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Foto: photos.com
Babys trinken Bisphenol A aus dem Fläschchen.
 

Bisphenol A: Säuglinge am stärksten belastet

Die hormonaktive Substanz Bisphenol A ist in vielen Kunststoffen und Verpackungsmaterialien enthalten und gelangt so in den menschlichen Organismus. Besonders belastet sind Säuglinge, die Nahrung aus Polycarbonat-Fläschchen erhalten.

Der von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit bestimmte Grenzwert für die täglich tolerierbare Aufnahmemenge liegt derzeit bei 50 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht. In einer Expositionsanalyse wurde nun versucht, repräsentative Mittelwerte der täglichen Aufnahmedosis von Bisphenol A (BPA) in der Schweiz, in Deutschland und Österreich zu ermitteln. Es zeigte sich, dass Säuglinge und Kleinkinder am meisten BPA aufnehmen. Am stärksten sind Säuglinge betroffen, die Nahrung aus PC-Flaschen erhalten. Ihnen werden im Mittel 0,8 Mikrogramm BPA pro Kilogramm Körpergewicht über Fläschchen verabreicht. Diese Menge liege zwar weit unter dem gesetzlichen Mindestwert, aber in rezenten Studien hätten sich auch schon geringe Dosen schädlich auf die Entwicklung von Ratten ausgewirkt, sagt Studienautorin Dr. Natalie von Götz. Mit zunehmendem Lebensalter senkt sich die Exposition. Menschen, die sich viel über Konservendosen ernähren, ihr Essen in PC-Behältern in der Mikrowelle erwärmen oder gerade eine neue Zahnfüllung auf der Basis von Kunstharzen erhalten haben, sind vergleichsweise höheren Dosen von BPA ausgesetzt.

Quelle: Von Götz, N. et al.: Risk Analysis 2010; 30: 473-87, doi: 10.1111/j.1539-6924.2009.01345.x

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