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Die Rolle von Vasopressin und Terlipressin beim katecholamin-refraktären Schock und Reanimation im Kindesalter: eine Literaturübersicht

GRUNDLAGEN: Der katecholamin-refraktäre Schock und das Herz-Kreislaufversagen im Kindesalter sind mit einer hohen Morbidität und Mortalität assoziiert. In den letzten Jahren wird zunehmend Vasopressin und Terlipressin als "Rescue-Drug" für das fortgeschrittene Kreislaufversagen im Rahmen eines Schocks sowie bei der Reanimation im Kindesalter eingesetzt. METHODIK: Wir führten eine Medline/Embase-Literaturrecherche durch, um den Einsatz von Vasopressin und Terlipressin beim katecholamin-refraktären Schock sowie bei der Reanimation im Kindesalter zu evaluieren. ERGEBNISSE: Es wurden 31 Veröffentlichungen (Gesamtpatientenzahl: 428) zu dieser Thematik in diese Übersichtsarbeit eingeschlossen. 16 Arbeiten waren Fallserien, 10 Kasuistiken, 3 klinische Evaluierungsstudien, 1 Arbeit war eine nicht-geblindete randomisierte klinische Studie und 1 Arbeit war eine Multi-Center randomisierte Doppelblind-Studie; nur 6 Studien waren prospektiv angelegt. Das Alter der eingeschlossenen Patienten zeigte eine sehr große Streuung (extremes Frühgeborenes der 23. SSW bis Patienten mit 19 Jahren). Die häufigste Indikation zum Einsatz von Vasopressin/Terlipressin war der septische Schock (12 Berichte). Die Gabe von Vasopressin/Terlipressin führte regelmäßig zu einem Blutdruckanstieg, einer Zunahme der Urinausscheidung und zu einem Abfall der Laktatkonzentration im Serum. In den meisten Veröfffentlichungen konnte die Dosis der konventionellen Katecholamine nach Vasopressin-/Terlipressingabe reduziert werden. Die Gesamtmortalität blieb trotz Gabe von Vasopressin/Terlipresssin hoch (188/428; 43.9 %). SCHLUSSFOLGERUNGEN: Auf der Basis der bisher publizierten Daten kann keine generelle Empfehlung für die Gabe von Vasopresin und Terlipressin beim katechecholamin-refraktären Schock sowie im Rahmen der Reanimation im Kindesalter ausgesprochen werden. Zwei kürzlich publizierte, randomisierte klinische Studien ergaben widersprüchliche Ergebnisse. Vasopressin/Terlipressin kann möglicherweise im Rahmen eines individuellen Heilversuchs zum Einsatz kommen. Größere prospektive Studien sind erforderlich, um den Stellenwert dieser Substanzen im Kindesalter genauer zu evaluieren.

Sascha Meyer, William McGuire, Sven Gottschling, Ghiath Mohammed Shamdeen, Ludwig Gortner, Wiener Medizinische Wochenschrift 7/8/2011

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