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ÖGKJ-Archiv
 
Kinder- und Jugendheilkunde 21. September 2009

Was wird aus unseren Kindern und Jugendlichen…..?

Gespräch mit Univ.-Prof. Dr. Wilhelm Müller, Tagungspräsident der 47. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde und Vorstand der Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde Graz

 

Lieber Herr Professor Dr. Müller, wir freuen uns, mit Ihnen über die diesjährige Tagung der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde sprechen zu dürfen. Nach der letzten Tagung, welche gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin in München stattfand, veranstalten Sie nun wieder eine nationale Tagung in Graz.

Wie liefen die Vorbereitungen zur Tagung?

 

Wilhelm Müller: Es freut mich sehr, nach dem Jahre 2000 auch heuer wieder die Jahrestagung der ÖGKJ ausrichten zu dürfen. Nachdem die jährliche Fortbildungstagung „Pädiatrischer Frühling“ ein organisatorischer Fixpunkt unseres Teams ist, bedeutet dies einerseits, dass wir viel „know how“ in die Kongressplanung einbringen können und somit auch die Organisation nicht an eine Kongressfirma abgeben müssen, andererseits aber auch eine deutliche Mehrbelastung.

Das Kongresssekretariat musste mitten in der Zeit der Vorbereitungen für beide Veranstaltungen neu besetzt werden, zusätzlich spürten wir aber auch die Krise am Finanzmarkt in der Kooperation mit der Pharmaindustrie, die zuerst nur sehr zögerlich an einer Teilnahme interessiert war, schlussendlich aber hoch motiviert auf den Zug „Kinderärztekongress in Graz“ aufsprang. Mit Stolz können wir auf eine große Industrieausstellung und acht Satellitensymposien hinweisen. Wie schon die Jahre zuvor, gibt es wieder eine Zusammenarbeit mit der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendchirurgie und erstmals mit der Österreichischen Gesellschaft für Prä- und Perinatale Medizin, die beide je einen Halbtag wissenschaftliches Programm beitragen. Zusätzlich findet sich eine wissenschaftliche Sitzung der Arbeitsgruppe Kinderurologie der Österreichischen Gesellschaft für Urologie im Programm.

 

Woran orientierte sich die Themenwahl für den Kongress?

 

Wilhelm Müller: Den aktuellen Anforderungen der Kinder- und Jugendheilkunde gerecht zu werden, bedeutet, die Breite des Faches mit allen Spezialisierungen und Subdisziplinen darzustellen. Dafür haben wir den Fortbildungscharakter der Veranstaltung in den Hintergrund gestellt (dazu gibt es eine eigene Fortbildungstagung der ÖGKJ im November, in Feldkirch in Vorarlberg) und bieten in fünf Hörsälen die ganze wissenschaftliche Bandbreite unseres Faches. Wichtig war uns auch die bereits erwähnte Zusammenarbeit mit anderen Gesellschaften und Gruppierungen, als Beispiel sei auch die wissenschaftliche Sitzung der Arbeitsgruppe pädiatrische Sonographie genannt. Die Breite und Spezialisierung der Kinder- und Jugendheilkunde zeigt sich auch an der Tatsache, dass am ersten Kongresstag 22 Arbeitsgruppen der Gesellschaft tagen.

 

Der Kongress hat das Motto „Was wird aus unseren Kindern und Jugendlichen…..?“ Welche Themen möchten Sie besonders hervorheben?

 

Wilhelm Müller: In den letzten Jahren ist man in vielerlei Hinsicht dem „Langzeit-Outcome“ unserer Patienten nachgegangen und hat festgestellt, dass hierbei viele Fragen noch offen sind. Viele dieser Fragen können wir zum jetztigen Zeitpunkt noch nicht beantworten, in manchen Bereichen zeigen sich eindrucksvoll die Probleme unserer ehemaligen Patienten im Erwachsenenalter. Ein Problemzeitraum stellt hier für alle chronischen Erkrankungen mit Dauermedikation die Zeitspanne der Pubertät dar. Andere Erkrankungen, wie angeborene Herzfehler mit ein oder mehreren Korrekturoperationen, zeigen erst im Langzeitverlauf über mehrere Jahrzehnte, welche Probleme sich bei einer nicht vollständigen anatomischen Korrektur ergeben, sodass jetzt eigene Ambulanzen für Patienten mit angeborenen Herzfehlern in der Erwach- senenkardiologie notwendig werden.

 

Wissenschaft und Praxis – wo liegt für Sie der Fokus der Tagung, wo gibt es Neues?

 

Wilhelm Müller: Die jährlich stattfindende Tagung unserer Gesellschaft muss immer dem Spagat zwischen rein klinischer Forschung und der Vermittlung des aktuellen Wissens an die niedergelassene Kollegenschaft gerecht werden. Dieser Spagat ist nie ganz für alle befriedigend zu machen. Der Transition des Kindes und Jugendlichen ins Erwachsenenalter nachzuspüren, ist sicherlich ein spannendes Unterfangen, sowohl für den Spitalsarzt wie auch für die/den in der Praxis tätigen Kollegin/Kollegen. Diese Transition gibt uns auch ein wichtiges Feedback für unsere Therapien und neue Therapieansätze hinsichtlich ihrer Langzeittauglichkeit und eventueller Verbesserungsnotwendigkeiten. Die neonatale und allgemeinpädiatrische Intensivmedizin haben in den letzten Jahren das Überleben von immer mehr extrem kleinen Frühgeborenen wie auch lebensbedrohlich erkrankten Kindern und Jugendlichen möglich gemacht. Monoklonale Antikörper in immer unüberschaubarerer Menge erobern sich ihren Stellenwert in der Behandlung von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, rheumatischen oder hämato-/ onkologischen Erkrankungen im Kindesalter, sodass wir zunehmend auf solche Tagungen und die Expertise der Vortragenden angewiesen sind, um die aktuelle „state of the art“ Behandlung unserer Patienten zu gewährleisten.

 

Möchten Sie ein Thema oder eine Veranstaltung besonders hervorheben?

 

Wilhelm Müller: Entsprechend den Subspezialitäten der Pädiatrie ist es schwer, nur ein Thema herauszugreifen. Was wird aus unseren psychosomatisch erkrankten Kindern und Jugendlichen mit ihren Essstörungen, seelischen Krisen, den Kindern mit ihren Alkohol- und Drogenexzessen? Was wird aus Kindern nach schwerster Verbrennungskrankheit mit Narben und Deformationen nach außen aber auch seelischer Natur? Was wird aus unseren Herzfehlerpatienten? Wird es bald immer weniger Herzfehler geben, die operiert werden müssen, da moderne Herzkatheterinterventionen Lücken und Gefäßverbindungen nichtoperativ verschließen und bereits künstliche Herzklappen implantieren können? Was wird aus der immer größer werdenden Zahl an Kindern und Jugendlichen mit Asthma bronchiale und Allergien, was nehmen die Kinder ins Erwachsenenalter mit? Wie lange kann ein jugendlicher Diabetiker Sekundärkomplikationen seiner Grunderkrankung hintanhalten und ein Leben wie andere gesunde Erwachsene führen? Machen die Erfolge der Neugeborenenmedizin auch ein lebenswertes selbständiges Leben im Erwachsenenalter möglich? Lassen sich die Erfolge der kindlichen Leukämiebehandlung auch auf andere hämatoonkologische Erkrankungen übertragen, und können wir Sekundärmalignome verhindern oder Langzeitfolgen der Chemo- und Strahlentherapie mindern? Dies sei nur eine Auswahl an Themen, die hier angesprochen werden. Und unsere kritischen Fragen führen wiederum zu weiteren Fragen, sodass wir uns heute schon auf die nächsten Kongresse der ÖGKJ freuen dürfen.

 

Neben den klassischen Postern wird es heuer für Diplomanden und Dissertanten erstmals die Möglichkeit geben, ihre Arbeiten zu präsentieren. Welche Zielsetzung verfolgen Sie damit?

 

Wilhelm Müller: Die Tagung der ÖGKJ hat schon immer als Podium für Jungforscher und Ärzte und Ärztinnen in Ausbildung gedient. So war es nur eine logische Konsequenz, dass versucht werden soll, die im neuen Curriculum notwendige Di- plomarbeit, welche für beide Seiten (Universitätslehrer und Studierende) einen nicht unbeträchtlichen Arbeitsaufwand darstellt, nicht nur in einer internationalen medizinischen Zeitschrift zu veröffentlichen, sondern auch im wissenschaftlichen Rahmen eines Kongresses vorzubringen. Der wohlwollende Rahmen der österreichischen Kinder- und Jugendärzte soll hierbei auch erste Berührungsängste der Jungmediziner nehmen und Interesse an pädiatrischer Forschung beim Einen oder Anderen wecken.

 

Wird es wieder eine Preisverleihung der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde geben?

 

Wilhelm Müller: Auch heuer gibt es wieder drei Preise für die beste klinische, experimentelle und onkologische Arbeit. Es freut uns natürlich, dass ein Preisträger von der Grazer Kinderklinik kommt. Insgesamt ist heuer ein sehr hohes Niveau pädiatrischer Arbeiten mit Veröffentlichung in hochrangigen internationalen Zeitschriften zu beobachten, der mittlere Impactfaktor der drei Arbeiten liegt bei beachtlichen 17.3 Punkten.

 

Gibt es Neues in der Facharztausbildung Pädiatrie?

 

Wilhelm Müller: In der Novelle zur Ärzteausbildungsordnung 2007 wurden sechs pädiatrische Zusatzfacharztausbildungen festgeschrieben. Diese neuen Zusatzfächer waren:

  • Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin/Pädiatrische Intensivmedizin und Neonatologie
  • Pädiatrische Kardiologie
  • Pädiatrische Hämatologie/Onkologie
  • Neuropädiatrie
  • Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie
  • Pädiatrische Pulmonologie

Leider wurden Pädiatrische Gastroenterologie, Hepatologie und Ernährung sowie Pädiatrische Nephrologie nicht in die Novelle zur Ausbildungsordnung mit hineingenommen; allerdings ergaben Gespräche mit Gesundheitsminister Alois Stöger und Vertretern der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (Ständige Kommission der ÖGKJ im BM für Gesundheit) ein durchaus positives Ergebnis, dass Pädiatrische Gastroenterologie, Hepatologie und Ernährung sowie Pädiatrische Nephrologie in der nächsten Novelle der Ausbildungsordnung als Additivfächer realisiert werden könnten. Weitere pädiatrische Spezialgebiete wie Schlafmedizin, Infektiologie, Rheumatologie und andere mehr sind als so genannte Spezialisierungen im Rahmen der Spezialisierungsordnung der Österreichischen Ärztekammer eingereicht.

Es steht für mich völlig außer Streit, dass die Etablierung pädiatrischer Subdisziplinen in unseren Universitätskliniken und Zentralkrankenhäusern und spiegelbildlich dazu in der bestehenden Ausbildungsordnung zu einer eindeutigen Verbesserung der klinischen Patienten- betreuung und des wissenschaftlichen Erfolges unseres Fachgebietes beige- tragen hat.

 

Ist die Komplementärmedizin auch in der pädiatrischen Praxis ein Thema, befasst sich die Wissenschaft und befasst sich die Tagung damit?

 

Wilhelm Müller: Wie überall in der gesamten Medizin spielt die Komplemen- tärmedizin auch eine Rolle in der Kinder- und Jugendheilkunde. Am besten in ihrer Wirksamkeit überprüft ist hierbei die Akupunktur aus der traditionellen chinesischen Medizin. Dazu gibt es auch immer wieder Veröffentlichungen in renommierten medizinischen Fachzeitschriften. Aktuell laufen an der Klinischen Abteilung für Neonatologie in Graz Untersuchungen der Wirksamkeit der Laserakupunktur beim neonatalen Drogenentzugssyndrom, andere Indikationen sind in Diskussion. Bei mehr als 200 wissenschaftlichen Beiträgen zu unserer Tagung fand sich diesbezüglich jedoch kein Abstrakt.

 

Was wünschen Sie sich für Ihre Tagung?

 

Wilhelm Müller: Was sich jeder Veranstalter wünscht: Volle Hörsäle und eine rege Diskussion unter der Kollegenschaft, eine spürbare Freude, in unserer schönen historischen Altstadt tagen zu können, und den Wunsch zu wecken nach weiteren Tagungen dieser Art bei den nachkommenden Generationen.

 

 

Vielen Dank für das interessante Gespräch!

  • Herr Doctor Nabil Deeb, 23.01.2011 um 14:23:

    „Menschenrecht auf Gesundheit gilt auch für die Menschen in GAZA-Streifen .


    Nabil DEEB
    Arzt – Physician – Doctor
    PMI-Ärzteverein e.V.
    53140 Bonn


    Das wichtigste völkerrechtliche Abkommen zum Schutz des Rechts auf Gesundheit ist der Internationale Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (UN-Sozialpakt), an den fast alle Länder der Welt ( = 189 Staaten ) auch Deutschland seit 1973 gebunden ist.

    Diesem Pakt zufolge versteht man das Recht auf Gesundheit als das Recht eines jeden Menschen auf das für ihn bzw. sie erreichbare Höchstmaß an körperlicher und geistiger Gesundheit (UN-Sozialpakt, Artikel 12 Absatz 1). Dies verpflichtet den Staat, die Vorraussetzungen zu schaffen, die für eine Person „im Krankheitsfall den Genuss medizinischer Einrichtungen und ärztlicher Betreuung sicherstellen“ (UN-Sozialpakt, Artikel 12 Absatz 2 d).

    Im Sinne des UN-Sozialpakts eröffnet das Recht auf Gesundheit einen Anspruch auf Zugang zur bestehenden Infrastruktur der öffentlichen Gesundheitsversorgung. Das Recht auf Gesundheit soll ohne Diskriminierung gewährleistet werden, die Leistungen der gesundheitlichen Versorgung müssen für die Betroffenen bezahlbar sein. Die rechtliche Möglichkeit allein, gleichberechtigten Zugang zu haben, reicht allerdings nicht aus. Vielmehr soll der Zugang auch tatsächlich (de facto) gewährleistet werden. Das ist nicht der Fall, wenn die Betroffenen von der Wahrnehmung dieses elementaren Rechts in aller Regel wegen strukturell bedingter Hürden absehen.

    Menschenrechte sind unveräußerliche Rechte. Sie sind grundsätzlich statusunabhängig .

    Der Gesundheitszustand eines Menschen ist von elementarer Bedeutung für ein Leben in Würde.

    Allgemeine Erklärung der Menschenrechte Resolution 217 A (III) vom 10.12.1948 :

    Artikel 12 :

    Niemand darf willkürlichen Eingriffen in sein Privatleben, seine Familie, seine Wohnung und seinen Schriftverkehr oder Beeinträchtigungen seiner Ehre und seines Rufes ausgesetzt werden. Jeder hat Anspruch auf rechtlichen Schutz gegen solche Eingriffe oder Beeinträchtigungen.

    In der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte wird in Art. 25 ganz konkret das Recht auf ärztliche Versorgung und Absicherung im Krankheitsfall festgehalten.

    Diesem Pakt zufolge versteht man das Recht auf Gesundheit als das Recht eines jeden Menschen auf das für ihn bzw. sie erreichbare Höchstmaß an körperlicher und geistiger Gesundheit (UN-Sozialpakt, Artikel 12 Absatz 1). Dies verpflichtet den Staat, die Vorraussetzungen zu schaffen, die für eine Person „im Krankheitsfall den Genuss medizinischer Einrichtungen und ärztlicher Betreuung sicherstellen“ (UN-Sozialpakt, Artikel 12 Absatz 2 d).

    Im Sinne des UN-Sozialpakts eröffnet das Recht auf Gesundheit einen Anspruch auf Zugang zur bestehenden Infrastruktur der öffentlichen Gesundheitsversorgung. Das Recht auf Gesundheit soll ohne Diskriminierung gewährleistet werden, die Leistungen der gesundheitlichen Versorgung müssen für die Betroffenen bezahlbar sein. Die rechtliche Möglichkeit allein, gleichberechtigten Zugang zu haben, reicht allerdings nicht aus. Vielmehr soll der Zugang auch tatsächlich (de facto) gewährleistet werden. Das ist nicht der Fall, wenn die Betroffenen von der Wahrnehmung dieses elementaren Rechts in aller Regel wegen strukturell bedingter Hürden absehen.

    Menschenrechte sind unveräußerliche Rechte. Sie sind grundsätzlich statusunabhängig und gelten daher auch uneingeschränkt für Frauen, Männer und Kinder. Der Gesundheitszustand eines Menschen ist von elementarer Bedeutung für ein Leben in Würde.

    Im Jahr 2000 haben 189 Staaten in den Millennium Development Goals (MDG) eine klare Aussage zu den globalen Gesundheitszielen getroffen und eine Kehrtwende in der globalen Gesundheit gefordert.

    UNO Menschenrechtsabkommen Pakt I (Sozialrechte) :

    Art. 12: «(1) Die Vertragsstaaten erkennen das Recht eines jeden auf das für ihn erreichbare Höchstmass an körperlicher und geistiger Gesundheit an.
    (2) Die von den Vertragsstaaten zu unternehmenden Schritte zur vollen Verwirklichung dieses Rechts umfassen die erforderlichen Massnahmen
    (a) zur Senkung der Zahl der Totgeburten und der Kindersterblichkeit sowie zur gesunden Entwicklung des Kindes;
    (b) zur Verbesserung aller Aspekte der Umwelt- und der Arbeitshygiene;
    (c) zur Vorbeugung, Behandlung und Bekämpfung epidemischer, endemischer, Berufs- und sonstiger Krankheiten;
    (d) zur Schaffung der Voraussetzungen, die für jedermann im Krankheitsfall den Genuss medizinischer Einrichtungen und ärztlicher Betreuung sicherstellen.


    Solange Menschen und ihre Regierungen nicht in ihrem Herzen und in ihrem Geist als Gleiche miteinander umgehen, werden die internationalen Dokumente wie die sog. „“ Allgemeine Erklärung der Menschenrechte „“ in unserer Wissenschaftsgesellschaft nicht viel ändern.!!!


    Die Leukämie und die traumatischen Verletzungen im toxischen Krieg gegen die Menschen in GAZA-Streifen mit abgereichertem Uran :-

    In vielen Regionen der Welt sind die Kinder bei politischen Unruhen und Kriegen zu militärischen Waffen ausgesetzt.

    Bei der o. g . Studie „“ Trends in Childhood Leukemia in Basrah, Iraq, 1993–2007 „“ konnten die amerikanischen Kollegen auch beweisen, erhöhte Erkrankungen der Kinder an Leukämie bei der verbreiteten Verwendung von Munition mit abgereichertem Uran stark ausgeprägt sind.


    Abgereichertes Uran im sinnlosen , massivsten chemonuklearen Krieg gegen den GAZA-Streifen :-

    Urangeschosse wurden im palästinensischen GAZA-Streifen von den israelischen Besatzungstruppen gegen den GAZA - Streifen eingesetzt .

    Zu den zahlreichen Palästinenser, die kurz vor Kriegsende in Gaza getötet wurden, gesellt sich die entweder durch die Auswirkungen von Abgereichertem Uran (Depleted Uranium, DU) oder durch kombinierte Ursachen bewirkte ständig zunehmende Anzahl von Kranken und Toten, es sind hauptsächlich Kinder und Jugendliche.

    Der Ausbruch der Krankheit kann im Fall von DU-Vergiftung bis zu 50 Jahre auf sich warten lassen, die derzeitigen Zahlen sind erst der Anfang.

    Die Auswirkungen von DU erstrecken sich auf eine Dauer von bis zu mehreren tausenden Jahren, sind also nie mehr wieder rückgängig zu machen ( nach der Literatur ) .

    Auf dem gesamten GAZA- Territorium, sind die Gewässer, die Luft, die Vegetation und die Tiere bereits schwer vergiftet. Und was die Menschen betrifft, so schnellen die Erkrankungen und die Todesfälle mit unglaublicher Geschwindigkeit in die Höhe.

    Wirkung der Munition aus abgereichertem Uran :-

    Uran ist eines der Elemente mit dem höchsten spezifischen Gewicht bzw. der höchsten Dichte.

    Gesundheitsschäden durch abgereichertes Uran :-

    Erkranken können alle Lebewesen - nicht nur Menschen, - die mit der Uranmunition und dem Uranoxidstaub in Berührung kommen: Rüstungsarbeiter bei der Produktion der Munition, Soldaten beim Transportieren, dem Lagern und beim Verschießen der Munition, alle Lebewesen im Einsatzgebiet und alle Lebewesen, die Nahrungsmittel aus dem Einsatzgebiet konsumieren, weil das Uran auch über die Nahrungskette in die Körper gelangt.

    Uranoxidteilchen von 2,5 µm Größe kann niemand sehen, riechen oder schmecken. Wenn mit der Nahrung Uranpartikel aufgenommen werden, können nur 0,2% durch den Darm in den Körper gelangen, der Rest wird mit den Exkrementen ausgeschieden.

    Hauptsächlich werden Uranoxidteilchen eingeatmet, gelangen in das Lungengewebe und dadurch in das Blut. Sie sind in den Körperflüssigkeiten nur sehr schwer löslich. Sie werden überwiegend im Skelett eingelagert, das als Langzeitdepot dient.

    Die „biologische „Halbwertzeit“ ist die Zeit, in der die Hälfte des aufgenommenen Urans wieder ausgeschieden ist. Sie ist auf jeden Fall länger als ein Jahr.

    Über die Blutbahn gelangt das Uran in die Leber und die Nieren, wo es die Zellen vergiftet. Die akute Gesundheitsschädigung besteht in einer chemischen Vergiftung durch das Schwermetall Uran, ähnlich wie bei einer Cadmium- oder Bleivergiftung, nur reicht schon eine wesentlich geringere Menge dafür aus. Bei fortgesetzt gleichmäßiger Abgabe von geringen Mengen Uran aus dem Knochenspeicher wird die nierenschädigende Wirkung anderer Umweltgifte, denen wir ausgesetzt sind, verstärkt.

    Die akute Schwermetallvergiftung durch Uran führt zu Funktionsstörungen von Nieren und Leber, bis zum tödlichen Funktionsausfall. Die geschädigte Leber ist nicht in der Lage, die Eiweißsynthese und den notwendigen kolloidosmotischen Druck aufrechtzuerhalten, so tritt das Wasser in den Bauchraum aus. Die geschädigte Niere ist nicht in der Lage, das Wasser auszuscheiden.

    2. Gesundheitliche Schäden durch niedrige Strahlendosis :-

    Die chronische Uranvergiftung führt zu einem AIDS-ähnlichem Immundefekt oder zu Krebserkrankungen, insbesondere Leukämie. Auch natürliche Radioaktivität verursacht eine gewisse Anzahl von Krebserkrankungen, denn es gibt keine unschädliche Niedrigstrahlung. Da das Uran in den Knochen eingelagert wird, ist dort der Ausgangspunkt der schwachradioaktiven Strahlung. Das Gewebe, das in -Strahlen am nächsten liegt, ist das Knochenmark, das Organ, inaReichweite der dem die Blutzellen und die Immunzellen gebildet werden. Wird dieses Immun- und Blutbildungsorgan radioaktiv verstrahlt, kommt es zu einer schweren Form der Blutarmut (aplastische Anämie), zu Krebserkrankungen wie Leukämie oder anderen bösartigen Neubildungen oder zum Immundefekt. Folgen des Immundefektes sind schwerste Verläufe von Masern und Kinderlähmung, Salmonellen- und Wurmerkrankungen, Herpes- und Zosterbildungen.

    Beim Hautkontakt mit abgereichertem Uran kommt es zu schlecht heilenden Wunden mit schmerzlosen Geschwüren. Sie sind deshalb schmerzlos, weil die schmerzempfindenden und -leitenden Sinnes- und Nervenzellen zerstört worden sind.

    Schließlich wird durch das abgereicherte Uran eine genetische Schädigung verursacht. Es kommt zu einer Häufung von Fehlgeburten, Totgeburten und Geburten lebensunfähiger Kinder.

    Von uranvergifteten Eltern wurden Kinder mit folgenden angeborenen Mißbildungen lebend geboren :-

    • Hydrocephalus mit Hirnnervenstörung und Schwachsinn
    • Phokomelie, einer ausgeprägten Mißbildung der Extremitäten wie nach Contergan
    • fehlende Knorpelbildung der unteren Extremitäten
    • Fehlbildung eines Beines mit Greiffunktion einer Hand
    • Fehlbildung, Zusammenwachsen der Finger und der Zehen
    • Lippen-Kiefer-Gaumenspalte
    • Abdominalspalt
    • Spina bifida, Spaltbildung der Wirbelsäule.

    Während des Zweiten Weltkrieges war im Oktober 1943 durch Deutschland eine großflächige Radioaktivität in die Kriegführung eingeplant. Auf diese Zeit geht wohl auch die Entwicklung „besonderer Geschosse“ zurück. Die US-Spionage hatte hiervon allerdings Kenntnis erhalten.

    D.U.-Geschosse wurden von den alliierten Truppen im Golfkrieg 1991 erstmalig angewandt, mit verheerenden Wirkungen und Folgen.


    Menschenrecht auf Gesundheit gilt auch für die Menschen in GAZA-Streifen .

    Human right to health also applies to the people of Gaza Strip.

    Droit à la santé de l'homme s'applique également à la population de la bande de Gaza.

    Människors rätt till hälsa gäller också för människorna i Gaza.



    Literatur :-

    1. Veröffentlichungen des Deutschen Instituts für Menschenrechte
    http://www.dimr.eu/questions.php?questionid=174 ;

    2. Veröffentlichungen der Ärzteorganisation „Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges“ (IPPNW).;

    3. Internationale Presseveröffentlichungen in verschiedenen Sprachen ;

    4. Zahlreiche Internationales Recht – und Medizin-Fachliteratur ;
    4 . International study confirms doubling of childhood leukemia rates in southern Iraq,
    , "Trends in Childhood Leukaemia in Basrah, Iraq (1993-2007), published in the American Journal of Public Health , American Journal of Public Health, 10.2105/AJPH.2009.164236. ;
    5. Rest der Literatur beim Verfasser


    Mit freundlichen kollegialen Grüßen

    Ihr

    Nabil DEEB
    Arzt – Physician – Doctor

    PMI-Ärzteverein e.V.
    Palästinamedico International Ärzteverein – ( P M I ) e.V.
    Palestine Medico International Doctors Association ( P.M.I.) registered association

    Department of Medical Research
    Département de la recherche médicale

    P.O. Box 20 10 53
    53140 Bonn – Bad Godesberg / GERMANY

    e.mail:


    PS.:

    Bei Anforderung von Literatur wenden Sie sich bitte an meine o. g . Adresse in 53140 Bonn.“

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