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Mortalität und Nierenversagen bei Frühgeborenen

ZIEL: Erhebung von Patienten-charakteristika und Mortalitätsrisiko von intensivpflichtigen Frühgeborenen mit Nierenversagen mit besonderem Augenmerk auf Frühgeborene mit extrem niedrigem Geburtsgewicht. DESIGN: Retrospektive Studie mit Beschreibung des 5-Jahres-Outcome von Frühgeborenen, die im Jahre 2002 an der neonatalen Intensivstation betreut wurden, und die postnatal ein Serumkreatinin ≥1.5 mg/dl und/oder eine Harnausscheidung <1 ml/kg/h zeigten. SETTING: Tertiary Care Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, AKH, MUW Wien. PATIENTEN: 16 von 359 Frühgeborenen erfüllten die Einschlusskriterien (9 männliche, 7 weibliche). Das mittlere Gestationsalter betrug 30 (24 bis 36) Wochen, bei einem medianen Geburtsgewicht von 811,5 g (588 bis 2662 g). ERGEBNISSE: Die häufigsten Ursachen für das Nierenversagen waren Sepsis und ischämische Prozesse. Das therapeutische Management war konservativ mit Ausgleich des Elektrolyt- und Wasserhaushaltes, sowie Diuretika und Dopamin. Elf Neugeborene (69%) mit Nierenversagen verstarben im Multiorganversagen. Neugeborene mit eingeschränkter Harnausscheidung, höherem Score für Organversagen und niedrigerem Geburtsgewicht hatten ein höheres Risiko zu versterben. Neugeborene mit einem extrem niedrigem Geburtgewicht hatten einen höheren Score für Organversagen (p < 0,05). KONKLUSION: Oligurie/Anurie, Multiorganversagen und Unreife sind signifikante Risikofaktoren für Mortalität bei Frühgeborenen mit Nierenversagen. Es sind allerdings mehr Studien und/oder Datenerhebungen notwendig, um zu erkennen, ob diese Neugeborenen "mit" oder "am" Nierenversagen verstarben, und ob durch Dialyse in dieser speziellen Population eine Verbesserung der Prognose möglich ist.

Dagmar Csaicsich, Nina Russo-Schlaff, Agnes Messerschmidt, Manfred Weninger, Arnold Pollak, Christoph Aufricht, Wiener klinische Wochenschrift

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