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Kinder- und Jugendheilkunde 9. November 2009

Rotavirus-Impfung: erste Erfolge werden sichtbar

ESPID 2009

Die Rotavirus-Inzidenz bei Österreichs Säuglingen ist deutlich gesunken.

Seit Juli 2007 ist die generelle Impfung gegen Rotaviren für alle Säuglinge im Alter von sechs Wochen bis zu sechs Monaten Bestandteil des österreichischen Impfplans. Die Durchimpfungsrate ist seitdem auf 85 Prozent angestiegen, und erste Erfolge werden sichtbar, wie aus einem Poster von Paulke-Korinek et al., präsentiert auf der ESPID, 2009 (1) hervorgeht.

Methode:

Von Januar 2001 bis Dezember 2008 sind Daten zu Rotavirus-Gastroenteritiden (RV-GE) im Rahmen einer Sentinel- Erhebung generiert worden, welche etwa ein Drittel der pädiatrischen Betten in Österreichs Spitälern erfasst. Eingeschlossen wurden alle Kinder und Jugendlichen bis zu einem Alter von 15 Jahren, die in einer österreichischen Kinderklinik behandelt wurden und an RV-GE erkrankt waren.

Ergebnisse:

Von Januar 2001 bis Dezember 2007 sind jedes Jahr durchschnittlich 4.500 Kinder aufgrund einer RV-GE ins Spital eingewiesen worden. Im vergangenen Jahr (2008) wurden jedoch nur noch 2.900 Kinder mit RV-GE stationär behandelt. Insbesondere die Inzidenzrate bei Kindern unter einem Jahr sank von durchschnittlich 2.100 pro 100.000 (2001-2006) auf 1.450 pro 100.000 im Jahr 2007 und 600 im vergangenen Jahr. Auch bei Kindern im zweiten Lebensjahr war ein Rückgang erkennbar: von 1.850 pro 100.000 (2001-2007) auf 1.350 im vergangenen Jahr. Die RV-GE-Inzidenz bei älteren Kindern änderte sich nicht.

Fazit:

Bereits kurz nach Einführung der generellen Säuglingsimpfung ist eine drastische Abnahme der RV-GE-Inzidenzraten bei Kindern unter zwei Jahren zu beobachten. Die Erfahrungen in Österreich decken sich mit den bekannten Daten aus den USA, aber auch aus Queensland (Australien)(2) und aus Belgien(3) wurden im Rahmen der ESPID vergleichbare Rückgänge um grob die Hälfte beobachtet, die Durchimpfungsraten lagen um die 80 Prozent. Während in Queensland wiederum die Unter-2-Jährigen profitierten, galt diese Beobachtung in Belgien sogar für Kinder bis fünf Jahre.

 

Heike Thiesemann-Reith Literatur

 

 

(1) M. Paulke-Korinek, P. Rendi-Wagner, M. Kundi, R. Kronik, H. Kollaritsch: The effect of a national vaccination program on the incidence of rotavirus-gastroenteritis-associated hospitalisations in Austria. Poster präsentiert im Rahmen des 27. Treffens der European Society for Paediatric Infectious Diseases (ESPID), 9.-13. Juni 2009, Brüssel

 

(2) S.B. Lambert, C.E. Faux, L. Hall, F.A. Birrell, K.V. Peterson, C.E. Selvey, T.P. Sloots, M.D. Nissen, K. Grimwood: Early evidence for direkt and indirect effects of the infant rotavirus vaccine program in Queensland, Australia. Poster präsentiert im Rahmen des 27. Treffen der ESPID, 9.-13. Juni 2009, Brüssel

 

(3) D. Strens, J. van Schoor, B. Standaert: To investigate the effect of paediatric vaccination on rotavirus disease burden in Belgium

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