zur Navigation zum Inhalt
 

Stressbelastung von 2–8-jährigen Kindern und deren Eltern infolge erstmaliger und wiederholter Mikti

HINTERGRUND: Invasive Prozeduren wie die MCU bedeuten für Kinder und Eltern eine hohe Stressbelastung. Ziel der vorliegenden Studie war es, zu untersuchen, ob sich die Stressbelastung von Kindern und deren begleitenden Eltern bei erstmaliger und wiederholter Miktionszystourethrographie (MCU) unterscheidet. Darüber hinaus sollte die Beziehung zwischen elterlichem Verhalten (das kindliche Coping förderndes und den kindlichen Distress förderndes Verhalten), elterlicher Stressbelastung und kindlicher Stressbelastung bei erstmaliger und wiederholter MCU untersucht werden. METHODIK: In einer prospektiven Studie wurde das Distressverhalten von 31 Kindern im Alter von 2 bis 8 Jahren bei wiederholter MCU untersucht. Eine Parallelstichprobe von 31 Kindern mit erstmaliger MCU diente als Kontrollgruppe. Kindliches und elterliches Verhalten während der MCU wurde von drei unabhängigen Beobachtern mittels einer standardisierten Beobachtungsskala (CAMPIS-R, Blount et al.) kodiert. Die Kinder beurteilten ihre Stressbelastung anhand einer Gesichterskala. Eltern und Radiologen schätzten die kindliche Stressbelastung anhand einer visuellen Analogskala ein. Ergänzend schätzten die Eltern ihre eigene Stressbelastung ebenfalls auf einer visuellen Analogskala ein. ERGEBNISSE: Kinder mit wiederholter MCU unterscheiden sich in ihrer Stressbelastung nicht von Kindern mit erstmaliger MCU, die elterliche Stressbelastung ist jedoch bei wiederholter MCU signifikant geringer. In beiden Gruppen findet sich eine signifikante positive Korrelation zwischen Distress förderndem Verhalten der Eltern und kindlichem Distress, sowie zwischen elterlicher Stressbelastung und kindlichem Distress. Zwischen Coping förderndem Verhalten der Eltern und kindlichem Distress bzw. elterlicher Stressbelastung konnten in keiner der beiden Gruppen signifikante Korrelationen gefunden werden. Elterliche Stressbelastung und Distress förderndes Verhalten der Eltern waren nur bei wiederholter MCU signifikant positiv korreliert. Im Coping und Distress fördernden Verhalten der Eltern zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen erstmaliger und wiederholter MCU. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die kindliche Stressbelastung ist bei wiederholter MCU vergleichbar hoch wie bei erstmaliger MCU. Obwohl die elterliche Stressbelastung bei wiederholter MCU geringer ist, erweist sich das spontane Verhalten der Eltern als ineffektiv bzw. sogar kontraindiziert zur Verringerung der kindlichen Stressbelastung. In einem nächsten Schritt sollten weiterführende Studien zu effizienten Beratungs- und Trainingsprogrammen für Eltern und Kinder bei wiederholter MCU folgen.

Sabine Völkl-Kernstock, Michaela Felber, Alfred Schabmann, Nicole Inschlag, Lisa Karesch, Elisabeth Ponocny-Seliger, Max H. Friedrich, Wiener klinische Wochenschrift

Volltext dieses Beitrags / entire article auf SpringerLink

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben