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Intensiv- und Notfallmedizin 1. September 2011

Kindernotfälle in der Luftrettung – eine epidemiologische Studie zur Versorgung in Österreich

FRAGESTELLUNG: Kindernotfälle stellen im Notarztdienst eine große Herausforderung dar. Bislang gibt es nur wenige epidemiologische Daten zu Kindernotfällen in der Flugrettung. Daher war das Ziel, die Einsatzcharakteristika von Kindernotfällen in verschiedenen Einsatzregionen zu analysieren, die in ganz Österreich von der Christophorus Flugrettung versorgt werden. METHODIK: Es wurde eine retrospektive Kohortenstudie durchgeführt und alle Kinder unter 15 Jahren inkludiert, die im Untersuchungszeitraum (Januar 2006–Juni 2007) von der Christophorus Flugrettung versorgt wurden. RESULTATE: Im Untersuchungszeitraum wurden von insgesamt 26.850 Einsätzen 2207 (8,2 %) Kinder primär versorgt. Insgesamt waren 1543 Kinder (69,9 %) nicht lebensbedrohlich erkrankt oder verletzt. Die Rate an schwerwiegenden Kindernotfällen war im städtischen Einsatzgebiet (45,2 %) höher als im ländlichen (38,2 %) oder alpinen Gelände (20,3 %). Die häufigste Notfallkategorie waren Unfälle; die Häufigkeit von Verletzungen lag im ländlichen Bereich bei 54,2 % (582/1074), im städtischen Einsatzgebiet bei 60,3 % (44/73) und im alpinen Gelände bei 91,4 % (969/1060). Die häufigsten Einzeldiagnosen waren Frakturen (34,9 %; 557/1595) und Schädel-Hirn-Traumata (26,3 %; 419/1595). 82 (3,7 %) Kinder wurden prähospital intubiert, 42 (1,9 %) wurden aufgrund eines Herz-Kreislauf-Stillstands reanimiert und 19 (0,9 %) erhielten einen intraossären Zugang. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die epidemiologischen Charakteristika von Kindernotfällen in der österreichischen Luftrettung unterscheiden sich im städtischen, ländlichen und alpinen Einsatzgebiet. Aufgrund der fehlenden Erfahrung mit Kindernotfällen sind konsequente Aus- und Weiterbildung der Flugrettungsteams in erweiterten Notfalltechniken und in der Traumaversorgung von Kindern entscheidend.

Harald F. Selig, Helmut Trimmel, Wolfgang G. Voelckel, Michael Hüpfl, Gerhard Trittenwein, Peter Nagele, Wiener klinische Wochenschrift 17/18/2011

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