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Intensiv- und Notfallmedizin 13. Oktober 2010

Besser ohne Beatmung

Eine amerikanische Vergleichsstudie über Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Herzstillstand durch Laien zeigte, dass diejenigen Patienten die besten Überlebenschancen hatten, die ohne Atemspende reanimiert worden waren.

Da die Reanimation durch Brustkompression ohne Beatmung einfacher zu lehren, zu lernen und durchzuführen ist als die herkömmliche Methode mit Atemspende, stand die Frage im Raum, ob von Laien überhaupt erwartet werden soll, Personen mit Herzstillstand zu beatmen. Der Amerikaner Dr. Bentley J. Bobrow (Arizona Department of Health Services) und sein Team untersuchten daher, ob Umstehende im Falle eines Herzstillstands versuchen zu reanimieren, wie sie dies tun – mit oder ohne Beatmung – und wie sich das auf die Überlebenschance der Patienten auswirkt.

Die Studie umfasste Daten von 4.415 Patienten, die mindestens 18 Jahre alt waren und außerhalb eines Krankenhauses einen Herzstillstand erlitten hatten. 2.900 Patienten wurden von Umstehenden nicht reanimiert – von ihnen überlebten 5,2 Prozent bis zur Spitalsentlassung. 666 erhielten eine Herzdruckmassage und wurden beatmet (15,1 %) – hier überlebten 7,8 Prozent. 849 wurden nur mit Brustkompression reanimiert (19,2 %) – von diesen Patienten überlebten 13,3 Prozent.

Quelle: Bobrow, B. J. et al.: JAMA 2010;304(13)1447–1454; doi:10.1001/jama.2010.1392

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