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Foto: MedUni Wien / Houdek
Wiederbelebung geht kinderleicht – eine lebensrettende Botschaft.
 

Erfolgreich wiederbelebt

Einfach Leben retten: Massenreanimation am Wiener Stephansplatz.

Herzstillstand! Und dann? Leben! Die Wiener Universitätsklinik für Notfallmedizin der Medizinischen Universität Wien verdeutlichte am 28. April 2011 mit zwei Großveranstaltungen, wie viele Menschenleben sich durch einfach lebensrettende Sofortmaßnahmen retten lassen: Am Abend feierten im Wiener Rathaus zahlreiche Gerettete mit ihren Ersthelfern den zweiten Geburtstag. Bereits am Vormittag zeigten am Stephansplatz hunderte Kinder, wie einfach es ist, Leben zu retten.

 

Aus Angst, etwas falsch zu machen, würden nur 23 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher „auf jeden Fall“ Erste Hilfe leisten. Durch einen verpflichtenden Erste-Hilfe-Unterricht in allen österreichischen Pflichtschulen ließe sich dieser Prozentsatz erheblich steigern, wie Studien aus anderen Ländern zeigen. Das würde die Überlebenschancen vieler Menschen mit einem Herz-Kreislauf-Stillstand wesentlich verbessern.

Lebensrettung in den Lehrplan

Aus diesem Grund hat Prof. Dr. Fritz Sterz, stellvertretender Leiter der Universitätsklinik für Notfallmedizin der MedUni Wien, vor zehn Jahren „Leben retten“ gegründet: „Wir setzen uns mit diesem Projekt dafür ein, dass lebensrettende Sofortmaßnahmen in den Lehrplan aller österreichischen Pflichtschulen aufgenommen wird“, betont Sterz. „Denn Kinder sind bei der Lebensrettung unbelasteter als Erwachsene. Außerdem sinkt die Hemmschwelle, Erste Hilfe zu leisten, durch den frühen Kontakt mit dem Thema erheblich.“

Ein Herzstillstand ist kein Todesurteil, allerdings nur dann nicht, wenn rasch und noch bevor die Rettung eintrifft Erste Hilfe geleistet wird. Diesen Umstand rief die Informationsveranstaltung „Staying Alive Revival – The Survivors Party“ ins Bewusstsein. Im Festsaal des Wiener Rathauses feierten am 28. April 2011 zahlreiche Gerettete, dass ihnen Ersthelfer durch ihr beherztes Einschreiten ein zweites Leben geschenkt haben.

Massenreanimation

Wie wichtig ein fest im Lehrplan verankerter Unterricht in lebensrettenden Sofortmaßnahmen wäre, rückte ein „Flashmob” ins Licht der Öffentlichkeit. Um die Mittagszeit reanimierten hunderte Kinder auf dem frühlingshaften Stephansplatz ihre mitgebrachte Puppe oder ein Stofftier und zeigten damit, dass Erste Hilfe so einfach durchzuführen ist, wie einen Teddybären zu streicheln.

Erste Hilfe bei Herzstillstand

Alleine in Wien erleiden jährlich etwa 3.500 Menschen einen plötzlichen Herzstillstand. Nur etwas mehr als 200 dieser Personen erreichen rechtzeitig ein Spital. Grundsätzlich sind die Überlebenschancen umso höher, je früher Maßnahmen ergriffen werden. Da bis zum Eintreffen einer professionellen Rettungsmannschaft oft zehn Minuten vergehen, ist Erste Hilfe durch zufällig anwesende Laien eine der wichtigsten Maßnahmen, um das Überleben zu sichern.

 

Link:

 http://www.lebenretten.at

MedUni Wien/IS, Ärzte Woche 18 /2011

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