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© Alex Staroseltsev / shutterstock
 

Hypothermie lässt Herzen weiter schlagen

Forscher der MedUni Wien untersuchen die lebensrettende Wirkung einer kontrollierten Hypothermie im Rahmen der Reanimation.

Wenn der Körper schlecht mit Sauerstoff versorgt wird, ist Kühlung positiv. Tatsächlich ist eine milde Hypothermie die einzige wirksame Therapie zur Verbesserung der Überlebenschancen bei plötzlichem Herztod. Jetzt wird von einem Team der Medizinischen Universität Wien untersucht, wie sich diese Behandlung durch eine Kombination mit invasiven Reanimationsmaßnahmen weiter verbessern lässt. Das vom Wissenschaftsfonds FWF unterstützte Projekt soll neue Grundlagen für die Optimierung der Therapie schaffen. Dazu Andreas Janata von der Universitätsklinik für Notfallmedizin der MedUni Wien, der das Projekt leitet: „Ziel ist es, durch die Hypothermie den Reperfusionsschaden im Gehirn zu reduzieren.“ Nach heute gängigen Protokollen wird die Körpertemperatur dabei auf 32-34 Grad Celsius abgesenkt. Noch tiefere Temperaturen würden, so die Hypothese, zwar weitere Folgeschäden im Gehirn minimieren - doch würden sie zu nicht tolerierbaren Nebeneffekten für das Herz führen.

Genau dieses Behandlungsdilemma will das Team um Janata in den Griff bekommen: durch den Einsatz extrakorporaler Zirkulationsverfahren sollen niedrigere Temperaturen möglich werden.

Eine der Herausforderungen dabei ist die Vielzahl an physiologischen Prozessen, die durch Hypothermie beeinflusst werden. Dazu zählen neben dem programmierten Zelltod, Immunphänomene, Schädigungen von Nervenzellen auch der oxidative Zellstress. Tatsächlich sind die betroffenen Vorgänge so komplex, dass es schwierig wäre, ein einziges Therapeutikum zu finden, das eine ähnlich umfassend positive Wirkung wie die Hypothermie hätte.

Janata: „Hypothermie ist wie ein Cocktail verschiedener Medikamente. Das macht es sehr schwierig, ihre Wirkung - bzw. die Optimierung der Behandlungsbedingungen - zu studieren.“

Aufgrund dieser Komplexität besteht ein wesentlicher Teil der kürzlich begonnenen Arbeit des Teams um Janata darin, ein geeignetes Modell zu etablieren, das die Analyse verschiedener Behandlungsregime erlaubt.

Die Ergebnisse der Arbeit sollen neue Einsichten in die Behandlung bei plötzlichem Herztod ermöglichen - ein medizinisches Problem, das für Notfallmediziner immer noch eine der größten Herausforderungen darstellt.

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