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Postoperative Schmerzen

Regionalanästhesie kann chronischem Schmerz nach Op. vorbeugen

Jeder zweite Patient hat auch Monate nach einer Thorakotomie oder Brustoperation persistierende Schmerzen. In einer Cochrane-Analyse wurde nun untersucht, ob regionalanästhetische Verfahren gegen das Persistieren des Schmerzes helfen können.

Eine Epiduralanästhesie bei Thorakotomie und eine Paravertebralblockade bei Brustoperationen können persistierende postoperative Schmerzen bei jedem vierten oder fünften behandelten Patienten verhindern. Das ist das Ergebnis einer Cochrane-Analyse US-amerikanischer Forscher. Bei ihrer systematischen Metaanalyse hatten sie verschiedene Datenbanken und Kongressabstracts bis Mai 2012 nach Studien durchsucht, in denen regionalanästhetische Verfahren mit konventioneller Schmerzkontrolle – beispielsweise einer Opioidgabe allein oder in Kombination mit nichtsteroidalen Antirheumatika – verglichen worden waren. Eingeschlossen wurden Studien, die randomisiert und kontrolliert waren und Angaben zu persistierendem Schmerz sechs und zwölf Monate nach der Operation beinhalteten. Insgesamt 23 Studien erfüllten diese Kriterien. Sie wurden in Kategorien wie Thorakotomie, Glied-Amputation und Brustoperation eingeteilt.

Positiver Effekt der Regionalanästhesie

Bei Thorakotomie-Patienten war nur der Effekt einer Epiduralanästhesie untersucht worden. In einer gepoolten Analyse von drei Studien mit insgesamt 250 Patienten ergab sich ein günstiger Effekt der Epiduralanästhesie (Odds Ratio [OR] 0,34; 95%-Konfidenzintervall [95%-KI] 0,19–0,60; p = 0,0002). Ebenso konnten zwei Studien zu Paravertebralblockaden bei krebsbedingten Brustoperationen gemeinsam ausgewertet werden. Auch bei diesen insgesamt 98 Patienten zeigte sich ein klarer Vorteil der Regionalanästhesie (OR 0,37; 95%-KI 0,14–0,94, p = 0,04). Das positive Ergebnis blieb auch bestehen, wenn Studien mit plastischen Operationen der Brust und eine Studien mit multimodaler topischer Analgesie mit eingeschlossen wurden (OR 0,42; 95%-KI 0,21–0,86; p = 0,02).

Aufgrund sehr heterogener Daten und teilweise kleiner Fallzahlen war eine Metaanalyse der Ergebnisse bei anderen chirurgischen Untergruppen wie Gliedmaßen-Amputation, Kaiserschnitt und Laparotomie nicht möglich, auch wenn die Daten konstant für die regionalanästhetischen Verfahren sprachen.

Obwohl eine sofortige postoperative Schmerzkontrolle die Entwicklung persistierender postoperativer Schmerzen (PPP) potenziell beeinflusst, wurde in den meisten Studien nicht für diesen oder andere Risikofaktoren für PPP kontrolliert.

Epiduralanästhesie bei Thorakotomie empfohlen 

Nach Ansicht der Autoren können die beschriebenen Effekte der Regionalanästhesie möglicherweise nicht auf andere Patientengruppen oder chirurgische Verfahren übertragen werden. Basierend auf ihrer Analyse empfehlen sie eine Epiduralanästhesie für Patienten, die eine Thorakotomie erhalten, und eine Paravertebralblockade für Frauen, die aufgrund von Brustkrebs operiert werden müssen, um das PPP-Risiko sechs Monate nach der Operation zu reduzieren. Auch wenn laut Dr. Michael H. Andreae und Dr. Doerthe A. Andreae, New York, die beschriebenen Effekte der Regionalanästhesie möglicherweise nicht auf andere Patientengruppen oder chirurgische Verfahren übertragen werden können, betonen sie, dass anhaltende Schmerzen nach einem chirurgischen Eingriff weitverbreitet scheinen und regionalanästhetische Verfahren bei vielen verschiedenen operativen Eingriffen das Risiko hierfür reduzieren könnten.

springermedizin.de/ki, springermedizin.at

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