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Abb. 1: Kinder sind offen und lernen spielerisch. Die gesunde Ernährung ist ein wichtiges Thema.
 
Kinder- und Jugendheilkunde 9. November 2009

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr!

Der Grundstein für eine ausgewogene Ernährung muss in der Kindheit gelegt werden.Ein Mangel an Vitamin D und Calcium durch einseitige Diät, unzulängliche Sonnenexposition oder gestörte intestinale Resorption führt zu Demineralisation des Skeletts, und diese wiederum zu frühzeitigem Erreichen der Frakturschwelle (Osteopenie, Osteoporose).

Die Frakturprophylaxe sollte bereits bei Kindern und Jugendlichen beginnen. Diese erreichen ihre individuelle, genetisch determinierte, maximale Knochendichte nur mit einer ausreichenden Vitamin-D-Versorgung. Durch eine geeignete Vitamin-D- und Calciumsubstitution kann der Knochenmasseverlust gebremst oder sogar verhindert werden.

Der österreichische Ernährungsbericht aus dem Jahr 2008 bestätigt, dass die Aufnahme einiger Mikronährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente in allen Bevölkerungsgruppen, vor allem bei Kindern und Jugendlichen, zu niedrig ist (Elmadfa et al., 2008).

Früh übt sich….

Der Grundstein für eine ausgewogene Ernährung muss schon früh gelegt werden. Deshalb sollten Eltern eine gesunde Ernährung vorleben und bei ihren Kindern von Anfang an konsequent einführen. Kleine Kinder ahmen ihre Bezugspersonen nach und lernen so, bewusst zu essen und sich gesund zu ernähren. Sie erwerben damit einen ungezwungenen und wertschätzenden Umgang mit der Nahrung sowie wichtiges Basiswissen für ihr Leben.

Die Heranwachsenden durchlaufen später eine schwierige Phase, die Pubertät. Während dieser Zeit achten sie nicht mehr besonders auf gesunde Ernährung. Das in den Kindestagen erworbene Wissen geht allerdings nicht verloren, denn Untersuchungen zeigen, dass sich viele Jugendliche nach der Zeit der Rebellion wieder ihrer Kenntnisse besinnen: Sie kehren meist zu der erlernten gesunden Ernährungsweise zurück.

Die Calciumbilanz

Im Kindes- und Jugendalter ist der Calciumbedarf erhöht. Bei negativer Calciumbilanz reagiert der Organismus unabhängig von den Ursachen mit einem Anstieg des Parathormons und einer Reduktion der Kalzurie. Ein relativer Calciummangel kann zu einem langsamen Abbau der Knochenmasse und neben anderen lebensstilassoziierten Faktoren zu einem deutlichen Anstieg des Osteoporose-Risikos beitragen. Die Calciumbilanz wird nicht nur durch ungenügende Calciumzufuhr, sondern auch durch Beeinträchtigung der Calciumresorption oder durch erhöhte renale Verluste empfindlich gestört, wobei dies nur auf Kosten des Skeletts kompensiert werden kann.

 

Es gibt bestimmte Nahrungsmittel, welche die Einlagerung von Calcium in den Knochen unterbinden können (Tabelle 1). Lebens- und Genussmittel, die selbst keinen nennenswerten Calciumgehalt aufweisen und die Calciumaufnahme beeinträchtigen, sollten gemieden oder nur selten bzw. in geringen Mengen verzehrt werden.

Calcium und Vitamin D

Calcium und Vitamin D sind metabolisch aufeinander angewiesen, um die nötige Festigkeit der Knochen gewährleisten zu können. Die positiven Wirkungen einer ausreichenden Calcium- und Vitamin-D Versorgung für die Knochengesundheit sind klar dokumentiert, so dass vom Säuglingsalter an über Kindheit und Jugend bis ins hohe Alter auf die Zufuhr einer der jeweiligen Altersgruppe entsprechenden Menge zu achten ist. Hauptquellen für Vitamin D in der Nahrung sind Milch und Milchprodukte, Eidotter, Seefisch und Innereien; die wichtigsten Calciumlieferanten sind Milch und Milchprodukte.

 

Insgesamt haben die Globalisierung des Lebensmittelhandels, der Einsatz nährstoffschonender Zubereitungstechniken sowie die Nährstoffanreicherung von Lebensmitteln zu einer Verbesserung der Versorgungssituation geführt. Generell sind eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung als notwendige Maßnahmen zum Erhalt der Knochengesundheit anzusehen.

Bei diesbezüglich unzureichenden Voraussetzungen stellt die entsprechende Substitution eine Option dar. Eine Anhebung des Verzehrs von Milch und Milchprodukten sowie mit Calcium und Vitamin D angereicherten Lebensmitteln ist eine alternative Möglichkeit.

Wenn es etwa aus diätetischen Gründen nicht möglich ist, den Calcium- und Vitamin-D-Bedarf zu decken, ist die Einnahme von Supplementen zu empfehlen. Altersspezifische Risikogruppen sind Kinder und Jugendliche, die aufgrund des Knochenwachstums einen erhöhten Bedarf haben, sowie ältere Personen, bei denen Vitamin-D-Mangelzustände weit verbreitet sind.

Fruchtzwerge: jetzt mit Vitamin D und mehr Calcium

Fruchtzwerge von Danone sind ein Frischmilchprodukt, welches mit Calcium und Vitamin D angereichert ist. Seit der letzten Rezepturänderung im Mai 2009 enthalten zwei Becher Fruchtzwerge doppelt so viel Calcium wie Milch und Joghurt. Sie decken somit den Tagesbedarf von vier- bis sechsjährigen Kindern zu rund einem Drittel ab. Ebenso enthalten zwei Becher Fruchtzwerge im Vergleich zu Milch oder Joghurt mehr als zehnmal so viel Vitamin D. Sie decken damit rund ein Viertel des empfohlenen Tagesbedarfs ab. Auch der Fettstoffwechsel bleibt im Lot: Der Fettgehalt der Fruchtzwerge entspricht dem von Vollmilch.

 

Fruchtzwerge stellen eine wohlschmeckende Zwischenmahlzeit dar, welche im Rahmen einer gesunden Ernährung und gemeinsam mit ausreichend Bewegung zum gesunden Knochenwachstum von Kindern beiträgt.

Tabelle 1 „Calciumräuber“ (eine Auswahl)
Fleisch- und Wurstwaren
Schmelzkäse
Kochkäse
Fertiglebensmittel mit Phosphatzusätzen
Kakaopulver
Schokolade
Kochsalz (übermäßig)
alkoholische Getränke
Cola-Getränke
Rauchen
Adaptiert nach: Dachverband der Osteoporose-Selbsthilfegruppen; Initiative Lebensbasisknochen, Memorandum 2/2006

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