am größten. Für seine Erhebung testete das Team um Rebekah Moles 97 Erwachsene. Es zeigte sich, dass 61 Prozent der Eltern die falsche Dosis verabreichten.

Moles lud 97 Erwachsene zur Teilnahme an der Studie ein, die in Sydney eine Tagesstätte für Kinder unter fünf Jahren in Anspruch genommen hatten. Die Gruppe setzte sich aus 53 Müttern, sieben Vätern und Betreuungspersonal zusammen. Die Testpersonen wurden bei einer Reihe verschiedener Szenarien gefragt, was sie als Nächstes tun würden. Dazu gehörte zum Beispiel eine Fragestellung: Was tun, wenn das kleinste Kind sich heiß anfühlt und quengelig ist, aber immer noch Flüssigkeit zu sich nimmt, isst und spielt?

Rezeptfreie Medikamente wurden gemeinsam mit einer Auswahl an Löffeln und anderen Messhilfen zur Verfügung gestellt. Die Freiwilligen hatten zu entscheiden, wann sie ein Medikament verabreichten, und bestimmten auch die Dosis. Insgesamt gesehen, so Moles, hätten 61 Prozent die falsche Dosis verabreicht. Nur 75 Prozent waren in der Lage, die korrekte Dosierung festzulegen. Sieben Prozent hätten ein Medikament verabreicht, ohne Fieber zu messen. 48 Prozent hätten es auch bei weniger als 38 Grad gegeben. Nur 14 Prozent aller Teilnehmer waren in der Lage, in dieser Situation richtig zu handeln.

Moles berichtete bei einer Konferenz, dass fast die Hälfte der 119.000 Notrufe, die beim New South Wales Poisons Information Centre eingehen, unbeabsichtige Überdosierungen bei Kindern betreffen. 15 Prozent der Kinder müssen in der Folge ins Krankenhaus. Die Wissenschaftlerin betonte, dass sie erstaunt und besorgt darüber sei, dass Menschen glaubten, Medikamente seien sicher, nur weil sie ohne Rezept erhältlich sind.

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