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© Bernhaut/dpa
Weniger Fentanylverbrauch dank Beethoven und Co.
 

Beethoven für beatmete Patienten

Mondscheinsonate reduziert Bedarf an Narkotika und Sedativa.

Kanadische Intensivmediziner haben untersucht, ob zwei Stunden Klassik pro Tag zu positiven Veränderungen bei beatmeten Patienten führen. Teilnehmer der placebokontrollierten Cross-over-Studie waren 55 Patienten, die noch mindestens drei Tage auf der Intensivstation beatmet werden mussten. Sie bekamen an Tag 1 und 3 zweimal eine Stunde lang Kopfhörer aufgesetzt. An einem der beiden Tage lief Musik (Beethovens Mondscheinsonate, Brahms Wiegenlied, Stücke von Debussy, Bach, Chopin und Tschaikowsky), am jeweils anderen Tag wurde der Kopfhörer ohne Musik aufgesetzt. Dabei wurden fortlaufend Vitalzeichen kontrolliert. Erfasst wurde auch der Bedarf an Sedativa und Schmerzmitteln, zusätzlich wurden die Serumwerte wichtiger Entzündungsparameter sowie Prolaktin, Kortisol und ACTH bestimmt.     

Die Ergebnisse: Bei den Vitalzeichen gab es keine nennenswerten Unterschiede zwischen den Gruppen mit und ohne Musik. Ein Trend zur Signifikanz deutete sich jedoch beim Fentanylbedarf ab. Dieser ging nach dem Musikhören zurück (von im Schnitt 1.600 auf 1.350 µg). Gab es dagegen nur Kopfhörer ohne Musik auf die Ohren, stieg der Bedarf von 1.600 auf etwa 1.750 µg. Ähnliches war auch beim Sedativa- und Hypnotikakonsum zu beobachten, allerdings waren hier die Unterschiede geringer.

Veränderungen fanden die Ärzte auch beim Kortisol, beim ACTH/Kortisol-Verhältnis und beim Prolaktinwert. Allerdings waren die Differenzen hier nicht signifikant.

Beaulieu-Boire G et al.: J Crit Care 2013; doi: 10.1016/j.jcrc.2013.01.007

springermedizin.de/mut, Ärzte Woche 16/2013

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