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Abb. 1: Akute Mittelohrentzündungen, die von Pneumokokken verursacht werden, sind bei kleineren Kindern der häufigste Grund für einen außerplanmäßigen Kinderarztbesuch
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Abb. 2: Der neue PCV-13-Impfstoff, der knapp vor der EMEA-Zulassung steht, enthält alle Serotypen, die aktuell von den PCV-7- und PCV-10-Impfstoffen abgedeckt werden.

 
Kinder- und Jugendheilkunde 18. Jänner 2010

Pneumokokken-Infektion

Moderne Impfstoffe bieten umfangreichen Schutz

Der neue PCV-13-Impfstoff steht kurz vor der EMEA-Zulassung.

Jährlich sterben weltweit etwa zwei Millionen Kinder an Erkrankungen, die durch Impfungen zu verhindern wären – auch in Österreich. „Bei etwa 70 Prozent aller tödlich verlaufenden Meningitiden können wir Pneumokokken als Verursacher identifizieren“, weiß Ass.-Prof. Dr. Hans-Jürgen Dornbusch, Graz, „und akute Mittelohrentzündungen, die von Pneumokokken verursacht werden, sind bei kleineren Kindern der häufigste Grund überhaupt für einen außerplanmäßigen Kinderarzt besuch.“

Konjugierte Pneumokokken-Impfstoffe könnten jedoch die meisten der bei uns vorkommenden krankheitsverursachenden Pneumokokken-Serotypen abdecken, fasst Dr. Maria Paulke- Korinek, Wien, zusammen. „Der bis vor kurzem einzige zur Verfügung stehende, 7-valente konjugierte Pneumokokken-Impfstoff PCV-7 bietet Schutz gegen zumindest 39 Prozent, der in diesem Jahr eingeführte PCV-10-Impfstoff gegen etwa 69 Prozent und PCV-13, der in Kürze von der EMEA zugelassen wird, gegen etwa 80 Prozent aller in Österreich isolierten Pneumokokken- Serotypen.“

Denn der neue PCV-13-Impfstoff, der knapp vor der EMEA-Zulassung steht, enthält alle Serotypen, die aktuell von den PCV-7- und PCV-10-Impfstoffen abgedeckt werden. „Zusätzlich jedoch baut der neue PCV-13-Impfstoff einen Schutz auch gegen die Serotypen 3, 6A und 19A auf“, so Prim. Univ.-Prof. Dr. Karl Zwiauer, St. Pölten. Es sei durchaus möglich, nach einer vollständigen oder teilweisen Grundimmunisierung mit dem 7-valenten Pneumokokken-Impfstoff das Impfschema mit PCV-13 fortzu- setzen (aufgrund gleicher Trägerproteine), um einen Schutz gegen möglichst viele Serotypen aufzubauen.

 

Kurzbericht: Lunchsymposium „P wie Bauen – Bauen für eine neue Generation“ im Rahmen der 47. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde am 01.10.2009 in Graz.

 

PRV02-1009

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