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Abb. 1: Fortbildung auf hohem Niveau

 
Kinder- und Jugendheilkunde 19. Jänner 2010

43. Pädiatrischer Fortbildungskurs Obergurgl

Gespräch mit Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Sperl, Tagungspräsident und Vorstand der Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Paracelsus Medizinische Universität Salzburg – SALK

Pädiatrie & Pädologie: Wir freuen uns, wieder mit Ihnen über den pädiatrischen Fortbildungskurs Obergurgl sprechen zu dürfen. Heuer findet dieser zum 43. Mal statt, und es scheint völlig unnötig, ihn zu bewerben: So bekannt und beliebt ist diese allwinterliche Tagung heute.

Sie sind 2010 wieder Kursleiter des Pädiatrischen Fortbildungskurses in Obergurgl. Ist der Kurs bereits ausgebucht, und seit wann?

Wolfgang Sperl: Wir sind jedes Jahr wieder aufs Neue überrascht über das große Interesse an unserem Fortbildungskurs. Ende Oktober war der Kurs bereits ausgebucht und wir mussten bereits eine Warteliste beginnen. Das Interesse zeigt, dass wir einfach auf dem richtigen Weg sind und eine attraktive wertvolle Fortbildung anbieten.

 

Gibt es ein Hauptthema?

Wolfgang Sperl: Es ist unser Bemühen, bei jedem Kurs die gesamte Pädiatrie mit allen Subdisziplinen breit abzubilden und hier jeweils führende, kompetente Referenten im deutschsprachigen Raum zu gewinnen. So ist es auch dieses Jahr ein Bogen, von der Neonatologie hin bis zur Psychosomatik und Jugendmedizin, den wir spannen.

 

Welche Themen sind derzeit an der Salzburger Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde aktuell? Welche im Rahmen der Tagung?

Wolfgang Sperl: Ein wichtiges Thema ist für uns derzeit die frühe Neurorehabilitation bei Kindern und Jugendlichen. Wir beginnen in Salzburg mit 2010 mit vier Betten und werden dann mit Fertigstellung des Kinderzentrumsgebäudes auf zehn Betten ausweiten. Es ist daher der neuropädiatrische Halbtag und auch die Ernährung beim behinderten Kind für uns sehr interessant und wichtig.

 

Wissenschaft und Praxis sind nicht leicht unter einen „Hut“ zu bringen. Welchen Anspruch hat der Fortbildungskurs Obergurgl?

Wolfgang Sperl: Fortbildung auf hohem Niveau hat die Aufgabe, wissenschaftlich relevante neue Aspekte, die sich in der Praxis bewähren werden, unter die Leute zu bringen. Es ist daher immer unser Ziel, ein Update in den jeweiligen Themengebieten anzubieten und die wissenschaftlich relevanten Neuigkeiten dabei einzubauen. Ich glaube, dass der Fortbildungskurs in Obergurgl idealerweise diese gute Mischung bietet. Daher ist der Kurs für die niedergelassenen Kinderfachärzte wie für Klinikärzte gleichermaßen wertvoll.

 

Der Festvortrag wird von Univ.-Prof. Dr. Jürg Lütschg, Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB), Schweiz, gehalten: „Die Kindheit im Wandel der Zeit.“ Ist die Pädiatrie ebenfalls einem Wandel unterworfen?

Wolfgang Sperl: Wir haben uns in der Pädiatrie unseren Kindern mit ihren Erkrankungen anzupassen. Da hat sich einiges im Laufe der Zeit geändert, von der Neonatologie mit Anstieg der Frühgeburtlichkeit und Mehrlingsgeburten bis hin zur Zunahme psychosomatischer Erkrankungen. Die Pädiatrie ist ein Lebensabschnittsfach der Humanmedizin und ist mit den vielen Subspezialitäten zu einem riesigen Fachgebiet herangewachsen, das an vielen Schnittstellen die Beziehungen zur Erwachsenenmedizin pflegt. Es ist vollkommen klar, dass die Kinder- und Jugendheilkunde die Kompetenz für alle relevanten Subspezialitäten aufgebaut hat. Der Wandel in der Pädiatrie ist die He- rausforderung der Subspezialisierung bei dem gleichzeitigen Erhalt der Zusammenschau des Gesamtfaches. Eine gute Zusammenarbeit mit den benachbarten Erwachsenendisziplinen, gerade im Bereich der Psychiatrie, der Neurologie, der Kardiologie, aber auch im Rahmen der Neonatologie/Perinatologie mit den Geburtshelfern ist wichtig, ebenso wie mit den besonders nahestehenden verwandten Disziplinen, wie der Kinder und Jugendpsychiatrie und der Kinderchirurgie. Hier braucht es sinnvolle Konzepte zur Zusammenarbeit und nicht der Konkurrenzierung.

 

Es gibt zunehmend sozio-ökonomische Probleme der Familien und psychosomatische Störungen, die Kinder betreffen. Was kann der Pädiater hier tun?

Wolfgang Sperl: Psychosomatische Störungen nehmen zu, sozio-ökonomische Probleme ebenfalls.

Die Kinder- und Jugendheilkunde muss hierfür Sorge tragen, Kinder und Familien eine entsprechende Versorgung anzubieten. Hier ist die Kinder- und Jugendpsychiatrie und auch die Kinder- und Jugendheilkunde mit einer integrierten Psychosomatik herausgefordert, komplementär zusammen zu arbeiten und eine gute, flächendeckende Versorgung anzubieten.

 

Ist Influenza A / H1N1 ein Thema Ihrer Tagung bzw. erwarten Sie Probleme im Zusammenhang mit der epidemischen Ausbreitung dieses Virus?

Wolfgang Sperl: Wir sind mitten in der Grippewelle, haben einige Sekundärkomplikationen gesehen, aber bisher keine ernsthaften dramatischen Probleme erlebt. Wir werden auf der Tagung ggf. ein Kurzreferat zum Thema halten. Es ist aber ohnehin so vieles in den öffentlichen und medizinischen Medien schon breitgetreten worden.

Wie steht es um die Interaktivität, um den fachlichen Austausch mit den Teilnehmern?

Wolfgang Sperl: Hier werden wir das erfolgreiche Abstimmsystem weiterführen und die Kursteilnehmer zur Interaktivität anregen. Außerdem wird am Ende ein Quiz bzgl. Gesamtkurs mit attraktiven Preisen durchgeführt, ebenfalls das bewährte „Röntgenquiz“ am Dienstag-Nachmittag und ein „Hautquiz“ am Freitag-Nachmittag. Zusätzlich achten wir bei den Vorträgen darauf, dass es einigen Raum zur Diskussion gibt. Die Interaktivität ist uns wichtig.

 

Welche Unterlagen stehen den Teilnehmern in Obergurgl heuer zur Verfügung?

Wolfgang Sperl: Auch hier sind wir im Angebot aus meiner Sicht sehr breit. Einerseits werden schriftliche Kursunterlagen zum Mitschreiben während der Vorträge den Teilnehmern ausgehändigt, es werden die gesamten Vorträge auf einer CD-Rom aufgezeichnet und den Teilnehmern zugesandt. Das hat sich in den letzten Jahren sehr bewährt.

 

Wie sehen Sie die Zukunft des Pädiatrischen Fortbildungskurses in Obergurgl?

Wolfgang Sperl: Wir werden den Kurs gerne in der bewährten Weise fortführen und hoffen, dass auch heuer wiederum eine erfolgreiche Tagung die beste Werbung für den nächstjährigen Kurs ist.

 

Vielen Dank für das informative Gespräch!

  • Frau Kinderärztin Helene Kressebuch, 06.09.2011 um 10:36:

    „Geehrte Damen und Herren, ich bin daran interessiert am nächsten Fortbildungskurs in Obergurgel teilzunehmen und würde gerne bereits jetzt die Woche in der Agenda reservieren. Findet ein nächster Kurs statt? Kennen Sie bereits die Themen? Wann findet der Kurs statt?
    Ich bin Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir diese Fragen beantworten können. Mit freundlichen Grüssen
    Dr.med.Helene Kressebuch,
    Via Franco Zorzi 36
    6500 Bellinzona-CH“

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