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Fast die Hälfte der Eltern gab in einer britischen Umfrage an, dass für die Kaufentscheidung der Preis und das Aussehen wichtiger waren als die Qualität der Brille. Dabei muss eine gute gar nicht teuer sein.
 
Kinder- und Jugendheilkunde 25. August 2009

Kinderaugen müssen vor Sonne geschützt werden

Eine Umfrage ergibt: Fast ein Drittel der Kleinen besitzt keine Sonnenbrille, und nur ein Viertel trägt sie auch.

Drei von vier Eltern gefährden das Augenlicht ihrer Kinder, indem sie sie der Sonne ohne entsprechenden Schutz aussetzen. 29 Prozent der Eltern kaufen ihren Kindern erst gar keine Sonnenbrille, so das Ergebnis einer britischen Umfrage.

 

An der Umfrage des Londoner College of Optometrics nahmen 2.000 Personen teil. 76 Prozent der Eltern gaben an, ihre Kinder keine Sonnenbrille aufsetzen zu lassen, bevor sie an die Sonne gehen. Von jenen Befragten, die Sonnenbrillen kauften, schauten 46 Prozent in erster Linie auf den Preis und erst in zweiter auf den Schutz. Nur ein Viertel kaufte Sonnenbrillen eines zuverlässigen Herstellers. Bis zu 80 Prozent der schädlichen UV-Strahlenexposition findet vor dem 18. Lebensjahr statt.

Ganz anders sieht das Ergebnis punkto Hautexposition aus: 43 Prozent der Eltern sagten, sie würden darauf achten, die Dauer des Aufenthalts an der Sonne zu begrenzen, und 76 Prozent versicherten, dass sie in der warmen Jahreszeit ihre Kinder nur mit aufgetragenem Sonnenschutzmittel ins Freie lassen.

Kumulatives Risiko

Vor allem hellhäutige und helläugige Menschen sollten laut den Experten immer gute Sonnenbrillen tragen, wobei diese nicht teuer sein müssen: Sie empfehlen, dunkle Brillen mit einer CE-Kennzeichnung zu erwerben, um erforderliche Qualitätsstandards sicherzustellen. Billige Sonnenbrillen ohne UV-Filter sind sogar gefährlicher für die Augen als der Verzicht auf eine Sonnenbrille, denn die Pupillen weiten sich, wodurch mehr schädliche Strahlen ins Auge gelangen.

Das Risiko ist darüber hinaus kumulativ: Je mehr UV-Strahlung ein Mensch ausgesetzt ist, desto größer ist auch das Risiko – die UV-Strahlen können die Netzhaut und die Linse schädigen und zu langfristigen Schädigungen führen. Erkrankungen wie der Katarakt und die altersbedingte Makuladegeneration stehen unter anderem damit in Zusammenhang. Eltern sollten daher ermahnt werden, ihren Kindern Sonnenbrillen aufzusetzen, wenn sie lange an der Sonne sind. Außerdem sollen sie daran erinnert werden, sehr kleine Kinder überhaupt keinem hellen Sonnenlicht auszusetzen.

 

Quelle: www.college-optometrists.org

  • Herr Dr.med. Wolfgang SACHS, 01.09.2009 um 23:30:

    „Zum Artikel "Kinderaugen müssen vor Sonne geschützt werden":

    Da kommt mit leicht die Galle hoch und ich darf in Stichworten begründen warum:

    1. Auf Grund des Existierens der Sonne konnte erst Leben auf der Erde entstehen und haben Lebewesen Augen entwickelt.
    2. Sonnenlicht ist also kein "Gift" vor dem man Augen schützen muss.
    3. Haben Augen hervorragende Mechanismen, sich an massiv unterschiedliche Lichtintensitäten anzupassen.
    4. Jeder Eingriff von aussen (Filter, wenn sich die Sonne zeigt) schwächt auf Dauer diese natürliche Fähigkeit der Selbstanpassung.
    5. Vor allem Kleinkinder gehören nicht stundenlang in die pralle Sonne. Aus ganz anderen Gründen als vermeintliche Augengefähdrung.
    6. Hätte ich gewettet, dass dieser Artikel aus der Optikerszene kommt.
    7. Denn mit der damit erzeugten Angst der Eltern um die Augen ihrer Kinder und dem folglichen Tragen von SoBrillen schon im Kleinkindalter wird eine Generation herangezüchtet, welche ohne das Tragen solcher Filter nicht mehr auskommt.
    8. Es sind also reine Geschäftsinteressen der optischen Industrie, die verwerflich mit der Angst der Eltern arbeiten.

    Ich bin seit 20 Jahren Augenarzt in Innsbruck.

    Mit freundlichen Grüßen

    Wolfgang Sachs“

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