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Intensiv- und Notfallmedizin 24. Februar 2015

Kostbare Ressource

Projekt „SUBITO“ spart Blutprodukte ein.

Ärzte des Universitätsklinikums Düsseldorf haben ein Konzept entwickelt, das den sparsamen Einsatz von Blut fördert. Dabei werden nur die Komponenten des Blutes transfundiert, die der Patient auch wirklich benötigt.

Blut ist eine kostbare Ressource, die aus medizinischen, demografischen und ökonomischen Gründen sparsam eingesetzt werden sollte. Dr. Stephan Sixt, Dr. Till Hoffmann und PD Dr. Alexander Albert vom Universitätsklinikum Düsseldorf entwickelten eine Strategie für die sogenannte Hämotherapie, bei der einzelne Komponenten des Blutes – Erythrozyten, Thrombozyten und Gerinnungsfaktoren – abgestimmt auf den Bedarf des einzelnen Patienten gegeben werden können. Im Pilotprojekt lagen die Einsparungen je nach Komponente zwischen 30 und 60 Prozent. Dies bedeutet einen Rückgang von Blutkonserven von rund 5.000 Stück pro Jahr.

Voraussetzung für die Hämotherapie ist, dass der aktuelle Zustand des gesamten Gerinnungssystems eines Patienten analysiert werden muss – und zwar in kürzester Zeit. Mit SUBITO haben die Mediziner dieses Problem in Angriff genommen, indem sie einmal eine vorrangige und schnelle Labordiagnostik einführten, die „subito“, also sofort, den spezifischen Bedarf ermittelt und die Blutkomponenten in den OP liefert. Ein weiterer Schritt ist, dass schon präoperativ Risiken eines Patienten im Hinblick auf eine Bluttransfusion erfasst und minimiert werden, sodass Blutungen während der Operation verringert oder sogar verhindert werden können.

Vorrangiges Ziel bei diesem Projekt ist aber nicht, Geld zu sparen. Vor allem aus medizinischer Sicht profitieren Patienten von weniger Transfusionen. Denn diese beeinflussen das Immunsystem. Man kennt zwar die Gründe noch nicht genau, aber man nimmt an, dass sie die „Wachsamkeit“ des Immunsystems herabsetzen. „Möglicherweise“, sagt Hoffmann, „geschieht das durch die Menge an ’Fremdeiweißen‘, die den Organismus bei einer Transfusion überschwemmen. Dadurch können sich quasi Nebenwirkungen entwickeln, die den Patienten belasten. Sie können ihn z. B. empfänglicher für Infektionen machen.“ Auch weitere Gründe sprechen für weniger Transfusionen: „Bei Herzoperationen mit Einsatz der Herz-Lungen-Maschine z. B. kann allein das große Flüssigkeitsvolumen durch die Blutzufuhr eine Belastung für das Herz sein“, erläutert Sixt. Zudem glauben die Ärzte, dass sich viele der SUBITO-Patienten postoperativ schneller erholen. „Das bleibt aber wissenschaftlich noch zu belegen“, sagen sie deutlich.

 

Heinrich-Heine-Univ. Düsseldorf, Ärzte Woche 9/2015

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