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Kürzeres Training besser als intensiver Ausdauersport?

Ein Großteil des Ausdauertrainings wird im Schwimmsport im Gegensatz zur eigentlichen Wettkampfbelastung mit geringer Intensität und hohem Umfang absolviert. Dies wird in der Regel dadurch begründet, dass aerobes Training zu einer erhöhten Regenerationsfähigkeit bzw. Ermüdungswiderstandsfähigkeit im Sinne einer Verbesserung der sogenannten Grundlagenausdauer führt.

Aerobe Ausdauer

Jüngste Studien zu (hoch-)intensivem Training bei Erwachsenen belegen jedoch, dass in entsprechend kürzerer Trainingszeit ähnliche physiologische Anpassungen im Vergleich zu umfangsorientiertem Training erreicht werden können. Das gilt auch für die aerobe Ausdauerleistungsfähigkeit, eben die Grundlagenausdauer. Wissenschaftliche Studien zu (hoch-)intensivem Training mit Kindern im Schwimmsport sind bislang nicht publiziert. Das Ziel der Studie war es deshalb, die Effekte von umfangs- versus intensitätsbetontem Schwimmtraining im Kindesalter zu vergleichen.


Zum Vergleich der beiden Trainingskonzepte wurde ein 5-wöchiges Schwimmtraining mit 27 Kindern (MW: 11,5 ± 1,6 Jahre) in zwei Trainingsgruppen (intensiv vs. umfangsorientiert) durchgeführt. Vor und nach der Trainingsintervention wurde die maximale Sauerstoffaufnahme sowie die Leistung bei 4 mmol/L Laktat bestimmt. Im 50m-Becken wurde ein 2 km-Test, ein 100 m-Sprint mit Erfassung der Nachbelastungslaktatkinetik sowie ein 6 x 50 m-Test durchgeführt. Keiner der erhobenen physiologischen Parameter zeigte signifikante Unterschiede sowohl zwischen den Trainingsgruppen als auch im pre-post Vergleich.

Umfangsbetonte Trainingsstrategie

Diese Studie deutet darauf hin, dass die im Schwimmsport häufig angewendete umfangsbetonte Trainingsstrategie auch im Kindesalter nicht zwangsläufig einen Vorteil gegenüber (hoch)intensivem Ausdauertraining bietet. Bei intensivem Training wurden in vergleichsweise kürzerer Trainingszeit die gleichen physiologischen Effekte ohne Leistungseinbußen erzielt. Diese Zeitersparnis könnte einem deutlich höheren techno-motorischen Anteil im Training zu Gute kommen.

Billy Sperlich, Ilka Heilemann, Matthias Hägele, Simon Nitsch, Malte Krüger, Jennifer Wegrzyk, Markus Marées, Silvia Achtzehn, Christoph Zinner, Joachim Mester, Sport- und Präventivmedizin 2/2010

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