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Kinder- und Jugendheilkunde 9. Februar 2010

Keine „gesunde“ Bleibelastung für Kinder

Selbst eine geringe Konzentration kann mit organischen Problemen einhergehen.

Forscher der Johns Hopkins University, USA, untersuchten die Nierenfiltrationsrate von 769 gesunden Kindern und Jugendlichen zwischen zwölf und 20 Jahren. Außerdem bestimmten sie die Bleibelastung im Blut der Kinder. Bei 99 Prozent fanden die Wissenschaftler Bleiwerte unter 15 Mikrogramm pro Liter.

Die Nierenfunktion ermittelten die Tester sowohl anhand der Standardmethode mit Kreatinin als auch mit einem neueren und genaueren Test mit Cystatin C.

Schlechtere Nierenwerte

Kinder, deren Bleibelastung im oberen Viertel der Normalverteilung lag, hatten schlechtere Nierenfunktionswerte als Kinder mit geringerer Bleibelastung. Die Nierenfiltrationsrate war bei Teilnehmern mit über 29 Mikrogramm Blei im Blut um 6,6 Einheiten (Milliliter gefiltertes Blut pro Minute und adjustierter Körpergröße) niedriger als bei Teilnehmern mit weniger als zehn Mikrogramm Blei pro Liter Blut. Jede Verdopplung der Bleibelastung ging mit einer Senkung der Filtrationskapazität um 2,3 Einheiten bei den Jungen und 3,3 bei den Mädchen einher. „Möglicherweise drohen weitere Nierenprobleme, wenn die Kinder älter werden. Denn dann können noch zusätzliche Risikofaktoren für Nierenerkrankungen hinzukommen wie Bluthochdruck und Diabetes“, erklärt Studienleiterin Prof. Dr. Susan Furth. Die Autoren räumen aber ein, dass die in der Studie entdeckte Assoziation noch kein eindeutiger Beweis für eine ursächliche Beziehung zwischen Bleibelastung und Nierenfunktion sei.

Rückgang durch bleifreies Benzin

Die US-amerikanischen Centers for Disease Control (CDC) stuften Bleiwerte über 100 Mikrogramm pro Liter Blut als bedenklich ein. Nach der Einführung des unverbleiten Benzins ist die Bleibelastung zurückgegangen. Aktuelle Bleiquellen können etwa Bleistäube sein, die sich auf den Oberflächen von Obst und Gemüse anreichern, sowie Blei, das aus veralteten bleihaltigen Wasserrohren in das Trinkwasser gelangt. In der Studie der Johns Hopkins University werden für die USA auch noch bleihaltige Farben, Keramik-Glasierungen und Naturheilmittel als mögliche Quellen genannt.

 

 

Quelle: Gerson, A. C. et al.: Health-related quality of life of children with mild to moderate chronic kidney disease. Pediatrics 2010; doi: 10.1542/peds.2009-0085.

medizin-online.de/PH, Ärzte Woche 6 /2010

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