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Intensiv- und Notfallmedizin 1. Dezember 2011

Herzkammerflimmern-Risiko durch Taser X-26-Distanz-Applikation

Beim Einsatz von Elektroschockwaffen wird auch über Todesfälle berichtet. Die Frage, ob dadurch Herzkammerflimmern ausgelöst werden kann, wird nach wie vor äußerst kontroversiell diskutiert. Die experimentellen Ergebnisse sind widersprüchlich, und vereinfachte theoretische Abschätzungen reichen bis zu einem vernachlässigbar kleinen Flimmerrisiko. Erstmals wurde mit Hilfe eines detaillierten numerisch-anatomischen Modells eines Erwachsenen (NORMAN) die elektrische Exposition des Herzens quantitativ analysiert und das Flimmer-Risiko auch unter Berücksichtigung seiner Abhängigkeit vom exponierten Myokardvolumen abgeschätzt. Für die ungünstigsten Elektrodenpositionen im Distanz-Mode ergab sich eine Flimmerwahrscheinlichkeit von 30%. Das Risiko verringert sich jedoch erheblich, wenn die direkte Durchströmung des Herzens vermieden wird. Das Gesamt-Flimmerrisiko ist zusätzlich reduziert, wenn die Wahrscheinlichkeit berücksichtigt wird, mit der worst-case Treffer auftreten. In Übereinstimmung mit den experimentellen Ergebnissen zeigen die Resultate jedoch, dass das Flimmer-Risiko bei Anwendung von Taser X26-Waffen gering, aber nicht vernachlässigbar ist.

Norbert Leitgeb, Florian Niedermayr, Gerhart Loos, Robert Neubauer, Wiener Medizinische Wochenschrift 23/24/2011

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