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Intensiv- und Notfallmedizin 18. September 2013

Herzstillstand im Spital

Können wir etwas ändern?

Herzstillstand wird als „in-hospital“ definiert, wenn er bei einem hospitalisierten Patienten auftritt, der einen Puls zum Zeitpunkt der Aufnahme hatte. Die Wahrscheinlichkeit des Überlebens des Patienten bis zur Entlassung aus dem Spital ist sehr niedrig. Die Gründe dafür sind hohes Alter, multiple Komorbiditäten, spätes Erkennen des Herzstillstands, schlechte Reanimationskenntnisse, mangelhafte Ausrüstung, Abwesenheit von qualifizierten Wiederbelebungsteams und schlechte Organisation.

 

Ziel der Studie war es, die Charakteristika von „in-hospital“ Herzstillständen und der entsprechenden Wiederbelebungsmaßnahmen im Universitätsspital Osijek aufzuzeigen. Wir analysierten retrospektiv alle Wiederbelebungsprozeduren eines 5-Jahreszeitraums, bei denen Anästhesisten-Reanimationsteams kardiopulmonale Wiederbelebung versuchten. Wir analysierten 309 komplett dokumentierte „in-hospital“ Reanimationsversuche.

Opfer eines Herzstillstandes waren im Prinzip ältere Patienten, 30,4 % neurologische, 25,24 % chirurgische und 15,2 % neurochirurgische Patienten mit vielen schweren Begleiterkrankungen. Bei 85,6 % der Fälle wurde die Wiederbelebung durch das Stationspersonal begonnen. Die Reanimationsteams erschienen innerhalb von 5 Minuten in 67 % der Ereignisse. Allerdings wurde in 14,6 % der Fälle mit der Reanimation erst nach Eintreffen des Reanimationsteams begonnen.

Wir fanden einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen einer niedrigeren initialen Überlebensrate und der Dauer des stationären Aufenthaltes (p = 0,001), dem Vorliegen einer cerebralen Ischämie (p = 0,026) oder einer Kardiomyopathie (p = 0,004) und der Dauer der kardiopulmonalen Reanimation (p = 0,0041). Die initiale Überlebensrate war sehr niedrig (14,6 %). Eine komplette Erholung trat nur bei 8 von 309 Patienten (2,59 %) ein.


Eine Identifizierung von terminal chronisch kranken Patienten, bei denen eine kardiopulmonale Reanimation nicht sinnvoll ist, scheint nicht vernünftig. Eine bessere Organisation und eine Schulung des Stationspersonals kann zu einem besseren Gesamterfolg beitragen.

Tomislav Ružman, Ozana Katarina Tot, Dubravka Ivić, Danijela Gulam, Nataša Ružman, Jelena Burazin, Wiener klinische Wochenschrift 17/18/2013

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