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Profis unterstützen Ersthelfer:Bei der Telefonreanimation – wie sie in Graz erfolgreiche umgesetzt wird – werden Laien durch Disponenten bei der Durchführung der Basismaßnahmen unterwiesen. Besseres Langzeitüberleben und ein früher Einsatz von D

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Nur eine gute Kommunikation zwischen den Ersthelfern und dem Leitstellendisponenten führt zu einer erfolgreichen Reanimation.

In 158 Protokollen wurde auch das Geburtsjahr der Patienten, die als Notfälle mit Herz-Kreislauf-Stillstand dokumentiert wurden, aufgenommen.

 
Intensiv- und Notfallmedizin 28. Februar 2017

Reanimation per Telefon: Laien unter die Arme greifen

Expertenbericht. Einen Herzstillstand überleben ist das eine. Das andere ist – und das ist für die meisten Betroffenen mindestens ebenso wichtig –, ihre körperliche und geistige Funktion weitestgehend zu bewahren. Die Bedeutsamkeit von Wiederbelebungsmaßnahmen durch Laien sowie die Nutzung von Defibrillatoren in Notfallsituationen steht somit außer Frage. In Graz ist man noch einen Schritt weiter gegangen und hat ein Modell etabliert, um Ersthelfern in diesen Ausnahmesituationen gezielt zu helfen.

Mit 42 Prozent ist der plötzliche Herz-Kreislauf-Stillstand die häufigste Todesursache in Österreich. Wird ein Patient innerhalb der ersten drei bis fünf Minuten nach dem Herz-Kreislauf-Stillstand defibrilliert, liegt seine Überlebenschance bei 50 bis 70 Prozent. Internationale Studien belegen: Die Überlebensrate sinkt mit jeder verstrichenen Minute um etwa 7 bis 10 Prozent. Hier setzt die Laienreanimation an und wird zur entscheidenden Überlebensmaßnahme bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand.

In Graz hat sich ein Erfolgsmodell etabliert – die sogenannte Telefonreanimation: Ein Disponent der Landesleitstelle des österreichischen Roten Kreuzes im Landesverband Steiermark unterweist den Ersthelfer telefonisch bei der Durchführung der Basismaßnahmen und leistet damit wichtige Lebenshilfe.

Richtlinien gelten für ganz Europa

Den Algorithmus der Basismaßnahmen für eine Laienreanimation legt der European Resuscitation Council – ERC (Europäischer Wiederbelebungsrat) fest. Innerhalb von fünf Jahren wird die Handlungsvorschrift überprüft und aktualisiert. Die Richtlinien aus dem Jahr 2015 betonen: Bei Patienten im Kreislaufstillstand sollen in jedem Fall Thoraxkompressionen durchgeführt werden. „Notfallzeugen, die dazu ausgebildet und in der Lage sind, eine Atemspende durchzuführen, sollen Herzdruckmassage und Atemspende kombinieren. [...] Da wir nicht davon überzeugt sind, dass eine Wiederbelebung alleine durch Thoraxkompressionen einer Standardwiederbelebung gleichwertig ist, empfehlen wir weiterhin die bisher praktizierte Vorgehensweise.“

Weiterer wichtiger Präindikator für die erhöhte Überlebenswahrscheinlichkeit ist das rechtzeitige Defibrillieren. Damit kommt dieser Behandlungsmethode neben der Herzdruckmassage eine besondere Bedeutung zu. Ein Defibrillator gibt ein oder mehrere elektrische Schocks ab und kann dadurch lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen wie Kammerflimmern beheben. Die Stadt Graz hat derzeit 216 registrierte automatische externe Defibrillatoren (AED) installiert. Die medizinischen Geräte befinden sich an Ballungspunkten für die sogenannte Public Access Defibrillation (PAD).

Aufbau der Studie

In dieser aktuellen Studie* wurde die Effizienz der Laienreanimation überprüft. Die Arbeit hat zudem den Zusammenhang von telefonisch angeleiteten Laienreanimationen, Anzahl der AED-Nutzung sowie tatsächlicher Entfernung zum nächst gelegenen Defibrillator veranschaulicht. Die zwölfmonatige retrospektive Beobachtungsstudie wurde im Zeitraum von 01. Oktober 2014 bis 30. September 2015 durchgeführt. Dabei wurden in Bezug auf geografische Grenzgebiete nur die Einsätze des NEF Ost eingeschlossen. Das NEF Ost ist für die Stadtbezirke und Gemeinden der Grazer Umgebung der linken Mur-Seite zuständig mit einer Gesamteinwohnerzahl von rund 1,4 Millionen Menschen.

Zur einheitlichen Datenerfassung der Herzstillstände wurde der „Utstein-Style“ verwendet, der heute die Grundlage der vergleichbaren Daten für Reanimationsauswertungen ist. Im Studienprotokoll wurden alle relevanten Daten des Notarzteinsatzfahrzeugs (NEF) Ost im Landeskrankenhaus, Universitätsklinikum Graz, sowie die Daten der Telefonreanimationsregister des österreichischen Roten Kreuzes Landesverband Steiermark erfasst.

Einschlusskriterien

In Graz wurde am 1. April 1998 der erste öffentliche AED installiert. Heute lässt sich mit der Defi-App (Android: http://bit.ly/2kI2Gp3 bzw. iPhone: http://apple.co/2lrsBi5) oder der Website www.graz.at die Entfernung zwischen Notfallgeschehen und dem nächsten öffentlichen AED berechnen. Allerdings konnten nur gemeldete AEDs in die Studie miteinbezogen werden, zumal es in Graz keine Meldepflicht für private AEDs gibt. Zudem wurde bei allen gekennzeichneten Einrichtungen wie Seniorenheimen, Dauerpflegeeinrichtungen und anderen Institutionen nachgefragt, ob ein AED vorhanden ist. Um die Effizienz der Laienreanimation zu bestätigen, wurden nur AEDs mit einem Abstand von unter 50 Meter verwendet – unabhängig von Gebäudegröße und Lokalisation des AEDs im Gebäude. Einziges Ausschlusskriterium: In die Studie wurden ausschließlich außerklinische Herz-Kreislauf-Stillstände erfasst.

Innerhalb der zwölfmonatigen Studiendauer wurden insgesamt 1.729 Notarzteinsätze, inklusive der stornierten Einsätze, in den Notarztrotokollen des Notarzteinsatzfahrzeugs (NEF) Ost protokolliert. Davon wurde bei 234 Ausfahrten – 13,5 Prozent – die Diagnose Herz-Kreislauf-Stillstand gestellt. Von den 234 Herz-Kreislauf-Stillstand-Einsätzen wurden die zwei innerklinischen Transporte in allen weiteren Analysen nicht berücksichtigt.

Bei der verbleibenden Grundgesamtheit von n = 232 außerklinischen Herz-Kreislauf-Stillständen wurde die Rettung u. a. von Angehörigen, Passanten oder niedergelassenen Ärzten alarmiert. Daraus lässt sich ein Risiko von 17 pro 100.000 Einwohner (0,17 Promille) berechnen für einen Herz-Kreislauf-Stillstand im Einsatzgebiet des NEF Ost. Im Erfassungszeitraum der Studie stornierten jedoch 25,2 Prozent der Disponenten (59 von 234 Fällen) den Einsatz, bevor das Notfallgeschehen erreicht wurde (Fehleinsatz). Die Auswertungen der Studie beziehen sich auf die Fallzahl n = 173.

Erhöhtes Risiko bei Männern

Ein wichtiger Indikator zur Bewertung des Herz-Kreislauf-Stillstand-Risikos ist die Geschlechterverteilung. Von den 173 außerklinischen Notfällen mit Herz-Kreislauf-Stillständen waren 58 weiblichen und 113 männlichen Geschlechts. Zwei Fälle wurden ohne Geschlechtsangabe vermerkt. Ergebnis: Bei Männern war das Risiko eines Herz-Kreislauf-Stillstands um 31,8 Prozent höher als bei Frauen.

Ebenso wurde das Geburtsjahr der Notfälle mit Herz-Kreislauf-Stillstand in 158 Protokollen aufgenommen (siehe Abb., Seite 18). Ganze 75,3 Prozent (119 von 158 Protokollen) der Herz-Kreislauf-Stillstände ereigneten sich über dem 60. Lebensjahr. Im Vergleich dazu: Der Mittelwert der Altersanalyse lag bei 71 Jahren.

Mehr Notfälle in den Wintermonaten

Ein Dienst des Notarzteinsatzfahrzeugs umfasste 24 Stunden von 7:30 Uhr bis 7:30 Uhr am nächsten Morgen. Im Zeitraum zwischen 7:00 und 17:00 Uhr finden die meisten der Reanimationseinsätze statt. Zudem: Bei der Rettungsleitstelle (RLS) in Graz gingen deutlich mehr reanimationsbedürftige Notrufe in den Wintermonaten ein als in den Sommermonaten.

Der NEF Ost konnte in 83,8 Prozent (145 der 173 Fälle) der außerklinischen Herz-Kreislauf-Stillstände den Patienten innerhalb von 15 Minuten erreichen und in 50,3 Prozent (87 der 173 Fälle) sogar innerhalb von zehn Minuten. Im Einsatzgebiet des NEF Ost betrug der Zeitraum zwischen Alarmierung und Ankunft des Notarztes an der Notfallstelle im Mittel 11,5 Minuten. Bei 101 von 173 Patienten ließ sich aus den Angaben auf die Örtlichkeit schließen, wo sich der Notfall ereignet. 38,6 Prozent (39 von 101) der Herz-Kreislauf-Stillstände fand zu Hause statt (siehe Tab., Seite 20). Weitere 20,8 Prozent (21 von 101) der Notfälle passierten in der Öffentlichkeit.

Wirkung und Nutzen

Im Zeitraum der Studie wurde bei 69 Notfällen das Eintreten des Herz-Kreislauf-Stillstands von Ersthelfern beobachtet. Von den 69 Fällen wurde bei 32 Patienten die sofortige Laienreanimation eingeleitet. 62,5 Prozent (20 von 32) wurden erfolgreich ins Krankenhaus transportiert. 37 der 69 Fälle mit Herz-Kreislauf-Stillstand wurden zwar beobachtet, aber primär nicht reanimiert. Davon wurden nur 21,6 Prozent (8 von 37 nicht reanimierten Fällen) ins Krankenhaus transportiert.

Zudem gab es 78 registrierte Einsätze, die nicht als Herz-Kreislauf-Stillstand gekennzeichnet wurden. Davon wurde in insgesamt 23 Notfällen eine Laienreanimation gestartet. Im Gegensatz zu den beobachteten Fällen mit Herz-Kreislauf-Stillstand konnten nur 13 Prozent (3 der 23 Notfälle) der unbeobachteten Notfälle mit Laienreanimation ins Krankenhaus gebracht werden.

Bei insgesamt 21 Fällen mit Herz-Kreislauf-Stillstand wurde eine Schnappatmung dokumentiert. Das Ergebnis zeigt: Bei 10 Notfallpatienten mit Schnappatmung, die sofort durch die Ersthelfer oder die Rettungsmannschaft reanimiert wurden, konnte in 60 Prozent (6 von 10) ein positives Resultat erzielt werden.

Dokumentierte Telefonreanimation

159 eingehende Notrufe wurden im Telefonreanimationsregister dokumentiert. Die Auswertungen ergaben, dass 59 Einsätze storniert wurden. Von den restlichen 100 Notrufen hatten 38 Ersthelfer das Angebot einer angeleiteten Telefonreanimation abgelehnt. 22 Prozent (22 von 100) der Ersthelfer nahmen das Angebot an und starteten eine Herzdruckmassage. Acht Notfallpatienten wurden zusätzlich beatmet, weil der Ersthelfer die Basic-Life-Support-Schritte beherrschte – Voraussetzung für die suffiziente Mund-zu-Mund- oder Mund-zu-Nase-Beatmung.

Insgesamt stellt die Studie fest: Von den 22 Notfallpatienten mit angeleiteter Telefonreanimation überlebten drei Menschen das Ereignis. Sie wurden aus dem Krankenhaus entlassen oder es wurde ein 30-tägiges Outcome (Entlassung oder über 30-Tage-Überleben) mithilfe der Arztbriefe bestimmt. Im Gegensatz dazu überlebte nur ein Patient der 38 Notfallopfer ohne Basic-LifeSupport-Maßnahmen. Bei weiteren 21 Notfallpatienten lag initial kein Stillstand vor. Bei fünf Fällen war ein Arzt/eine Ärztin vor Ort und vier Patienten/Patientinnen tätigten selbst den Notruf. Außerdem erhielt in drei Fällen eine andere Einsatzorganisation den Notruf und zwei Ersthelferkräfte begannen selbstständig zu reanimieren.

Wie oft wurde der AED genutzt?

In 48,4 Prozent aller 124 messbaren außerklinischen Herz-Kreislauf-Stillstände (60 der 124 Fälle) war der nächste AED maximal 300 Meter entfernt. Bei 18 Einsätzen wäre der nächste öffentliche AED nur maximal 50 Meter entfernt gewesen. Bei den Basic-Life-Support-Maßnahmen wurde in der Studienzeit nur viermal ein AED genutzt. Dabei wurde die Hälfte der Notfälle erfolgreich ins Krankenhaus transportiert. Im Gegensatz dazu: Nur 37,3 Prozent der Notfallpatienten mit Laienreanimation aber ohne AED (19 der 51 ohne Defibrillator Behandelten) und 12 Prozent der Patienten ohne Laienreanimation (11 von 92 nicht reanimierten Notfällen) konnten ins Krankenhaus transportiert werden.

Deutlich bessere Überlebenschancen

Innerhalb der zwölf Monate wurden durch den Notarzt bei 124 Notfallpatienten die Advanced-CardiacLife-Support-Maßnahmen eingeleitet. Jedoch verstarb in 77 Einsätzen der Patient noch am Einsatzort. Rund 40 Prozent (49 von 124 außerklinischen Herz-Kreislauf-Stillständen) erlangten wieder einen Spontankreislauf. Davon konnten 45 Personen erfolgreich ins Krankenhaus transportiert werden und insgesamt 12 Menschen wurden entweder lebend entlassen oder überlebten das Ereignis mindestens 30 Tage.

Insgesamt waren 126 Patienten mit dem Abgabeort „Exitus“ gekennzeichnet. Davon wurde bei rund 39 Prozent (49 von 126) direkt bei Ankunft des Notarztes der Tod feststellt – entweder aufgrund eingetretener Leichenstarre, Totenflecken oder Asystolie und das, obwohl bei acht Notfällen eine Laienreanimation vermerkt war.

Das Fazit: Von 173 außerklinischen Herz-Kreislauf-Stillständen, bei welchem das NEF Ost anwesend war, konnte bei rund 7 Prozent (12 von 173 Notfallgeschehen) ein positives Outcome (Entlassung oder über 30 Tage Überleben) erzielt werden. Die Studie erfasste zudem die zerebrale Leistungsfähigkeit.

Darüber hinaus bestätigt die Studie die Hypothese: Notfallpatienten mit beobachtetem Herz-Kreislauf-Stillstand und Laienreanimation haben deutlich bessere Überlebenschancen als bei Herz-Kreislauf-Stillständen ohne Laienreanimation, deren statistische Signifikanz kleiner als 5 Prozent ist.

Sofortige Laienreanimation hilft

Jeder 7. von 100 Herz-Kreislauf-Stillständen erreicht ein positives Outcome (Überleben über 30 Tage oder Entlassung). Während der zwölfmonatigen Studienzeit erreichte allerdings kein Notfallpatient mit unbeobachtetem Herz-Kreislauf-Stillstand und ohne Laienreanimation ein positives Outcome. Das erfreuliche Ergebnis: Von den zwölf Notfallpatienten mit positiven Outcome konnte bei vier Patienten eine gute zerebrale Leistungsfähigkeit nachgewiesen werden. In allen vier Fällen wurden der Herz-Kreislauf-Stillstand beobachtet (3-mal durch Ersthelfer und einmal durch Rettung) und sofort Basic-Life-Support-Maßnahmen (BLS) eingeleitet.

Das zeigt, wie wichtig die sofortige Laienreanimation bei Notfallpatienten ist. Gleichzeitig wird das Ziel des Angebots einer Telefonreanimation untermauert: Die Anzahl der durchgeführten Laienreanimationen weiter steigern und Fehler der Ersthelfer in den einzelnen Algorithmen senken.

Bei Schnappatmung BLS 30:2

In den ERC-Guidlines 2015 wird das Ergebnis einer Studie zitiert. Sie belegt, dass Schweine mit Schnappatmung eine bessere Überlebensrate bei isolierter Herzdruckmassage hatten als bei einer Herzdruckmassage mit Beatmung. Bei der Herzdruckmassage am Menschen wird aber nur ein Zugvolumen von 40 Milliliter erzeugt. Dieser Wert ist für eine suffiziente Beatmung zu gering. Deshalb wir auch bei der Schnappatmung in den neuen Basic-Life-Support-Guidelines weiterhin ein BLS-Reanimationszyklus von 30 Herzdruckmassagen und zwei Beatmungen empfohlen.

In einem Notarztprotokoll wurde beschrieben, dass die Schnappatmung von dem Ersthelfer als normale Atmung beurteilt wurde und der Disponent die Durchführung einer stabilen Seitenlage angeleitet hat. Bei Ankunft des Rettungspersonals wurde die Patientin jedoch auf dem Rücken liegend vorgefunden. Um solche Vorfälle zu vermeiden, ist es wichtig, die Disponenten und die Ersthelfer darauf zu schulen, einen Notfallpatienten mit agonaler Atmung als Herz-Kreislauf-Stillstand einzustufen. Zusätzlich werden die Ersthelfer vom Disponenten auf den nächstgelegenen AED hingewiesen. Im Rahmen der Studie wurde nur viermal ein AED benutzt. Bei allen vier Anwendungen handelte es sich um spezielle Institutionen wie Gefängnis, Reha, Privatklinik und spezielle Klinik. Das verdeutlicht: Bei informierten Ersthelfern, die die Lokalisation und Nutzung des nächsten AED kennen, steigt auch die Anwendungshäufigkeit. Deshalb ist es entscheidend, der allgemeinen Bevölkerung die insgesamt 216 öffentlichen AED-Standpunkte und die Basic-Life-Support-Maßnahmen als lebensrettende Maßnahme öfter zu präsentieren.

Gemeinschaft rettet Leben

Nach den neuen ERC-Guidlines 2015 ist der Schlüssel einer erfolgreichen Reanimation das Statement „Community Response Saves Lives“ – „Die Reaktion der Gemeinschaft rettet Leben“. Nicht nur die einzelnen Interventionen können bei außerklinischen Herz-Kreislauf-Stillständen die Überlebenschance erhöhen.

Das optimale Outcome kann nur durch gute Kommunikation zwischen den Ersthelfern und dem Leitstellendisponent sowie der Integration einer frühen Defibrillation mit dem nächstgelegenen AED erzielt werden.

Studienergebnisse zusammengefasst

 - Von den 55 Laienreanimationen wurden 22, also 40 Prozent als telefonan- geleitete Reanimation vermerkt.

- Im Rahmen der zwölf Monate wurde viermal ein AED genutzt. Dagegen war bei 60 Herz-Kreislauf-Stillständen ein AED in weniger als 300 Meter Entfernung vorhanden. Bei einer durchschnittlichen Hilfsfrist von 11,5 Minuten vor Eintreffen des Notarztes hätte man den AED lebensrettend einsetzen können.

- Insgesamt wurden von den zwölf Patienten, die lebend entlassen oder den Herz-Kreislauf-Stillstand über 30 Tage überlebten, 75 Prozent –neun Menschen – laienreanimiert.

* Die retrospektive Studie wurde im Rahmen der Diplomarbeit „Die telefonisch begleitete Reanimation bei Herz-Kreislauf-Stillstand – Erfolgsanalyse nach einer durchgeführten Laienreanimation“ erfasst.

Die korrespondierende Autorin Julia Götz ist derzeit Studentin an der Medizinischen Universität Graz.

 

Der ungekürzte Originalartikel „Laienreanimation als entscheidende Erfolgsmaßnahme“ inklusive Literaturangaben ist erschienen in „Notall + Rettungsmedizin“ 7/2016, DOI 10.1007/s10049-016-0256-4, © Springer Verlag

 

J. Götz, B. Petutschnigg, A. Wasler, D.Wran-Schumer und P. Hansak

, Ärzte Woche 9/2017

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