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Herzinfarktversorgung in Wien

In der Betreuung von Patienten mit einem akuten Herzinfarkt werden am AKH Wien Ergebnisse erzielt, wie üblicherweise nur in wissenschaftlichen Studien mit speziell geeigneten Patienten.

 Das geht aus der Auswertung von Daten hervor, die Van Tulder, Schreiber und Co-Autoren kürzlich im Journal für Kardiologie publiziert haben. Sie beziehen sich auf 615 Patienten mit akutem Myokardinfarkt. Das Durchschnittsalter betrug 64 Jahre. Fast 70 Prozent waren Männer. Mehr als die Hälfte der Patienten hatte einen STEMI. In fast 82 Prozent erfolgte eine Revaskularisation, die in 94 Prozent in Form einer primären PCI durchgeführt wurde. Die 30-Tages-Mortalität betrug 3,7 Prozent, was sehr niedrig ist. Die Krankenhaussterblichkeit von STEMI-Patienten liegt laut Daten, die vergangenen Sommer beim ESC-Kongress in München präsentiert wurden, zwischen vier und sechs Prozent, wenn der Patient in einem PCI-Zentrum behandelt wird (z.B. FAST-MI Studie in Frankreich, DANAMI-Studie in Dänemark oder Wiener Infarktregister), aber bei 14 bis 16 Prozent in einem Nicht-PCI-Zentrum.

Ein Netzwerk, das gut funktioniert

Die Wiener sind offenbar auch gut über die Notwendigkeit der möglichst schnellen Reaktion bei verdächtigen Symptomen informiert: Von den ersten Symptomen bis zur Alarmierung der Berufsrettung vergingen im Durchschnitt 50 Minuten. 50 Minutenspäter waren die Patienten an der Klinik.

Recht „typisch“ waren die Risikofaktoren und Grunderkrankungen der Betroffenen: 49 Prozent der Patienten wiesen Bluthochdruck auf, 30 Prozent waren Raucher und 25 Prozent hatten zu hohe Blutfettwerte.

In Europa stirbt derzeit noch jeder sechste Mann und jede siebente Frau an einem Herzinfarkt. Um die Prognose der Patienten zu verbessern, wurde in Wien vor einigen Jahren ein Netzwerk aufgebaut. Im Falle eines Alarms wird der Patient möglichst schnell mit dem Notarzt in ein Krankenhaus mit Herzkatheterlabor gebracht. Hierzu gehören das Wiener AKH, das Hanuschkrankenhaus, die Rudolfstiftung, das Donauspital, das Krankenhaus Hietzing und das Wilhelminenspital. Die Zentren wechseln sich tageweise ab. Am Wochenende bis Montag in der Früh stehen die Spezialisten am Wiener AKH bereit. Die Woche über fungieren sie jeweils als „Back-Up“-Einrichtung. „Ich glaube, dass wir in Wien, national und im mitteleuropäischen Bereich, ganz gut aufgestellt sind“, erklärte Prof. Dr. Wolfgang Schreiber von der Universitätsklinik für Notfallmedizin am AKH Wien. „Wir brauchen keinen Vergleich zu scheuen.“

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