zur Navigation zum Inhalt
Foto: DEBRA Austria
Ein Sujet der erfolgreichen Werbekampagne, die eindrucksvoll darstellt, wie sich das Leben für ein Schmetterlingskind anfühlt.
 
Kinder- und Jugendheilkunde 17. November 2009

Die aufreibende Welt der Schmetterlingskinder

Patienten mit Epidermolysis bullosa erleiden bei geringsten Belastungen schwere Blasen und Wunden. Nach wie vor ist die angeborene Erkrankung unheilbar, die Patientenorganisation DEBRA sammelt Spenden, um die Forschung nach Heilmethoden voranzutreiben und das Leid der Betroffenen zu lindern.

Die erblich bedingte und derzeit noch unheilbare Krankheit betrifft rund 500 Menschen in Österreich und etwa 30.000 im europäischen Raum. Die Finanzierung der Aktivitäten der Selbsthilfegruppe Debra Austria erfolgt zur Gänze über Spenden. Mit einer der effizientesten Werbekampagnen Österreichs des Jahres 2008 konnte eine Spendensteigerung von 79 Prozent erreicht werden.

 

Bei Epidermolysis bullosa (EB) kommt es bereits nach geringsten Belastungen der Haut zu Blasen- und Wundbildung am ganzen Körper – nicht nur auf der äußeren Haut, sondern auch an den Schleimhäuten der Augen, im Mund, in der Speiseröhre, im Magen-Darm-Trakt, Urogenitaltrakt, in den Atemwegen und der Lunge. Zu den Begleitumständen der EB zählen Schmerzen durch offene Wunden, quälender Juckreiz, Narbenbildung, Verwachsungen der Finger und Zehen, schwere Karies mit häufigem Zahnverlust, Ernährungs- und Verdauungsprobleme sowie fallweise aggressive Hauttumoren. Menschen, die an Epidermolysis bullosa leiden, haben ein schweres, schmerzhaftes Leben, manchmal auch mit geringerer Lebenserwartung. „Schmetterlingskinder“ werden die jüngsten Betroffenen von Epidermolysis bullosa (EB) genannt, weil ihre Haut so verletzlich ist wie die Flügel eines Schmetterlings.

Null Budget

Die vor 14 Jahren gegründete Non-Profit-Organisation Debra Austria unterstützt sowohl die medizinische Versorgung von Betroffenen als auch die Forschung für eine baldige Heilung. Der Name der Organisation geht auf die Gründerin der weltweit ersten Patientenorganisation (1978) für Schmetterlingskinder, die kürzlich verstorbene Britin Phyllis Hilton, zurück, deren Tochter Debra mit der derzeit noch unheilbaren Erkrankung geboren wurde.

Angesichts der starken Kürzungen im Sponsoring war das erklärte Ziel, mit einer möglichst breiten Kommunikationskampagne das Spendenniveau von 2007 zu halten. Die von der Lowe GGK Werbeagentur konzipierte Kampagne startete im Oktober, um die Spendenfreudigkeit der Vorweihnachtszeit zu nützen. Mit einer Frauenzeitschrift als Kooperationspartner bekamen potenzielle Spenderinnen Blumensträuße, die auf den ersten Blick schön und auf den zweiten sehr stachelig waren.

Für die Werbung war keinerlei Budget vorhanden. Nur durch Kooperationen bewirkte man zahlreiche Schaltungen in Medien (Print, TV, Mailing, Online) mit äquivalenten Mediakosten von knapp 47.000 Euro. Die Patientenorganisation Debra Austria schaffte es gemeinsam mit Lowe GGK, mit null Kosten eine Spendensteigerung von 79 Prozent gegenüber demselben Zeitraum (Oktober bis Ende Dezember) des Jahres 2007 (eigener Anteil 2008: 246.368 Euro) zu erreichen.

Gewinner eines EFFIE-Awards

Die außerordentlich effiziente Werbekampagne war Gewinner des EFFIE 2008 in der Kategorie Soziales. Der EFFIE-Award wurde vom Austrian Chapter der International Advertising Association (IAA) in diesem Jahr bereits zum 25. Mal für effiziente Werbung und Marktkommunikation vergeben. Die erfolgreiche Epidermolysis-bullosa-Kampagne läuft mit immer neuen einprägsamen Sujets, die das subjektive Erleben und Leiden von Schmetterlingskindern nahe bringen, weiter.

Kasten:
DEBRA Austria
Am Heumarkt 27/3, A-1030 Wien

www.schmetterlingskinder.at

Spendenkonto DEBRA Austria: PSK 90.000.096 (BLZ 60.000)
Spenden sind rückwirkend ab 1.1.2009 steuerlich absetzbar.

DEBRA Austria/MSW, Ärzte Woche 47 /2009

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben