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Foto: Buenos Dias/photos.com
Die Menge an erhältlichen Informationen macht niemanden zum mündigen Patienten. Unabhängige Stellen müssen die Spreu vom Weizen trennen.
 
Kinder- und Jugendheilkunde 16. September 2009

Online: Pro und contra HPV-Impfung

Eine evidenz-basierte Website hilft Patientinnen bei der Entscheidung.

Im Auftrag einer deutschen Krankenkasse hat das Wiener Ludwig-Boltzmann-Institut für Health Technology Assessment (LBI-HTA) eine interessensunabhängige, evidenz-basierte Entscheidungsgrundlage zur HPV-Impfung erstellt.

Die öffentliche Diskussion rund um das Thema HPV-Impfung verläuft häufig emotional und einseitig. Nicht nur für junge Mädchen ist es schwer, objektive Informationen über das Für und Wider der Immunisierung zu erhalten und zu verstehen. Hier soll nun ein vom LBI-HTA erstelltes Programm Abhilfe schaffen, indem es interessensunabhängige, evidenz-basierte Informationsgrundlagen über Nutzen und Risken der HPV-Impfung sowie über Vor- und Nachteile des Screenings für die Zielgruppe – junge Mädchen und deren Eltern – verständlich darstellt. Im Sinne des „Shared-decision-making“ sollen junge Mädchen und ihre Eltern in die Lage versetzt werden, die Wirksamkeit der Impfung hinterfragen und beurteilen zu können.

Bislang erhältliche Berichte zum Thema wiesen deutliche Defizite auf, die eine Vergleichbarkeit mit anderen Gesundheitsrisiken verunmöglichten: So wurden etwa Häufigkeit und Mortalität des Gebärmutterhalskrebses nur in vier bis 16 Prozent der Texte in Relation zu anderen malignen Erkrankungen gesetzt. Auf die trotz Impfung weiterhin notwendige Vorsorge wurde nur in acht Prozent verwiesen.

Wie unterschiedlich das Informationsbedürfnis innerhalb der Zielgruppe war, zeigte eine Erhebung des Informationsstands bei Jugendlichen und Erwachsenen. Diesem kann das interaktive Programm gerecht werden: Es wurden zwei Informationsteile „Erkrankung“ und „Impfung“ mit je acht Hauptseiten und bis zu 26 Zusatzseiten erarbeitet. In der anschließenden Zusammenfassung können die einzelnen Punkte individuell („spricht dafür/dagegen/hat keinen Einfluss“) bewertet werden.

Eine externe Evaluierung wird zeigen, wie sehr die Entscheidungshilfe die Betroffenen dabei unterstützen kann, sich ein Bild der aktuellen Datenlage zu machen und Verantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen.

 

www.hpv-entscheidungshilfe.de bzw. www.aok.de/portale/ bundesweit/hpv/

PH/LBI-HTA, Ärzte Woche 38 /2009

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