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Die Betreuung von Herzinfarktpatienten wurde deutlich verbessert. Geblieben ist aber der „Wochenend-Effekt“, mit schlechterer Prognose.
 

Tod am Wochenende

Personalreduktion kann Herzinfarktpatienten zum Verhängnis werden.

Eine amerikanische Studie berichtet, dass Personen, die am Wochenende mit einem Herzinfarkt ins Spital gebracht werden, eine signifikant schlechtere Prognose haben als diejenigen, die unter der Woche eingeliefert werden – bis hin zum erhöhten Mortalitätsrisiko.

 

Die Überlebensraten von Herzinfarktpatienten konnten durch etliche Maßnahmen signifikant verbessert werden: kürzere Tür-zu-Ballon-Zeiten (Dauer zwischen der Ankunft eines Herzinfarktpatienten im Krankenhaus bis zum Zeitpunkt, zu dem der Patient eine Koronarangioplastie erhält), frühere invasive Strategien und optimale Verwendung von antithrombotischen Medikamenten, berichtete Dr. Abhishek Deshmukh, Medical College Wisconsin, Milwaukee, USA. Aber: „Obwohl die Versorgung insgesamt verbessert worden ist, gibt es den Wochenend-Effekt noch immer.“ Für das Jahr 2007 standen Daten von 287.470 Herzinfarktfällen zur Verfügung. Davon wurden 22,1 Prozent an Wochenenden eingeliefert. Diese 63.613 Patienten hatten eine höheres Mortalitätsrisiko als solche, die an Werktagen eingeliefert worden sind (7,58 gegenüber 6,35 Prozent). Als Wochenendaufnahmen wurden solche gewertet, die zwischen Freitag Mitternacht und Sonntag Mitternacht stattfanden. Gemessen wurden u. a. die Anzahl der Todesfälle im Krankenhaus und die Anzahl der durchgeführten kardialen Maßnahmen, einschließlich Katheterisierung, Stentimplantation und Bypass-Operationen. Es wurden auch weniger Maßnahmen durchgeführt als werktags (43,61 gegenüber 46,54 Prozent). Außerdem war die Zeit zwischen der Aufnahme im Krankenhaus und der Einleitung von Interventionen an Wochenenden länger (1,83 gegenüber 1,40 Tage).

 

Kumar, N. et al.: „Does Weekend Effect Of Myocardial Infarction Still Exist? A Nationwide Analysis.“ E-Abstract: 1101-282. ACC-Kongress 2010 des American College of Cardiology, Atlanta, USA, 14. bis 16. März 2010

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