zur Navigation zum Inhalt
© SALK/Unterhauser
Abb. 1:  Primarius Priv.-Doz. Dr. Leonhard Thun-Hohenstein
© SALK/Unterhauser

Abb. 2: Lesen als Therapie: Vielfach öffnet die Welt der Bücher neue Horizonte für die erkrankten Kinder- und Jugendlichen.

© SALK/Unterhauser

Abb. 3: Patienten erleben mit Kreativtherapien wieder mehr Selbstständigkeit.

© SALK/Unterhauser

Abb. 4: Die Klinik betreut Kinder- und Jugendliche nicht nur aus Salzburg, sondern auch aus dem angrenzenden Oberösterreich, Teilen der Steiermark und aus der Region sowie aus dem benachbarten Bayern. In all diesen Regionen ist keine adäquate kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung gegeben.

© SALK/Unterhauser

Abb. 5: Die Behandlung orientiert sich an den Wünschen und Anliegen der Kinder und Jugendlichen sowie ihrer wichtigsten Bezugspersonen. „Hilfe zur Selbsthilfe“ ist das Motto des Teams.

 
Kinder- und Jugendheilkunde 24. Februar 2010

Hilfe zur Selbsthilfe für Kinder und Jugendliche

Psychiatrie

Seit Dezember ergänzt die neue Tagesklinik das Angebot der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Salzburg.

Erwachsen werden stellt viele Kinder und Jugendliche vor anspruchsvolle Aufgaben und Erwartungen. Psychische Probleme und psychiatrische Erkrankungen belasten die kleinen und jugendlichen Betroffenen zusätzlich und erschweren ihre Entwicklung. Nicht selten leiden neben schulischen Leistungen auch zunehmend soziale Kontakte unter der psychischen Erkrankung.

Der 2008 zur Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie ernannte frühere Sonderauftrag der Salzburger Landeskliniken bietet psychiatrischen Patienten zwischen dem 6. und 18. Lebensjahr interdisziplinäre Behandlung und Hilfe zur Selbsthilfe. Neben der ambulanten und stationären Betreuung eröffnete am 3. Dezember 2009 die neu errichtete, farbenfrohe Tagesklinik. Damit erweitert die Uniklinik die bestehende psychiatrische Versorgung und machte ihr neues Angebot beim anschließenden Tag der offenen Tür erlebbar.

Erwachsen werden

Erwachsen zu werden stellt Kinder und Jugendliche häufig vor schwierige Aufgaben. Die Erwartungen, die an sie gestellt werden sind oftmals sehr hoch. In ihrem schulischen Alltag sollen sie möglichst viel Wissen und Kenntnisse für ihr späteres Leben erwerben. Ihre wenige freie Zeit ist zumeist mit zusätzlichem Sport- oder Musikunterricht oder anderen Kursen ausgefüllt. Möglichst viel zu lernen und kostbare Zeit nicht zu vergeuden, lautet das Motto unserer Gesellschaft. Dabei kommen zunehmend sowohl die seelische als auch die persönliche Entwicklung zu kurz. Durchzuatmen, Kind sein zu dürfen und sich beim Spielen ganz in seiner Fantasie zu verlieren, wird auch im kindlichen Alltag immer seltener. Kommen Belastungsfaktoren, wie zum Beispiel kranke Eltern, Misshandlung, Mobbing, Bullying oder Lernbeeinträchtigungen dazu, wird es umso schwieriger für die Kinder und Jugendlichen, und es kann zum Auftreten von psychischen Problemen und psychiatrischen Erkrankungen kommen.

In der Zeit des Heranwachsens kann es auch zu vorübergehenden psychischen Auffälligkeiten, sowohl im sozialen, als auch emotionalen Verhalten kommen. Ebenso können aber auch erste Anzeichen schwerer psychischer Erkrankungen auftreten, wie beispielsweise Angst- und Essstörungen.

Psychiatrische Behandlung

Die Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie behandelt kleine und jugendliche Patientinnen und Patienten zwischen dem 6. und 18. Lebensjahr mit akuten psychischen Erkrankungen, in psychiatrischen Notfallsituationen und Lebenskrisen. Das Aufgabengebiet der Uniklinik liegt hierbei in der Erkennung, Behandlung, Prävention, Rehabilitation und Begutachtung von psychischen, psychosozialen, psychosomatischen und entwicklungsbedingten Störungen und Erkrankungen sowie psychischen und sozialen Verhaltensauffälligkeiten. „Wir betreuen unsere Patientinnen mit einem interdisziplinären Team aus Ärzten, Psychologen, Psychotherapeuten und speziell geschulten Mitarbeitern der Pflege. Vertrauen, Geborgenheit und eine ganzheitliche individuelle Behandlung steht für uns im Mittelpunkt“, betont Priv.-Doz. Dr. Thun-Hohenstein, Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Die Behandlung orientiert sich an den Wünschen und Anliegen der Kinder und Jugendlichen sowie ihrer wichtigsten Bezugspersonen. „Wir bieten Hilfe zur Selbsthilfe an. Wir ermutigen unsere Patienten zu selbstständigen Problemlösungsverhalten. So geben wir Ihnen die nötige Freiheit und Wertschätzung, was sich wiederum sehr positiv auf langfristige Erfolge in der Therapie auswirkt“, ist der Vorstand der seit 2008 zur Uniklinik ernannten Abteilung überzeugt.

Großes Einzugsgebiet

Die Klinik betreut Kinder- und Jugendliche nicht nur aus Salzburg, sondern auch aus dem angrenzenden Oberösterreich, Teilen der Steiermark und aus der Region sowie aus dem benachbarten Bayern. „Dieses große Einzugsgebiet ergibt sich aus der Tatsache, dass in all diesen Regionen keine adäquate kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung gegeben ist“, erklärt Doz. Thun-Hohenstein das weitreichende Versorgungsgebiet. „Wir haben im Durchschnitt pro Jahr 250 bis 300 Aufnahmen. Die Kinder- und Jugendlichen bleiben bei uns ca. drei bis vier Wochen in Behandlung“, so Thun-Hohenstein weiter.

Neue Tagesklinik

Mit der feierlichen Eröffnung der Tagesklinik am 3. Dezember 2009 erweitert die Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie ihr Angebot. In der Tagesklinik werden zukünftig junge Menschen mit schweren Wahrnehmungs- defiziten, Verhaltensauffälligkeiten und emotionalen Schwierigkeiten, Depressionen, Ängsten bis hin zu schweren psychischen Störungen behandelt. In einem so genannten Miniteam aus einer Ärztin, Psychologin, Psychotherapeutin sowie eines Mitarbeiters der Pflege werden die entsprechenden therapeutischen Ziele mit dem Patienten vereinbart und behandelt.

 

Beim Tag der offenen Tür anlässlich der Eröffnung der Tagesklinik bestand für die Besucher die Möglichkeit, selbst und sinnesnah zu erleben, was es bedeutet, beispielsweise an einer Angststörung, einer Essstörung oder einem Hyperaktivitätssyndrom zu leiden. Alle Interessierten konnten in der neuen, farbenfrohen Tagesklinik Berührungsängste abbauen und die Philosophie der Klinik – „Hilfe zur Selbsthilfe“ – kennenlernen.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben